Gründach

Gründächer speichern Wärme und Wasser auf natürliche Art und Weise. Sie binden Staub und heizen sich auch bei extremen Temperaturen kaum auf. Sie schützen die Dachabdichtung besser vor Umweltbelastungen und verlängern deren Lebenserwartung.

Vorteile Dachbegrünung

  • Dachbegrünungen können die Energiebilanz eines Gebäudes nachhaltig verbessern.
  • Bei Gründächern werden Klima- und Umwelteinflüsse abgepuffert. Die Lebensdauer der Abdichtung kann sich dadurch ohne weiteres verdoppeln. 
  • Es mindert die Schallreflexion der Dachoberfläche und verbessert die Schalldämmung innerhalb des Gebäudes.
  • In den Sommermonaten profitieren die Hausbewohner von der kühlenden Wirkung der Dachbegrünung.
  • Dachgärten verbessern das Wohn- und Arbeitsumfeld der Hausbewohner und bieten Naturerlebnis und Ruhezonen ohne weite Wege.

Mit zunehmender Tendenz wird die Dachbegrünung in Bebauungsplänen gefordert oder als Ausgleichsmaßnahme anerkannt, insbesondere in dicht versiegelten städtischen Regionen. Durch die verzögerte Einleitung des Regenwassers auch bei Starkregenereignissen kann der Überlastung der Kanalisation vorgebeugt werden. Mit einem Gründach lässt sich in manchen Kommunen Geld sparen, zum Beispiel durch reduzierte Versiegelungsgebühren und mit gesplitteten Abwassergebühren.

Worauf Sie achten müssen

  • Ausschlaggebend für eine gute Gründachplanung ist die Auslegung der Statik (Tragfähigkeit), eine fachgerechte, sehr gute Detailplanung und eine qualitativ hochwertige Bauausführung, bei der u.a. auf Anschlusshöhen, die richtige Dachentwässerung und Durchwurzelungsschutz geachtet wird.
  • Gründächer werden meist multifunktional genutzt als Solardach, Dachterrasse und für die Gebäudetechnik. Eine möglichst frühzeitige Abstimmung der unterschiedlichen Ansprüche in der Planungsphase ist wichtig.
  • Gründächer lassen sich auf geneigten Betonplatten als Warmdach, auf hölzernen Dachstühlen als Kaltdach (durchlüftet), auf Flachdächern, in Systembauweise oder auch auf der Basis eines Umkehrdachs ausführen.

Dachbegrünungsarten

  • Extensive Begrünung
    Eine naturnah angelegte Vegetation mit geringen Flächenlasten und minimalem Pflegebedarf. Flächengewicht von ca. 70 kg/m² in wassergesättigtem Zustand, zzgl. der Verkehrslasten. Dachneigung: Ab 5° Dachneigung sollten Schrägdachbegrünungssysteme eingesetzt werden.

  • Intensive Dachbegrünung
    Dachgarten mit Liegewiesen, intensiver Begrünung oder Baumpflanzungen, mit hohem Pflegeaufwand. Flächengewicht von mindestens. 300 kg/m², zuzüglich der zu berücksichtigenden Verkehrslasten. Dachneigung: Ideal sind 1 – 5° Dachneigung, auch gefällelose Dachkonstruktionen sind unproblematisch.

  • Schrägdachbegrünung
    Die am häufigsten gewählte Konstruktion für geneigte Gründächer ist ein durchlüftetes Dach. Dachneigung: Schrägdachbegrünungen bis 25° sind möglich.

Maßgeblich für die Planung und Ausführung sind die Flachdachrichtlinien des Deutschen Dachdeckerhandwerks, die DIN 18195 „Bauwerksabdichtungen“ und die Grundsätze für Dachbegrünungen der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung-Landschaftsbau e.V.

Bepflanzung

Bei einer extensiven Begrünung können Sie auf verschiedene Arten die Pflanzschicht anlegen. Bei der Auswahl der Vegetation muss darauf geachtet werden, dass diese trockenheitsverträglich, Vernässung ertragend, frosthart und regenerationsfähig ist. Die Einsaat von Wildkräutern oder niedrigen Pflanzen ist empfehlenswert. Diese sollten möglichst zweijährig sein.

Pflege

Intensivbegrünungen erfordern einen hohen Pflegeaufwand. Extensive Dachbegrünungen sind pflegeleicht aber nicht pflegefrei. Die Anforderungen der Arbeitssicherheit müssen beachtet werden, z.B. durch Anschlagmöglichkeiten für Anseilschutz zur Absturzsicherung.

Tipp

Im Rahmen der KfW-Programme „Energieeffizient Sanieren - Kredit" (151, 152) und „Zuschuss" (430) kann bei einer Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder einer energetischen Einzelmaßnahme auch die Begrünung der Dachfläche gefördert werden. Gleiches gilt für die Kombination Dachbegrünung und Photovoltaik im KfW Programm „Erneuerbare Energien Standard" (274)“, wenn der Begrünungsaufbau zur durchdringungsfreien Fixierung der Photovoltaikanlage eingesetzt wird

Stand: 
Donnerstag, 7. April 2016

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