Heizen mit Holz

Holzöfen stellen eine nachhaltige Alternative als Heizsystem dar. Dabei gilt es zwischen Zentralheizungskesseln und Pelletkesseln zu unterscheiden.

Holz-Zentralheizungskessel

Im Unterschied zu öl- und gasbefeuerten Kesseln werden Sie bei Holzkesseln nur wenige unabhängige Testergebnisse finden. Ursache dafür ist der erhebliche Einfluss der Holzfeuchte und -qualität auf die Verbrennung. Ergebnisse vom Prüfstand sind daher nur selten auf die Praxis übertragbar. Mit den folgenden Hinweisen ist ein relativ sauberer Einsatz von Holz als Brennstoff dennoch möglich:

  • Grundsätzlich darf nur naturbelassenes und in der Regel zwei Jahre gelagertes Holz verbrannt werden. Der Heizwert von Stückholz mit 15 % Wassergehalt schwankt zwischen 1.400 und 1.900 Kilowattstunden pro Raummeter Holz. Nadelhölzer haben in der Regel einen niedrigeren Heizwert als Laubhölzer. Dafür sind die Emissionen an Stickstoffoxiden (NOx) bei Nadelhölzern geringer.
  • Kleinere Zentralheizungskessel für die Verbrennung von Stückholz müssen Sie normalerweise von Hand befeuern. Als Verbrennungsprinzip hat sich inzwischen hauptsächlich der untere Abbrand durchgesetzt. Die meisten Kessel arbeiten mit einem Druck- oder Saugzuggebläse, das zu einem erheblich verbesserten Anheizverhalten beiträgt. Um eine Versottung und Korrosion des Kessels zu verhindern, arbeiten Holz-Zentralheizungskessel mit einer Rücklauftemperaturanhebung.
  • Die Kesselwirkungsgrade von Heizkesseln für kleinere Wohngebäude liegen zwischen 80 % und 88 % inkl. Strahlungsverluste. Die geringsten Emissionen an Kohlenmonoxid und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) haben Kessel, deren Gebläse mit einer Lambdaregelung ausgerüstet sind. Deren Emissionsverhalten ist allerdings nur von Volllast bis zu einer Teillast von 50 % günstig.
  • Weil zu einem Großteil der Heizungsbetrieb in der Übergangszeit von Frühjahr und Herbst mit einem Leistungsbedarf von unter 50 % erfolgt, ist die Ausrüstung aller Holz-Zentralheizungskessel mit einem Pufferspeicher zu empfehlen. Der Pufferspeicher sollte mindestens 25 Liter Volumen pro kW Heizleistung haben. Effizienter arbeiten Heizungsanlagen mit größeren Pufferspeichern, zum Beispiel mit 100 Liter pro kW.

Holzpelletkessel

Holzpelletkessel arbeiten nicht mit Stückholz, sondern mit Holzpellets. Sie entstehen durch das Pressen von Spänen. Pellets haben einen Durchmesser von vier bis zehn Millimeter und eine Länge von einem bis drei Zentimetern. Holzpellets werden sackweise oder per LkW geliefert.

Die Besonderheiten einer Pelletheizung:

  • Handelt es sich um eine Holzpelletzentralheizung, werden die Pellets meist in einem Speicher mit einigen Kubikmetern gelagert. Die Befüllung eines solchen Speichers erfolgt mit einem Silofahrzeug. Die Pellets werden über einen Schlauch in den Speicher geblasen. Mit Hilfe einer automatischen Fördereinrichtung, die eine Förderschnecke oder eine Gebläsevorrichtung enthält, werden die Pellets nach Bedarf dem Speicher entnommen und dem Pelletkessel zugeführt.
  • Beim Brennerstart werden die Pellets elektrisch entzündet.
  • Die Asche wird in einem Aschebehälter gesammelt, der gelegentlich geleert werden muss. Bei drei Tonnen Pellets fallen circa 15 Kilogramm Asche an. Das Abgas wird wie bei einer Ölheizung über einen Schornstein abgeführt.
  • Der Wartungsaufwand einer vollautomatischen Pelletheizung ist in der Regel höher als bei Öl- oder Gasheizungen.
  • Der Reinigungsaufwand ist zudem größer, weil bei der Verbrennung von Holz naturgemäß mehr Asche, Ruß und Staub anfallen als bei Gas oder Öl. Es kann auch vorkommen, dass sich Pellets im Fördersystem festsetzen oder andere Betriebsstörungen auftreten.
Tipp

Die Qualität der Heizungsanlage und der Pellets ist besonders wichtig für einen störungsarmen Betrieb.

Besondere Informationen

Holzpellets: Brennwertkessel oder Pelleteinzelofen?

Merkmale Brennwertkessel

  • Auch Holzpellets können in Brennwertkesseln genutzt werden.
  • Für größere Leistungen gibt es separate Module als Ergänzung für konventionelle Pelletkessel.
  • Sie kühlen das vom Pelletkessel kommende Abgas noch weiter ab. Tendenziell ist die Brennwertnutzung bei Holz technisch anspruchsvoller als bei Gas oder Öl, da sich im Wärmeübertrager wesentlich mehr Rückstände von unvollständiger Verbrennung ablagern können. Diese sind teils auch recht korrosiv.

Merkmale Pelleteinzelofen

  • Pelleteinzelöfen, die nur einzelne Räume beheizen, verfügen über einen kleineren Speicher, der von Hand alle paar Betriebsstunden nachgefüllt werden kann.
  • Solche Öfen sind für den gelegentlichen Betrieb gedacht, beispielsweise um in einem Wohnzimmer für mehr Gemütlichkeit zu sorgen.
  • Sie können Pelletöfen mit einer Heizleistung von bis zu 2 kW erwerben. Bei der Befüllung mit Sackware ist ein Betrieb von mehreren Tagen mit einer Füllung möglich.
  • Sie können Öfen mit und ohne Wasserwärmetauscher erwerben. Mit einem Wärmetauscher besteht die Möglichkeit, Wärme in einen Pufferspeicher abzugeben. Aus dem Pufferspeicher können dann das Heizsystem und die Warmwasserversorgung Wärme abnehmen.
Stand: 
Montag, 11. April 2016

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