Energie- und Nebenkosten sparen

Energie sparen, Energiekosten senken, den Wohnkomfort steigern und gleichzeitig die Umwelt entlasten - das ist kein Widerspruch. Im Gegenteil: Gut gedämmte Gebäude, moderne Wärmeerzeuger und die Nutzung regenerativer Energien schaffen ein behagliches Wohnklima bei geringen Betriebskosten.

Neben der Gebäudehülle entscheiden Heizungsanlage, Warmwasserbereitung und Wohnungslüftung wesentlich über den Energieverbrauch des Gebäudes. Mehr als zwei Drittel des Energieverbrauchs in privaten Haushalten entfällt auf das Heizen und die Warmwasserbereitung.

Tipp

Informieren Sie sich bei der Energieberatung der Verbaucherzentralen wie Sie nachhaltig Energiekosten sparen können.

Besondere Informationen

Tipps zur Reduzierung der Heizkosten

Unsere zehn einfachen Spartipps helfen in der kalten Jahreszeit beim Öl- und Gasverbrauch zu sparen. Schon mit geringen Veränderungen im Alltag können Sie Ihre Heizkosten merklich senken:

Kleiner Dreh am Thermostat
Ist die Raumtemperatur höher als erforderlich, bedeutet das unnötig verbrauchte Energie. Jedes Grad weniger senkt den Verbrauch um etwa 6 %. Temperaturen zwischen 18 Grad Celsius im Schlafzimmer und 21 Grad Celsius in den anderen Wohnräumen reichen meistens aus.

Nicht ganz aufdrehen
Zum Aufheizen sollte ein Thermostatventil nicht auf die höchste Stufe, sondern immer auf die gewünschte Temperatur eingestellt werden. Der Thermostat öffnet automatisch die Leitung so lange, bis die Wunschtemperatur im Raum erreicht ist.

Gluckern nicht erlaubt
Wenn die Heizkörper nicht richtig oder unterschiedlich warm werden und Gluckergeräusche zu hören sind, ist eventuell Luft im System. Mit einem Entlüfterschlüssel können Sie ganz einfach selbst die Luft am Heizkörper rauslassen.

Heizkörper freihalten
Ein Hitzestau durch Gardinen vor den Heizkörpern oder nah herangerückten Möbeln sollte vermieden werden, damit die Luft besser zirkulieren kann. Bei einer gewünschten Verkleidung des Heizkörpers auf großzügige Lüftungsschlitze achten.

Bei Abwesenheit auf Sparflamme
In wenig genutzten Räumen sollte bei Abwesenheit die Heiztemperatur gedrosselt werden. Dabei sollten die Räume nicht auskühlen, sondern auf kleinerer Stufe bei niedrigerer Raumtemperatur weiterbeheizt werden. Wichtig ist, dass insbesondere Räume mit niedriger Innentemperatur ausreichend belüftet werden.

Nachts absenken
Nachts und wenn alle Familienmitglieder außer Haus sind, kann die Heizungstemperatur niedriger eingestellt werden (Nachtabsenkung aktiv). Gar nicht zu heizen, ist dagegen nicht ratsam: Die Innenwände kühlen zu stark ab, und das Risiko von Schimmelbildung nimmt zu.

Fenster und Türen abdichten
Undichte Fenster oder Außentüren sorgen für unangenehme Zugluft und Wärmeverluste in der Wohnung. Bei Fenstern reicht meistens schon eine Erneuerung der Dichtprofile oder ein nachträgliches Justieren der Fensterflügel. Bei Haus- oder Wohnungstüren mit offenem Türschlitz kann oftmals nachträglich ein Dichtprofil (so genannter Kältefeind) eingebaut werden.

Rollladenkästen dämmen
Auch Rollladenkästen sind häufig undicht und dazu schlecht wärmegedämmt. Eine nachträgliche Verbesserung ist in vielen Fällen mit geringem handwerklichem Aufwand erreichbar.

Lüften gehört zum sparsamen Heizen
Regelmäßiges Lüften ist unerlässlicher Bestandteil der Energiesparmaßnahmen. Lassen Sie jedoch Fenster und Türen nicht lange auf Kipp, sonst entweicht in der Heizperiode allzu viel der teuren Wärme und Wände sowie Decken kühlen merklich aus. Besser ist es, mehrmals am Tag für einige Minuten gut durchzulüften (je nach Windverhältnissen und Außentemperatur 5 bis 20 Minuten).

Beim Lüften an die Thermostate denken
Wenn vor dem Öffnen der Fenster die Thermostatventile geschlossen und erst nach dem Lüften wieder geöffnet werden, wird unnötiges Aufheizen und damit Wärmeverluste vermieden.

Strom sparen im Haushalt

Gut ein Drittel der gesamten Energiekosten eines Haushaltes macht der Stromverbrauch aus. Die richtige Wahl beim Gerätekauf, die Vermeidung von Leerlaufverlusten und der bewusste Umgang mit Elektrogeräten können die Stromrechnung erheblich senken. 

Energielabel
Eine Orientierung beim Neukauf von Elektrogeräten bietet das EU-Energielabel. Es zeigt die wichtigsten Verbrauchsdaten und die Energieeffizienzklasse des Geräts an. Dafür wird das Gerät einer Effizienzklasse auf einer farbigen Skala von rot bis grün zugeordnet. Am  besten vergleicht man zusätzlich den absoluten Energieverbrauch, also die Angabe „Kilowattstunden pro Jahr“ für die infrage kommenden Geräte.

Öfter mal den Stecker ziehen
Einige Elektrogeräte verbrauchen auch dann Strom, wenn sie nicht genutzt werden: im Leerlauf oder Stand-by-Modus. Hier hilft es, den Gerätestecker zu ziehen oder schaltbare Steckerleisten zu verwenden und nicht benutzte Geräte ganz vom Stromnetz zu trennen.

Watt und Lumen
Bei herkömmlichen Glühlampen wurde die Helligkeit mittels der Watt-Zahl erschlossen. Diese Angabe ist für Energiesparlampen (Kompaktleuchtstofflampen) jedoch nur bedingt aussagekräftig, da sie für die gleiche Leuchtkraft viel weniger Strom benötigen. Auskunft über die Helligkeit gibt daher jetzt die Maßeinheit „Lumen“. Noch weniger Strom verbrauchen LEDs. Gleichzeitig haben sowohl Energiesparlampen als auch LEDs eine deutlich längere Lebensdauer als herkömmliche Glühlampen. Die Anschaffung lohnt sich also doppelt.

Elektrische Haushaltsgeräte
  • Herd: Im Vergleich zu einem Gussplattenherd ist ein Elektroherd mit Glaskeramik-Kochfeld etwa 10 % sparsamer, weil weniger Energie beim Vor- und Nachwärmen verloren geht.
  • Noch sparsamer ist ein Induktionsherd, da über die Topfböden die Wärme besser als bei herkömmlichen Herdplatten weitergeleitet wird.
  • Kühlgeräte: Entscheidend für den Stromverbrauch von Kühlgeräten ist die Umgebungstemperatur, also der Standort: Sie sollten nicht neben der Heizung oder dem Backofen stehen.
  • Spülmaschine: Beim Spülen mit der Hand wird meistens mehr Wasser und Energie verbraucht, als die gleiche Geschirrmenge in der Spülmaschine benötigt.
  • Einige Geräte lassen sich direkt an die Warmwasserleitung anschließen. Das Wasser muss dann nicht mehr teuer mit Strom erwärmt werden.
  • Waschmaschine: Wichtigste Stellschraube ist die Waschtemperatur: Bei normal verschmutzter Wäsche reichen 30 °C oder sogar 20°C  Waschtemperatur für ein sauberes Ergebnis aus.
  • Außerdem wäscht eine gut gefüllte Maschine immer am günstigsten, auch wenn moderne Waschmaschinen den Wasser- und Stromverbrauch der Wäschemenge anpassen: Zwei Sparprogramme verbrauchen typischerweise 50 % mehr Strom als eine vollgefüllte Normalwäsche.
  • Trockner: Um die Trocknerzeit zu verkürzen, sollten Sie die Wäsche vorher gut schleudern, möglichst mit mindestens 1.400 Touren. Denn je kürzer Sie den Trockner benutzen, desto weniger Strom verbraucht er.
  • Steht die Neuanschaffung eines Trockners ins Haus, lohnt es sich, über ein gasbetriebenes Gerät oder einen Trockner mit Wärmepumpentechnik nachzudenken, die sehr viel weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Abluft- oder Kondensationstrockner.

Wasserverbrauch senken und Energie sparen

Die Wassererwärmung mit Strom ist besonders energieintensiv und damit teuer. Langfristig lohnt es, herkömmliche, hydraulisch gesteuerte Durchlauferhitzer gegen elektronisch geregelte auszutauschen. Auch mit ein paar kleinen Veränderungen lassen sich jedoch Stromverbrauch und -kosten senken: 
  • Duschen statt Baden
  • Wasserspar-Duschkopf verwenden
  • Durchflussbegrenzer an Wasserhähne montieren

Wasserverbrauch senken

  • Wasser lässt sich auch bei der WC-Spülung sparen. Neuartig entwickelte WC-Spüler kommen mit immer geringeren Wassermengen aus.
  • Spülkästen sind heute mit Stufenschaltungen zur Regulierung der Wassermengen Standard.
  • Achten Sie bei Sanierungsmaßnahmen auf den Stand der Technik. So gehört zu Trinkwasserhauseinlässen heute eine Filteranlage dazu.
  • Der Einbau einer Anlage zur Regenwassernutzung kann den Wasserverbrauch Ihres Hauses um 30 bis 50 % senken.
  • Das Regenwasser wird gefiltert und in der Regel in einem unterirdischen Tank gesammelt.
  • Der Einbau einer solchen Regenwasseranlage im Gebäudebestand ist nur im Zuge einer Kernsanierung zu empfehlen.
  • Um Ihren Garten zu gießen, können Sie Regenwasser in am Regenfallrohr angeschlossene Sammeltonnen auffangen.
  • Sie benötigen dazu nur einen entsprechenden Rohranschluss, der im Baumarkt erhältlich ist. So sparen Sie zusätzlich Wasserkosten.
Tipp

Wichtige Hinweise zum Energiesparen finden Sie in den Ratgebern der Verbraucherzentrale Gebäude modernisieren - Energie sparen und Heizung und Warmwasser.

Stand: 
Freitag, 8. April 2016

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