Fernwärme

Bei der Versorgung durch Fernwärme wird thermische Energie vom Erzeuger oder von einer Sammelstelle aus zu einem Gebäude transportiert und an die Verbraucher verteilt. Die Fernwärme wird zentral in Heizkraftwerken (gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung) oder in Heizwerken (nur Wärmeerzeugung) erzeugt und über ausgedehnte, meist unterirdisch verlegte Rohrleitungssysteme zum Endverbraucher transportiert. Dabei dient im Allgemeinen Wasser mit Temperaturen von etwa 130 °C als Wärmeträger. Als Energiequelle wird in Deutschland mit 68 % vor allem Kohle, aber auch Gas, Öl, Müll und Biomasse eingesetzt.

Derzeit werden circa 5,3 Millionen Haushalte mit Fernwärme versorgt, vorrangig Mietwohnungen. Nur etwa 500.000 Eigentümer selbstgenutzten Wohnraums, und davon überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser, sind derzeit an ein Fernwärmenetz angeschlossen.

Vorteile der Fernwärme

  • Die Hausanschlussstation benötigt vergleichsweise wenig Raum, da Abgasanlage und Tank entfallen.
  • Der Wartungsaufwand ist gering. Die Überprüfungen durch einen Schornsteinfeger entfallen.
  • Gegenüber der getrennten Erzeugung spart die Fernwärme etwa 30 % Primärenergie durch die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme in den Heizkraftwerken.

Nachteile der Fernwärme

  • Die Fernwärmeversorgung ist mit die teuerste Wärmeversorgung im Gegensatz zu Gas, Heizöl oder beispielsweise Holzpellets.
  • Die Preise der Anbieter sind häufig intransparent.
  • Sie zahlen auch für die Wärmeverluste im Netz.
  • Die Wahlmöglichkeiten sind für Sie limitiert. Es herrscht kein Wettbewerb im Fernwärmesektor. Sie können anders als im Strom- und Gasmarkt ihren Anbieter nicht wechseln. Besteht ein Anschluss- und Benutzungszwang, können Sie grundsätzlich auch auf keine andere Wärmeversorgung ausweichen.
  • Um die hohen Investitionskosten zu decken, verlangen die Versorgungsunternehmen von Ihnen als Kunden meist einen hohen, festen Grundpreis. Dieser beträgt meist ein Drittel und mehr der gesamten Fernwärmebezugskosten - in Einzelfällen auch noch mehr. Der sparsame Umgang mit Heizenergie wird durch diese Preisgestaltung nicht gefördert. Meist hängt der Grundpreis von der benötigten Wärmeleistung ab, diese sollte daher so gering wie möglich angesetzt werden.
Stand: 
Montag, 11. April 2016

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