Energieausweis

Der Energieausweis gibt Auskunft über den Energieverbrauch und die energetische Qualität eines Gebäudes. Wohn- und Nichtwohngebäude in Deutschland unterliegen der Ausweispflicht, mit Ausnahme denkmalgeschützter Gebäude. Es gibt Energieverbrauchsausweise und bedarfsorientierte Energieausweise.

Der Energieausweis sorgt für mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt und ermöglicht Käufern oder Mietern den schnellen Vergleich des bewerteten Gebäudes mit anderen Gebäuden im Bestand. Seit dem 1. Mai 2015 müssen Vermieter und Verkäufer in der Immobilienannonce die Kennwerte zum Energieverbrauch offenlegen und spätestens bei der Besichtigung dem Kauf- oder Mietinteressenten den Energieausweis vorlegen. Wer dies versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld.

Auf dem Energieausweis kann anhand einer Farbskala abgelesen werden, wie energieeffizient ein Gebäude ist, ähnlich wie bei Haushaltsgeräten. Liegt der Kennwert im roten Bereich verbraucht das Gebäude viel Energie, liegt er im grünen Bereich ist der Energieverbrauch gering. Der Energieausweis enthält auch konkrete Modernisierungsvorschläge. Im Regelfall sind Energieausweise zehn Jahre lang gültig.

Tipp

Für Gebäudeeigentümer, die eine Modernisierung planen, bietet der bedarfsorientierte Energieausweis darüber hinaus eine kostengünstige Erstberatung (Vor-Ort-Beratung), die von der BAFA gefördert wird.

Besondere Informationen

Bedarfsorientierter Energieausweis

Der bedarfsorientierte Energieausweis ist Teil der BAFA geförderten Vor-Ort-Beratung. In dieser werden die energetisch und wirtschaftlich sinnvollen Bau- und Modernisierungsmaßnahmen von einem Energieeffizienz-Experten mit einer ausführlichen Gebäudeanalyse ermittelt. Dazu gehört die Berechnung des tatsächlichen Energiebedarfs eines Gebäudes, anhand einer detaillierten Analyse und Dokumentation des baulichen Zustands des Gebäudes, unter Berücksichtigung der Gebäudehülle und Haustechnik (Wände, Dach, Kellerdecke, Türen und Fenster, Haustechnische Anlagen). Die Beratung schließt mit einem ausführlichen Energieberatungsbericht ab und der Ausstellung eines Energiebedarfsausweises. Der Energiebedarfsausweis ist teurer als der Energieverbrauchsausweis, allerdings auch sehr viel aussagekräftiger.

Vorgeschrieben ist der Bedarfsausweis für Neubauten, Umbauten sowie für ältere Wohngebäude, welche die Wärmeschutzverordnung vom 1. November 1977 nicht einhalten.

Energieverbrauchsausweis

Die einfachere und kostengünstigere Variante des Energieausweises gibt den tatsächlichen Energieverbrauch des Gebäudes in der Vergangenheit wieder, der über drei Abrechnungsperioden anhand der Brennstoff- oder Energieabrechnungen ermittelt wird. Das Resultat wird jedoch erheblich vom individuellen Heizverhalten beeinflusst.

Zulässig sind Verbrauchsausweise nur für Bestandsgebäude, die bereits die Wärmeschutzverordnung vom 1. November 1977 einhalten.

Ausstellung eines Energieausweises

Energieausweise dürfen nur von Fachleuten mit einschlägiger Ausbildung und Berufserfahrung ausgestellt werden. Dies können zum Beispiel unabhängige Energieberater, Architekten oder Bauingenieure sein, aber auch Handwerker wie Heizungsbauer oder Schornsteinfeger mit entsprechender Zusatzqualifikation.

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Energieausweispflicht

  • Wohn- und Nichtwohngebäude in Deutschland unterliegen der Ausweispflicht, mit Ausnahme denkmalgeschützter Gebäude, seit 1. Januar 2009.
  • Hauseigentümer müssen bei Vermietung und Verkauf ihrer Immobilie den Energieausweis potenziellen Mietern und Käufern zugänglich machen und die Kennwerte in Immobilienanzeigen veröffentlichen.
  • Der Energiebedarfsausweis ist vorgeschrieben für alle Neubauten und für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten, für die der Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt wurde.
  • Ausnahmen: ein Energieverbrauchsausweis ist dann zulässig, wenn das Bestandsgebäude mindestens das Wärmeschutzniveau der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 erreicht.
  • Für alle anderen Bestandsgebäude besteht Wahlfreiheit zwischen dem Energiebedarfsausweis und dem  kostengünstigeren Energieverbrauchsausweis.
  • Alle neu ausgestellten Energieausweise müssen seit dem 01. Mai 2014 (seit Inkrafttreten der EnEV 2014) die Energieeffizienzklasse ausweisen, auf einer Skala von "A+" bis "H". Die Bandbreite für die ausgewiesenen Energiekennwerte wurde verkürzt und reicht nur noch bis 250 kWh/(m²a), anstatt wie früher bis 400 kWh/(m²a).
  • Alle neu ausgestellten Energieausweise müssen seit dem 01. Mai 2014 registriert werden, bei dem Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) und mit einer Registriernummer versehen sein. Die Registrierung erfolgt durch den Aussteller des Energieausweises. Die Energieausweise sind nur mit der Registriernummer gültig.
Tipp

Weitere Informationen zu den aktuellen Bestimmungen des Energieausweises finden Sie in unserem Service-Bereich und im Ratgeber Energiesparendes Bauen und Modernisieren.

Stand: 
Freitag, 8. April 2016

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