Grundlagen der Wärmedämmung

Etwa zwei Drittel der Wärme entweichen bei einem nicht gedämmten Einfamilienhaus ungenutzt über den Keller, durch die Außenwände und durch das Dach. Die beste Methode, Heizkosten zu sparen, ist deshalb, das Haus dick einzupacken. Außerdem verbessern hohe Oberflächentemperaturen an Wänden, Decken und Böden die Behaglichkeit spürbar, so dass die Raumtemperatur gesenkt werden kann. Und auch die Umwelt freut sich, denn weniger heizen bedeutet auch weniger Abgase und weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2).

Wärmedämmung - Aber richtig!

Eine Wärmedämmung kann noch so gut berechnet sein, sie wird in der Praxis schlechte Dämmwerte erzielen, wenn eine mangelhafte Bauausführung zu Wärmebrücken führt. Wichtig ist eine lückenlose und luftdichte Ausführung der Dämmarbeiten. Denn an Wärmebrücken oder luftdurchlässigen Bauteilanschlüssen, wie zwischen Wand und Dach oder am Anschluss der Fenster an die Wand, kommt es zum Wärmetransport (Verlust) nach außen und es kann im Bauteil  Feuchtigkeit entstehen, die zu Schimmelbildung führen kann. Deshalb sollten diese Dämmarbeiten besser einem Fachmann überlassen werden.

Gerade wer Schimmelprobleme hat, sollte sein Haus gut dämmen. Denn Schimmel entsteht vor allem dann, wenn feuchtwarme Luft auf kalte Bauteile trifft. Die Außenwände eines gedämmten Hauses sind aber deutlich wärmer als die eines ungedämmten – das Schimmelrisiko ist also geringer.

Die Vermeidung von Wärme- und damit Energieverlusten ist ein komplexer bauphysikalischer Vorgang, der durch eine Wärmedämmung entscheidend beeinflusst werden kann. Die Ursache von Wärmeverlusten ist einfach: Der Wärmetransport erfolgt über Luftströme von warm nach kalt. Im Winter also von innen nach außen.
Um Bauschäden zu vermeiden, reicht es nicht aus einfach den Transport der Luft zu stoppen, die Kondensation im Bauteil muss verhindert werden, denn die Dämmfähigkeit von feuchten Bauteilen verringert sich erheblich und führt damit über kurz oder lang zu Bauschäden.

Neben den Anforderungen an die Wärmedämmung im Dach-, Keller- und Außenwandbereich, sollten Sie auch ein wenig Bescheid wissen über bauphysikalische Vorgänge, wie z.B:

 

Die Berechnung und Ausführung der Wärmedämmung sollte immer durch erfahrene Fachleute erfolgen. Rat erhalten Sie z.B. von den Energieberatern der Verbraucherzentralen. Bei der Durchführung ist möglichst ein Sachverständiger bzw. Fachmann baubegleitend hinzuzuziehen, um die korrekte Ausführung zu überprüfen. Nach Abschluss der Arbeiten sollte eine Luftdichtheitsmessung durchgeführt werden, um damit die Dichtigkeit Ihres Bauwerks sicherzustellen.


Tipp

Für die Dämmung von Wohngebäuden erhalten Sie Fördermittel von Bund, Länder und Kommunen. Informationen zu den aktuellen Förderprogrammen erhalten Sie bei einem Energieberater der Verbraucherzentrale und bei unserer Fördermittelsuche.

Besondere Informationen

Dämmstrategie

Mit welchen Dämmmaßnahmen Heizenergie am effektivsten eingespart werden kann, ist bei jedem Haus anders. Bevor Sie mit jedweder Dämmarbeit beginnen, sollten Sie deshalb genau analysieren lassen, wo die meiste Wärme verloren geht und welche Maßnahmen besonders wirtschaftlich sind.

Dabei kann Ihnen ein Energieberater der Verbraucherzentrale helfen. Er spürt die Schwachstellen bei Ihrem Haus auf und erklärt Ihnen, welche Veränderungen sinnvoll sind und was diese voraussichtlich kosten werden. So können Sie die Dämmung optimal planen und an Ihr Budget anpassen. Schon mit einzelnen Maßnahmen können Sie Ihre Energiekosten deutlich senken.

Besonders wirtschaftlich sind Dämmarbeiten, die im Zuge einer ohnehin anstehenden Sanierungsmaßnahme ausgeführt werden. Planen Sie Ihr Haus außen neu zu streichen, den Putz zu erneuern, das Dach neu einzudecken oder auszubauen, sollten Sie den Zeitpunkt nutzen, diese Bereiche des Hauses mit einer Dämmung zu versehen.

Um die Kellerdecke, die oberste Geschossdecke, einen Spitzboden oder auch kleine Wärmebrücken wie Rollladenkästen oder Heizkörpernischen zu dämmen, braucht man nicht unbedingt eine Fachfirma. Handwerklich begabte Laien können diese Arbeiten oftmals selbst ausführen. Sie sollten sich vorher aber unbedingt fachlich beraten lassen.

Bei einer Komplettsanierung lohnt es sich eventuell, den Standard eines KfW-Effizienzhauses anzustreben – die Mehrkosten sind meist nicht sehr hoch, und es sind zusätzliche Förderprogramme verfügbar.

Wirtschaftlichkeit

Dämmmaßnahmen kosten Geld, im Falle einer Komplettsanierung sogar sehr viel Geld. Und nicht immer amortisieren sich die Ausgaben durch die Einsparung von Heizkosten binnen weniger Jahre. Die Amortisationszeit lässt sich seriös auch nicht genau vorausberechnen, da die künftige Entwicklung der Energiepreise nur geschätzt werden kann.

Aber Dämmung lohnt sich dennoch sehr häufig – weil sie hilft, Energie zu sparen, den Wohnkomfort erhöht und den Wert der Immobilie erhält oder sogar steigert. Und auch das bisherige Nutzerverhalten spielt eine Rolle für künftige Einsparungsmöglichkeiten. Entscheidend für die Einschätzung der Wirtschaftlichkeit ist also die individuelle Situation. Ein Energieberater der Verbraucherzentrale kann einschätzen, welche Dämmmaßnahmen für Ihr Haus sinnvoll und wirtschaftlich sind.

Umweltschutz

Grundsätzlich gilt: Dämmung ist ökologisch sinnvoll. In spätestens zwei Jahren spart ein Dämmstoff mehr Energie ein, als für seine Herstellung eingesetzt wurde. Eine noch bessere Energiebilanz haben Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen: Sie sind oft schon nach wenigen Wochen im Plus.

Kritisch zu betrachten sind hingegen bestimmte Inhaltsstoffe. So sind alle Dämmstoffe außer den mineralischen mit Flammschutzmitteln ausgestattet, sonst wären sie als Dämmstoff für den Hausbau gar nicht zugelassen. Besonders in der Kritik steht zum Beispiel das Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan, kurz HBCD, das seit mehreren Jahrzehnten für Polystyrolplatten verwendet wird. HBCD ist als toxisch eingestuft worden und mittlerweile verboten. Hier bleibt abzuwarten, welche Alternativen die Hersteller anbieten.

Auch Substanzen, die dem Putz auf Wärmedämmverbundsystemen zum Schutz vor Veralgung beigegeben werden, stehen immer wieder in der Kritik. Für beides stehen jedoch Alternativen zur Verfügung, beispielsweise die Wahl eines anderen Dämmstoffs oder eines stärkeren Deckputzes. Außerdem ist häufig zu hören, abgerissene, zu entsorgende Wärmedämmverbundsysteme seien Sondermüll. Das trifft jedoch nicht zu. Auch Polystyrol ist nicht als gefährlicher Abfall im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes eingestuft. Diese Bewertung kann sich irgendwann ändern, aber derzeit werden diese Abfälle in der Müllverbrennung behandelt wie normaler Hausmüll.
Tipp

Erfahren Sie im Ratgeber Wärmedämmung – vom Keller bis zum Dach der Verbraucherzentralen mehr zum Thema!

Stand: 
Dienstag, 9. August 2016

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Gutachter und Sachverständige dienen zur Abnahme bestimmter Bauschritte und zur Qualitätsprüfung.  

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