Handwerkerverträge

Modernisierung, Sanierung, Umbau oder Reparatur - was Sie vorhaben mag einen geringeren Umfang haben als ein Neubau. In der Sache aber schließen Sie auch hier einen Bauvertrag ab.

Sie werden dabei selten ein Unternehmen als Generalunternehmer beauftragen, sondern eher einzelne Handwerksunternehmen. Nachfolgend erhalten Sie Tipps und Hinweise für Handwerkerverträge.

Vertragsabschluss

Bei kleineren Bauaufträgen wird leider oft nur wenig abgesprochen. Beide Seiten regeln die Vereinbarungen oft nur mündlich und nicht selten noch per Handschlag. Kleine Aufträge sind aber nicht weniger anfällig für Streitigkeiten. Im Nachhinein erscheint manche Rechnung zu hoch, die Arbeiten werden nicht rechtzeitig fertig oder das Ergebnis entspricht nicht Ihren Vorstellungen und weist Mängel auf. Deshalb empfehlen wir wie bei großen Aufträgen klare schriftliche Vereinbarungen über die Leistungen, den Leistungszeitraum und den Preis.

Kostenvoranschlag

Holen Sie sich einen Kostenvoranschlag ein, um den finanziellen Rahmen Ihres Vorhabens abzustecken. Damit beziffert der Handwerker die voraussichtlich entstehenden Kosten. In aller Regel sind die Preisangaben unverbindlich. Bei der Ausführung können Sie nicht auf diese pochen. Wenn Sie die Arbeiten in Auftrag geben ohne den Preis vertraglich zu regeln, erhalten Sie gesetzlichen Schutz für den Fall, dass die tatsächlichen Kosten den Voranschlag wesentlich überschreiten. Wesentlich heißt hierbei eine Überschreitung von mindestens 15 bis 20 Prozent. Sehen Sie einen Kostenvoranschlag deshalb als das, was er ist: Eine unverbindliche Orientierung über die voraussichtlich zu erwartenden Ausgaben. Der verbindliche Preis wird danach im Vertrag geregelt.

Rechnung

Rechnungen bei Handwerkerverträgen unterscheiden sich je nachdem, welche Preisbestimmung Sie vertraglich vereinbart haben.

Stundenlohn

Bei Abrechnung per Stundenlohn muss die Rechnung die geleisteten Arbeitsstunden mit dem vereinbarten Lohn pro Arbeitsstunde und dem sich daraus ergebenden Gesamtpreis ausweisen. Sie kontrollieren die ausgewiesenen Arbeitsstunden anhand der Stundenzettel, die während der Bauzeit vom Handwerker erstellt und Ihnen zur Unterschrift vorgelegt wurden.

Tipp

Handwerker lassen sich oft den Kostenvoranschlag bezahlen, aus Angst, dass danach kein Auftrag erteilt wird. Ein Kostenvoranschlag darf aber nur berechnet werden, wenn zuvor vereinbart wurde, dass er kostenpflichtig ist.

Haben Sie wie vielfach üblich eine Abrechnung zum Einheitspreis vereinbart, wird der Preis pro Arbeitseinheit (pro Kubikmeter Beton, pro Quadratmeter Teppichboden usw.) ausgewiesen. Die Arbeitseinheiten wurden vor Vertragsabschluss geschätzt. Die Rechnung gibt dann an, wie viele Arbeitseinheiten je Leistung tatsächlich angefallen sind. Aus den Arbeitseinheiten und dem Einheitspreis setzt sich der Gesamtpreis zusammen. Die Kontrolle über die tatsächlich angefallenen Arbeitseinheiten ist das sogenannte Aufmaß, das nach Arbeitsende und vor Rechnungsstellung vom Handwerker durchgeführt wird, um den erbrachten Arbeitsaufwand zu ermitteln und festzuhalten.

Die dritte Abrechnungsmöglichkeit ist der Pauschalpreis. Er bedeutet, dass ein Preis vereinbart ist, der auch dann Bestand hat, wenn der tatsächliche Arbeitsaufwand höher oder niedriger liegt als vom Unternehmen bei Vertragsabschluss kalkuliert. Sie müssen beim Pauschalpreis prüfen, ob tatsächlich alle vereinbarten Arbeiten durchgeführt wurden.

Gerade im Zusammenhang mit Modernisierung, Sanierung, Umbauten oder Reparaturen fallen häufig einzelne Arbeiten an, bei denen sich die Frage stellt, ob Sie sie nicht selbst erledigen können, um Kosten zu sparen. Haben diese Eigenleistungen Berührungspunkte zu den Arbeiten beauftragter Handwerksunternehmen, können sich daraus Probleme ergeben:

  • Erledigen Sie beispielsweise die Vorarbeiten für den beauftragten Handwerker und werden nicht rechtzeitig fertig, verzögern Sie die Arbeiten des Handwerkers. Damit riskieren Sie, sich gegenüber dem Unternehmen schadensersatzpflichtig zu machen.

  • Versuchen Sie, den Aufwand für die Vorarbeiten realistisch einzuschätzen. Bei Verzögerungen teilen Sie dies frühzeitig dem Handwerksunternehmen mit.

  • Probleme können auch bei der Gewährleistung entstehen. Durch die Berührungspunkte zu Ihren Eigenleistungen versuchen Handwerker oft, die eigene Gewährleistung zu begrenzen.

Häufig finden sich in Verträgen Formulierungen wie: "Für von Eigenleistungen betroffene Gewerke wird keine Gewähr übernommen." Hiermit will sich das Unternehmen von der Verantwortung für eigene möglicherweise fehlerhafte Leistungen befreien. Streichen Sie eine solche Regelung vor Vertragsabschluss aus dem Vertrag. Als Allgemeine Geschäftsbedingungen sind derartige Regelungen unzulässig.

Der Wunsch, Kosten zu sparen, führt nicht selten dazu, ein besonderes Einsparpotential zu entdecken: die Steuern und Sozialversicherungsabgaben des Handwerksunternehmens. Wenn Sie sich wissentlich auf Schwarzarbeit einlassen, ist dies zum einen eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet wird. Zum anderen ist der Bauvertrag, den Sie abschließen, in aller Regel nichtig. Er gibt Ihnen keine Rechte oder Ansprüche bei verspäteten oder mangelhaften Leistungen. Alles in allem kann Sie die Beauftragung von Schwarzarbeit unter Umständen mehr kosten als Sie sparen. 

Verträge mit einzelnen Handwerksunternehmen sind rechtlich gesehen Bauverträge. Sie unterliegen den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Der Bauvertrag wird nach dem BGB als Unterfall des Vertragstyps Werkvertrag gesehen. Anders sieht das bei der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen Teil B (VOB/B) aus. Sie enthält rechtliche Bestimmungen, die speziell für die Durchführung eines Bauvertrags entwickelt wurden.

Stand: 
Donnerstag, 28. Januar 2016

Fördermittel finden

Mit unserer Fördermittelsuche finden Sie die passenden Fördermittel mit wenigen Klicks…

weiter

Energieberatung

Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Beratungsangebote und die Leistungen von Energieeffizienz-Experten.

weiter

Sachverständige

Gutachter und Sachverständige dienen zur Abnahme bestimmter Bauschritte und zur Qualitätsprüfung.  

weiter