Erneuerbare Energien

Knapper werdende Ressourcen und steigende Energiepreise führen zu immer neuen Entwicklungen auf einem Markt, der sich ständig fortentwickelt.

Erneuerbare Energien lösen mehrere Probleme: Als sicher verfügbare einheimische Energie reduzieren sie klimaschädliche CO2-Emissionen und machen gleichzeitig unabhängiger von der Preisentwicklung auf internationalen Energiemärkten. Von diesen Vorteilen können auch private Haushalte profitieren: durch die Nutzung von Sonnenwärme, Solarstrom, Umweltwärme oder Holz als Brennstoff.

Der Einsatz von Erneuerbaren Energien in der Gebäude- und Haustechnik wird im Zuge der neuen EnEV 2016 Standard werden, dies sowohl bei Neubauprojekten als auch bei Modernisierungsmaßnahmen. Die Möglichkeiten regenerative Energien zu nutzen sind vielfältig. Sie hängen von der Art und dem Umfang Ihres Bauvorhabens ab und von Ihrem Budget.

Tipp

Lassen Sie sich vor dem Beginn einer Neubau- oder Modernisierungsmaßnahme zur Nutzung erneuerbarer Energien von Fachleuten beraten, zum Beispiel den unabhängigen Energieberatern der Verbraucherzentrale.

Besondere Informationen

Sonnenenergie - Trinkwassererwärmung

  • Thermische Solaranlagen nutzen die Sonnenwärme zum Erwärmen von Wasser. 
  • Sie sind als Ergänzung der herkömmlichen Heizungsanlage seit Jahrzehnten bewährt.
  • Die Anlage besteht aus Solarkollektoren auf dem Dach, einem sehr gut gedämmten Warmwasserspeicher, den Verbindungsrohren und einer so genannten Solarstation.
  • Einfache Solarthermieanlagen versorgen das Badezimmer und die Küche, idealerweise auch die Spül- und die Waschmaschine mit Warmwasser.
  • Die Anlage kann im Jahresmittel bis zu zwei Drittel des Warmwasserbedarfs decken. Das heißt, der Heizungskessel kann in den Sommermonaten meist ganz ausgeschaltet bleiben, das spart zusätzlich Energie.
  • Eine typische Anlage für einen Vier-Personen-Haushalt benötigt rund sechs Quadratmeter Kollektorfläche und einen Solarthermie-Speicher von 300 bis 400 Litern.
  • Weitere Informationen finden Sie in der Rubrik Heizung.

Sonnenenergie - Kombianlagen

  • Mehr als ein Drittel der Solaranlagen in Deutschland werden mittlerweile als sogenannte Kombianlagen betrieben. 
  • Diese Systeme tragen nicht nur ganzjährig zur Warmwassererzeugung bei, sondern unterstützen während der Übergangszeit und teilweise im Winter auch die Heizung.
  • Dabei können sie etwa 25 % der Wärme für Heizung und Warmwasser liefern.
  • Kombianlagen arbeiten genauso wie Anlagen zur reinen Wassererwärmung. Kollektorfläche und Speicher sind lediglich größer ausgelegt und der Speicher wird zusätzlich an das Heizungssystem angeschlossen.
  • Mit Kurzzeitspeichern können Kombianlagen die Wärme in Ein- und Zweifamilienhäusern einige Tage vorhalten. 
  • Eine Kombianlage für ein Einfamilienhaus mit vier Personen benötigt zur teilsolaren Raumheizung und Warmwasserbereitung mindestens neun Quadratmeter Kollektorfläche und einen Solarthermie-Speicher von mindestens 700 Litern.

Sonnenergie - Photovoltaik

  • Photovoltaik bezeichnet die direkte Stromerzeugung durch Sonnenlicht.
  • Der erzeugte Strom kann selbst genutzt oder in das Stromnetz eingespeist werden.
  • Die jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland liegt, je nach Standort, bei 900 bis 1.200 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/). 
  • Mit einer Generatorfläche von acht bis zehn Quadratmetern können daraus zwischen 750 und 1.200 Kilowattstunden Strom in einem Jahr erzeugt werden.
  • PV-Solarzellen können auf unterschiedliche Weise installiert werden, zum Beispiel auf dem Dach, den Außenanlagen oder an der Fassade.

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Photovoltaik-Anlagenkonzepte: Inselanlagen, Anlagen zur vollständigen Netzeinspeisung und schließlich den anteiligen Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms. Je nach Bedarf und Möglichkeiten bietet sich die eine oder andere Variante an.

Inselanlagen
Inselanlagen versorgen Häuser mit Strom, die keinen direkten Anschluss an das allgemeine Stromnetz haben. Das kann zum Beispiel für Gartenlauben, Jagdhütten oder Wohnmobile eine Möglichkeit der Stromversorgung sein.
Netzeinspeisung
Der häufigste Fall sind bisher die so genannten netzparallelen Anlagen. Hier wird der erzeugte Strom vollständig ins öffentliche Netz gespeist, unabhängig vom Verbrauch in dem Haus, auf dem der Solargenerator angebracht ist.
Eigennutzung
Bei diesem Anlagenkonzept wird ein Teil des erzeugten Solarstroms selbst genutzt, der Rest wird in das Stromnetz eingespeist. Wie viel Strom selbst verbraucht werden kann, hängt unter anderem davon ab, zu welchen Zeiten die Elektrogeräte gewöhnlich betrieben werden. Bei Anlagen ohne Batteriespeicher sind in einem typischen Haushalt rund 30 % Eigenverbrauch möglich, mit Speicherbatterie kann der Eigenverbrauchsanteil auf rund 60 % erhöht werden. Allerdings sind Stromspeicher noch sehr teuer. Welchen wirtschaftlichen Vorteil die Eigennutzung bringt, hängt von der Differenz zwischen möglicher Einspeisevergütung und dem Preis für den Strom aus dem Netz des Versorgers ab.

Sonnenergie - Passive Nutzung durch intelligente Bauweise

  • Nutzen Sie bei der Planung eines Neubaus die Kraft der Sonne.
  • Denn schon die Sonneneinstrahlung allein hilft, Heizkosten zu senken.
  • Wenn möglich sollte deshalb die Hauptfassade nach Süden ausgerichtet und mit großen Fenstern ausgestattet sein.
  • Kleinere Fenster sind an der Nordseite des Hauses zu empfehlen.
  • Planen Sie aber von Anfang an eine Verschattung der Südseite ein, um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden.
  • Im Winter halten Sie mit massiven Wänden, Decken und Fußböden die eingefangene Sonnenwärme auch über längere Zeit im Wohnbereich.
  • Weitere Informationen finden Sie in der Rubrik Bauweisen.

Wärmepumpen

  • Wärmepumpen „pumpen“ die in der Umwelt auch im Winter vorhandene Wärme auf ein höheres Niveau, so dass sie für Warmwasser  und Raumheizung nutzbar wird.
  • Wärmepumpen können dann sinnvoll sein, wenn eine geeignete Wärmequelle verfügbar und das Gebäude sehr gut gedämmt ist, so dass es über eine Niedertemperatur-Flächenheizung (z.B. eine Fußbodenheizung) beheizt werden kann.
  • Weitere Informationen finden Sie in der der Rubrik Heizung.

Energie aus Biomasse - Heizen mit Holz

  • Auch wer mit Holz heizt, nutzt eine erneuerbare Energiequelle, denn Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. In der Forstwirtschaft und der holzverarbeitenden Industrie fällt zudem ständig Restholz an, das zum Heizen genutzt werden kann.
  • Für Einfamilienhäuser sind vor allem Pellets interessant. 
  • Die aus gepressten Säge- und Hobelspänen hergestellten Pellets enthalten keine chemischen Bindemittel und haben eine hohe Energiedichte. 
  • Holzpellets können als Zentralheizungssystem das gesamte Haus oder in Form eines Pelletofens einzelne Räume beheizen.
  • Wichtig ist eine gute Qualität der Pellets mit großer Festigkeit und geringem Staubanteil.
  • Scheitholz wird im Wohnbereich vor allem in Kaminen eingesetzt. Das Stückholz sollte möglichst trocken sein, damit es besonders viel Wärme abgeben und umweltfreundlich verbrennen kann. Aus energetischer Sicht sind jedoch die Wirkungsgradverluste größer als bei Pelletheizungen.
  • Holzhackschnitzel sind zerkleinertes Holz. Die Brennstoffkosten liegen unter denen von Holzpellets oder Scheitholz, zu berücksichtigen ist jedoch, dass Hackschnitzelheizungen eher in Heizungsanlagen größerer Leistung zum Einsatz kommen.
  • Holzzentralheizungen lassen sich gut mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren und ermöglichen so vollständige Wärmeversorgung aus regenerativen Energien.
  • Weitere Informationen zu Holzöfen erhalten Sie in der Rubrik Heizung.
Tipp
Für die Nutzung erneuerbarer Energien zu Hause gibt es unterschiedlichste Förderangebote. Förderrichtlinien, -bedingungen und -höhe  ändern sich häufig. Informieren SIe sich mit unserem Fördermittelnavigator über die aktuellen Angebote.
Stand: 
Freitag, 8. April 2016

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Gutachter und Sachverständige dienen zur Abnahme bestimmter Bauschritte und zur Qualitätsprüfung.  

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