Insolvenzabsicherung

Angesichts des Risikos von Unternehmensinsolvenzen in der Bauwirtschaft bekommt die Frage, wie Sie sich gegen die Insolvenz eines Bauunternehmens absichern können, große Bedeutung.

Da es bislang kein ausreichendes gesetzliches Sicherungssystem gibt, bleibt es Ihnen überlassen, sich gegen die finanziellen Lasten zu schützen, die eine Insolvenz für Sie bedeuten kann. Das BGB sieht zur Zeit lediglich vor, dass Ihnen das Bauunternehmen eine Sicherheit für die rechtzeitige und im wesentlichen vertragsgerechte Erfüllung der Bauverpflichtung in Höhe von 5 % der Bausumme leisten muss, wenn es Abschlagszahlungen fordert.

 

Tipp

Wenn Ihr Bauunternehmen mit Subunternehmen arbeitet, können Sie sich eine zusätzliche Sicherung verschaffen: Lassen Sie sich Erfüllungs- und Gewährleistungsansprüche, die Ihr Unternehmen gegen seine Subunternehmen hat, zusätzlich abtreten. Sie haben dann die Möglichkeit, direkt an die Subunternehmen heranzutreten, wenn Ihr Unternehmen insolvenzbedingt ausfällt.

Besondere Informationen

Insolvenz vor Fertigstellung

Das geringste Risiko haben Sie, wenn die Arbeiten, die das Unternehmen bei Insolvenzeintritt ausgeführt hat, korrekt sind und Sie bis dato nicht mehr bezahlt haben als die geleisteten Arbeiten wert sind. Ihr Risiko besteht dann in den Mehrkosten, die sich daraus ergeben können, dass die Fortsetzung der noch ausstehenden Arbeiten teurer wird - Mehrkosten, die sich auf 10 bis 20 % des Auftragswerts belaufen können.

Deutlich teurer wird es, wenn die bis zum Konkurs ausgeführten Arbeiten mangelhaft sind und/oder Sie in Vorzahlung gegangen sind, also bereits mehr als die erbrachten Leistungen bezahlt haben. Denn dann kommen die Kosten der Mängelbeseitigung und die nochmalige Bezahlung von zwar bezahlten, aber noch nicht erhaltenen Arbeiten hinzu.

Für Ihre Absicherung empfehlen wir deshalb:

  • Kontrollieren Sie regelmäßig die Arbeiten des Unternehmens, um frühzeitig eventuelle Mängel aufzuspüren. Halten Sie Zahlungen bis zur Mängelbeseitigung zurück, um Vorleistungen zu vermeiden.

  • Kontrollieren Sie, ob Abschlagszahlungen und vertragliche Zahlungspläne dem Wert der geleisteten Arbeiten entsprechen.

  • Verlangen Sie von dem Bauunternehmen eine zusätzliche Vertragserfüllungssicherheit, die über die gesetzliche Vertragserfüllungssicherheit von 5 % der Bausumme hinausgeht. Diese kann als Sicherheitseinbehalt oder Bürgschaft ausgestaltet sein. Eine Bürgschaft sollte eine selbstschuldnerische Bürgschaft sein, damit Sie direkt den Bürgen, in der Regel ein Kreditinstitut, in Anspruch nehmen können. Bei einem Sicherheitseinbehalt können Sie Zahlungen, die das Unternehmen von Ihnen verlangt, einbehalten, bis die Summe des Sicherheitseinbehalts erreicht ist.

Insolvenz nach Fertigstellung

Bei einer Insolvenz nach Fertigstellung können Ihnen zusätzliche Kosten für eine Mängelbeseitigung entstehen, die von Ihrem Unternehmen nicht mehr zu erhalten sind. Eine Vorsorge ist auch hier durch eine Gewährleistungsbürgschaft oder einen Gewährleistungsseinbehalt möglich.

Stand: 
Dienstag, 22. März 2016

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