Ausbauhaus und Bausatzhaus

Beim Ausbauhaus, auch Mitbauhaus genannt, kann der Bauherr verschiedene Arbeiten aus dem Gesamtangebot herausnehmen und diese selbst übernehmen.

Bausatz- und Ausbauhäuser stehen in unterschiedlichen Konstruktionsweisen zur Verfügung:

  • Angeboten werden Rohbausätze für Holzblockbau, gemauerten Bau etwa mit Kalksandsteinen, Porenbetonsteinen oder Hochlochziegeln oder für die Bauweise mit Schalungssystemen aus Polystyrol, Holzspan oder Bims.
  • Für den Innenausbau und die Fertigstellung des Hauses können Sie zusätzliche Ausbausätze erwerben. Die meisten Typenhausentwürfe müssen nur noch dem jeweiligen Grundstück angepasst werden.

Allgemeine Hinweise

  • Wenn Sie mit Bausatz bauen, werden Ihnen die Materialen in Abständen auf die Baustelle geliefert, sodass Sie ihr Haus Schritt für Schritt errichten.
  • Bei guten Bausatzhauslieferanten steht Ihnen ein regionaler Bauleiter zur Verfügung, der Sie durch alle Bauphasen hindurch begleitet und Sie mit den wichtigsten Fertigkeiten vertraut macht.
  • In der Regel sind Bausatzhäuser Massivhäuser, deren Steinverbund aber nicht zwingend vermörtelt wird.
  • Es gibt auch verschiedene Stecksysteme, bei denen einzelne Steine und Steinlagen ineinander verzahnt werden.
  • Die Bauzeit eines Selbstbauhauses ist erheblich länger zu veranschlagen als die Bauzeit eines schlüsselfertigen Hauses vom Unternehmer. Erfahrungsgemäß müssen Selbstbauer ein bis zwei Jahre für den Bau einplanen.
Tipp

Sie können durch Bausatz- oder Selbstbauhäuser viel Geld sparen. Aber der Eigenbau ist nicht immer so einfach, wie in den Prospekten beschrieben. Für Bausatz- bzw. Selbstbauhäuser sollten Sie sich nur entscheiden, wenn Sie handwerklich begabt sind und genügend freie Zeit haben, um eine Baustelle über einen längeren Zeitraum voranzubringen.

Besondere Informationen

Eigenleistungen

Die vom Bauherrn durchgeführten Eigenleistungen eignen sich in erster Linie für einfachere Tätigkeiten wie

  • Tapezieren, Fliesenlegen, Fußboden verlegen oder Außenanlagen.
  • Handwerklich versierte Bauherren können Innentüren einsetzen oder Dämm- und Trockenbauarbeiten selbst ausführen.

Überschätzen Sie jedoch nicht die erforderlichen handwerklichen Fähigkeiten und die Ihnen zur Verfügung stehende Zeit. Eigenleistungen dürfen den Baufortschritt der optional beauftragten Bauunternehmen nicht beeinträchtigen. Gewerke wie Maurer-, Estrich- und Putzarbeiten, Heizungs-, Elektro- und Sanitärinstallation, Zimmerer- und Dachdecker-/Dachklempnerarbeiten sollten immer Fachfirmen vorbehalten bleiben.

Koordination und Gewährleistung

Bei Eigenleistungen sollten Sie sich unbedingt mit den Rechtsgrundlagen der Gewährleistung vertraut machen.

  • Wird nicht nach dem Grundsatz "alles aus einer Hand" gearbeitet, kann die Eigenleistung später zum Ärgernis werden, wenn Baufirmen dem Bauherrn Mitschuld an Baumängeln durch eigenes Tätigwerden zur Last legen.
  • Vereinbaren Sie im Vertrag eindeutig die Art der Eigenleistungen sowie den zeitlichen Ablauf, wenn Eigenleistungen vor der Abnahme in das Baugeschehen eingreifen.

Risiken und Abläufe

  • Denken Sie daran, dass Sie schon allein ohne den eigenen handwerklichen Einsatz sehr viel Zeit für die Koordination Ihres Bauvorhabens brauchen. Sie benötigen etwa die dreifache Zeit als beim Bau mit einem Bauunternehmer.
  • Stellen Sie Vergleichsrechnungen an. Der Eigenbau kann durchaus teurer werden, als der Hausbau mit Baufachleuten und Handwerkern.
  • Planen Sie einen erheblichen Zeit- und Kostenaufwand für die Beschaffung des notwendigen Materials und Werkzeugs ein. Sie kaufen die Materialien oft teurer ein als Handwerker, denn Sie erhalten keine Rabatte beim Großhändler.
  • Bedenken Sie eventuelle Ausfälle durch Krankheit oder Unfall. Berücksichtigen Sie die Belastung für Familie, Freunde und den Beruf. Auch Ihre Motivation am Bauen kann im Laufe der Zeit nachlassen.
  • Denken Sie daran, dass beim Bauen Ihnen niemand eine Gewährleistung für Baufehler gibt.
  • Die Eigenleistungen dürfen den Baufortschritt der beauftragten Handwerker nicht beeinträchtigen.

Stand: 
Donnerstag, 7. April 2016

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Gutachter und Sachverständige dienen zur Abnahme bestimmter Bauschritte und zur Qualitätsprüfung.  

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