Baumaterialien

Baumaterialien Übersicht

Welche Baumaterialien Sie verwenden hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Qualität der Bauausführung und auf Ihr gesundheitliches Wohlbefinden. Planen Sie den Einsatz der Baumaterialien immer ganzheitlich, sonst können Schäden an der Gebäudesubstanz entstehen und es sind negative Auswirkungen auf das Raumklima möglich.

Bei der Auswahl von Baumaterialien sollten Sie darauf achten,

  • ob die Baustoffe umweltverträglich hergestellt und verarbeitet sind
  • ob gesundheitliche Auswirkungen, auch Spätfolgen ausgeschlossen werden können und
  • wie die Stoffe zu entsorgen sind.

Historische Gebäude sind häufig aus ökologischen Baumaterialien wie Lehm, Stroh und Holz gebaut. Seit der Nachkriegszeit wird mit etlichen chemischen Stoffen gearbeitet. Beispielhaft genannt seien hier Holzschutzmittel, Asbest zur Stabilisierung von Fußbodenbelägen oder als Wärmeschutz hinter Heizkörpern, Formaldehyd in Spanplatten, Mineralwolle als Dämmung oder Parkettkleber mit den Giften PAK und PCB.

Heute werden vermehrt chemische und künstliche Produkte verwendet, die gesundheitliche Gefährdung durch einen Schadstoff-Mix ist besonders groß. Es wird sogar hin und wieder vom sogenannten Sick Building Syndrom gesprochen, also von dem krank machenden Haus.

Besondere Informationen

Beton und Betonsteine

Beton und Betonsteine sind eine Mischung aus Zement und Zuschlagstoffen wie Sand, Kies und Leichtzuschlägen wie z.B. Ziegelsplitt und Kunststoff. Umweltbelastend wirken Betonprodukte durch den hohen Energieeinsatz bei ihrer Herstellung oder durch Prozesszusatzstoffe wie Aluminiumpulver als Treibmittel für Gassilikatbeton. Als Trennmittel werden dem Beton Mineralöle beigesetzt, die, wie auch die enthaltenen Salze des Zements, in der Anwendung gesundheitsgefährdend sein können. Die Stahlbewehrungen zur Verbesserung der Tragfähigkeit der Betonelemente sehen Baubiologen hinsichtlich der Einwirkung auf magnetische Felder kritisch. Beton sollte so wenig Zusatzstoffe wie möglich enthalten und der Zement aus regionaler Produktion kommen.

Ziegel und Kalksandsteine

Ziegel werden aus tonhaltigem Lehm und Kalksandsteine aus Sand (vorwiegend Quarzsand) und Kalkhydrat hergestellt. Die Rohstoffe sind leicht erhältlich, die Herstellung und Verarbeitung unbedenklich. Der Ziegel hat sehr gute Wärmedämmeigenschaften und trägt zu einem guten Raumklima bei. Kalksandstein hat gute Eigenschaften bezüglich des Schallschutzes, braucht allerdings lange Austrocknungszeiten. Im zweischaligen Mauerwerk finden die Produkte zusammen Anwendung.

Putz und Mörtel

In der Vergangenheit wurden Putze und Mörtel aus Sand, Kalk, Zement oder Gips gemischt. Die einstigen Anforderungen an diese Materialien, nämlich zu verbinden oder eine geschlossene Schutzoberfläche zu geben sowie feuchtigkeitsabweisend zu wirken, sind anderen Qualitätsmaßstäben gewichen. Heute sollen die Stoffe schnell und leicht verarbeitet werden können, durch gute Haftung Rissbildungen vorbeugen sowie schnell härten. Daher werden meist Fertigprodukte mit Zusatzstoffen wie Kunstharzen oder Kunststoffen verwendet. Ihre Produktion ist unter Gesichtspunkten des umweltgerechten Bauens allerdings kritisch zu sehen. Besser ist es, Putze und Mörtel auch heute noch auf der Baustelle zu mischen und auf Fertigprodukte zu verzichten.

Naturdämmstoffe

Legen Sie auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte besonderen Wert, sollten Sie sich an Baustoffen orientieren, deren Hauptbestandteile aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und deren Produktionsverfahren umweltfreundlich sind. Produkte aus Holzwerkstoffen sind beispielsweise solchen aus Erdöl vorzuziehen, wie zum Beispiel der Dämmstoff Polystyrol. Hierbei wird eine große Menge an Primärenergie zur Herstellung verbraucht und Aluminium beigemengt. In Mineralfaserdämmstoffen sind ein nicht unerheblicher Teil von Kunstharz zur Bindung der Fasern verarbeitet. Hier sollten Alternativen erwogen werden.

Die Recyclingfähigkeit der Stoffe ist ein weiterer Aspekt für umweltgerechtes und gesundes Bauen. Eingesetzte Baumaterialien sollten dem natürlichen Lebenszyklus entsprechen und am Ende ihrer Lebensdauer nicht belastend auf die Umwelt wirken. Eine aufwendige Entsorgung bedeutet zumeist hohe Kosten. Verbundbaustoffe wie Wärmedämmverbundsysteme lassen sich nicht ohne weiteres trennen und müssen gegebenenfalls als Sondermüll entsorgt werden.

Natürliche und nachwachsende Dämmstoffe haben viele Vorteile. Sie wurden in der Vergangenheit laufend verbessert und können heute im Hinblick auf die Verarbeitung und auf die Dämmwirkung mit konventionellen Materialien gut mithalten. Naturprodukte haben eine hohe Speicherkapazität für Feuchte und Wärme und wirken regulierend auf das Raumklima. Die nachfolgenden Stoffe sind hier insbesondere zu nennen:

  • Zellulose
  • Holzweichfasern
  • Flachs/Hanf
  • Kokos
  • Stroh- und Schilfplatten
  • Schafwolle
  • Baumwolle
  • Kork
  • Blähperlit-Schüttung (wird aus vulkanischem Gestein hergestellt)

Weitere Informationen zu Dämmstoffen finden Sie hier.

Dichtbahnen

Zur Abdichtung gegen Feuchtigkeit zum Beispiel bei Flachdächern oder an Kelleraußenwänden werden Bautenschutzfolien verwendet. Hierbei sollte auf PVC-Materialien verzichtet werden. Alternativen bilden hier heute das Schaumglas (teuer), PE-Folien und auch der Einsatz von Bitumendichtungsbahnen, bei deren Verarbeitung aber ein entsprechender Hautschutz vorgehalten werden muss.

Dampfsperren oder -bremsen sind auf der Warmseite der Bauteile eingebaute Dichtbahnen, die den Übergang von Feuchtigkeit auf den Baustoff verhindern. Wenn der Dämmstoff schlechte Entfeuchtungseigenschaften besitzt, mit hohem Feuchtigkeitsanfall aus dem Raum zu rechnen ist oder die Taupunktberechnung Probleme aufzeigt, ist an der Innenseite der Dämmung eine Dampfbremse aufzubringen. In beheizten Räumen wird das i.d.R. immer erforderlich sein. Auch hier ist PVC zu vermeiden. Wenn notwendig, sollten Folien aus PE oder mit Kautschuk beschichtetes Papier verwendet werden. Ist die Wand bauphysikalisch so aufgebaut, dass Feuchtigkeit kein Problem darstellt, so ist aus Sicht des umweltgerechten und gesunden Bauens eine Winddichtigkeit auf der Außenseite der Dämmung mit Windschutzpapier herzustellen.

Holz

Lange Zeit war Holz der dominierende Baustoff zur Erstellung von Gebäuden. Die Industrialisierung verdrängte Holz durch Stahl und Stahlbeton. Im Zuge des nachhaltigen Bauens gewinnt Holz aber wieder an Bedeutung. Als nachwachsender Rohstoff ist es ein natürliches Produkt für umweltgerechtes und gesundes Bauen. Grundsätzlich zu empfehlen sind einheimische Hölzer.

Für den Transport wird Holz mit Konservierungsmitteln behandelt und speichert graue Energien. Der Einsatz von Holzschutzmitteln kann weitestgehend vermieden werden, wenn auf zum richtigen Zeitpunkt geschlagenes Holz (Winterholz) zurückgegriffen wird, welches entsprechend getrocknet ist und der konstruktive Holzschutz berücksichtigt wird. Das bedeutet dass Holzbauteile ausreichend vor Durchfeuchtung geschützt sind, zum Beispiel durch entsprechende Dachüberstände. Wichtig ist, dass das Holz zum Zeitpunkt des Einbaus für den Außenbereich nicht mehr als 18 % Feuchte aufweist. Dann ist eine Behandlung mit wasserverdünnbaren Naturlasuren ausreichend. Sie können Holz auch in Form von Holzfaserplatten im Unterdach und als Wandaufbauplatte nutzen.

Stand: 
Montag, 24. Oktober 2016

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