Kostenkontrolle bei Modernisierungen

Bevor Sie eine gebrauchte Immobilie kaufen oder umfangreiche Modernisierungsarbeiten unternehmen, sollten Sie sich ein möglichst genaues Bild über die zu erwartenden Kosten machen. Eine verlässliche Schätzung der Ausgaben für Modernisierungs- bzw. Renovierungsvorhaben kann nur von einem erfahrenen Sachverständigen nach sorgfältiger Bestandsaufnahme gemacht werden. Vor dem Kauf sollten Sie mindestens die Immobilie mit einem unabhängigen Experten besichtigen. Eine Baukostenschätzung zeigt Ihnen den Kostenrahmen an, der für die Instandsetzung oder Modernisierung Ihrer Immobilie erforderlich ist.

Berechnung der Kostenwerte

Vorsicht: Die Berechnung der Kostenwerte erfordert ein besonderes Maß an Erfahrung und sollte nur von Spezialisten angewendet werden. Es gibt verschiedene Kostenermittlungsarten, die sich je nach Bedarf in der Genauigkeit und dem Bearbeitungsumfang unterscheiden.

Das einfachste Verfahren ist das Kostenschätzungsverfahren nach Vergleichswerten. Je nach Typ und Alter der Immobilie kann Ihnen der Experte den Kostenrahmen nennen. Diese Kostenwerte werden aus den Erfahrungen mit vielen anderen Bauvorhaben ermittelt. Die einfache überschlägige Kostenschätzung kann für Sie ein Anhaltswert sein, wenn Sie wissen wollen, ob es sich überhaupt lohnt, weiter über den Kauf einer bestimmten Immobilie nachzudenken. Dieses Verfahren ist für umfangreiche Modernisierungen anwendbar. Sobald jedoch einzelne Leistungen bewertet werden müssen, ist diese Methode nicht mehr zu empfehlen.

Bevor es mit dem Bauen losgeht, sollte eine Kostenschätzung nach Gewerken oder die Einholung von Angeboten für die einzelnen Leistungen stattfinden. Bei umfangreichen Modernisierungsarbeiten können Sie sehr viel Geld sparen, wenn Sie einen Architekten mit der Planung und Ausschreibung der Arbeiten beauftragen. Handwerker bieten bei Ausschreibungen eines Architekten erfahrungsgemäß ihre Arbeiten deutlich günstiger an. Zudem kann dieser abschätzen, ob das Angebot vollständig ist. Fehlen Positionen im Angebot, kann das im Nachhinein teuer werden.

Kostenüberschreitung

Unvorhergesehene Mehrkosten entstehen häufig aus einer unzureichenden Abstimmung des Auftragnehmers und des Bauherren in der Planungsphase, durch mangelnde Sorgfalt und Detaillierung in der Ausführungsplanung, lückenhafte Ausschreibungen oder durch eine mangelhafte Bauüberwachung und Kostenkontrolle. Darauf müssen Sie besonders achten, wenn Sie nicht zum Festpreis bauen. Bei einem Altbau ist das Risiko der Kostenüberschreitung höher als bei einem Neubau, verursacht durch unvorhergesehene Schäden der Substanz und mögliche Fehler in der Konstruktion.

Steigen die Kosten beträchtlich über Ihre ursprüngliche Kalkulation, sollten Sie eine genaue Aufstellung darüber machen, wie die zusätzlichen Kosten entstanden sind und wer sie zu verantworten hat. Hierfür ist es hilfreich, wenn Sie Absprachen schriftlich als Gesprächsnotizen oder Protokolle festhalten. Bewahren Sie den Schriftverkehr mit dem Auftragnehmer stets auf.

Tipp

Kostensteigerungen müssen Sie nicht unbedingt hinnehmen. Die Rechtsberatung der Landesverbraucherzentralen berät Sie, ob die Mehrkosten zulässig sind.

Stand: 
Donnerstag, 7. April 2016

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Gutachter und Sachverständige dienen zur Abnahme bestimmter Bauschritte und zur Qualitätsprüfung.  

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