Sonderwünsche sind teuer!

Änderungswünsche sind mit Mehrkosten verbunden und können den oft engen Finanzierungsrahmen erheblich belasten, besonders wenn sie massiv in die bisherige Planung eingreifen oder die Statik verändern. Sie müssen damit rechnen, dass nach Vertragsabschluss vorgetragene Änderungswünsche vom Auftragnehmer abgelehnt werden!

Worauf Sie achten müssen:

  • Als Bauherr oder Käufer sollten Sie aus Gründen der Kostensicherheit darauf achten, Sonderwünsche im Vertragswerk einzeln und detailliert aufzulisten und mit dem Auftragnehmer den insgesamt fälligen Festpreis auszuhandeln.
  • Bei Sonderwünschen bzw. Änderungen nach Vertragsabschluss kann es zu separaten Werkverträgen mit zusätzlichen Handwerksfirmen kommen. Diese werden unabhängig vom Hauptvertrag ausgeführt und extra berechnet. Eventuell weist der separate Werkvertrag andere Gewährleistungsregelungen als der Hauptvertrag aus.
  • Beachten Sie, dass Minderleistungen - also Leistungen, auf die Sie verzichten - nach Vertragsabschluss in der Regel nicht mit dem vollen Wert vergütet werden, während Sie bei Mehrleistungen durch Sonder- und Änderungswünsche mit entsprechend hohen Aufschlägen rechnen müssen.
Tipp

Lassen Sie den Vertrag und die Baubeschreibung Ihres Baupartners vor Vertragsabschluss von unabhängigen Fachleuten prüfen- zum Beispiel den Experten der Landesverbraucherzentralen, des Verbands Wohneigentum oder des Bauherren-Schutzbundes.

Besondere Informationen

Kleinigkeiten, die ins Geld gehen

Kleinvieh macht auch Mist. Viele nachträgliche Arbeiten und Sonderwünsche können Ihre letzten Reserven aufbrauchen. Vor dem Vertragsabschluss können Sie dem Unternehmer so manch kleine Zugeständnisse aus der Tasche ziehen. Die nachfolgende Liste ist und kann nicht vollständig sein. Deshalb: Nutzen Sie Ihre Kreativität. Überlegen Sie sich, wo Sie Deckungslücken haben. Versetzen Sie sich in die Rolle des Unternehmers oder Verkäufers, der eventuell darauf bedacht sein könnte, noch ein kleines Zusatzgeschäft mit Ihnen zu machen.

Vereinbaren Sie:

  • Einen Carport oder eine Garage im Bauantrag oder Bauanzeigeverfahren mit zu beantragen
  • Zusätzliche Telefonanschlüsse, EDV-Anschlüsse, TV-Anschlüsse sowie Steckdosen in ausreichender Anzahl einzuplanen
  • Einen elektrischen Türöffner einbauen zu lassen
  • Fugen in den Gipsbauplatten und Decken zu verspachteln
  • Holzbauteile im Außenbereich oberflächenfertig streichen zu lassen
  • Lichtglasausschnitte in die Türen setzen zu lassen
  • Standrohre mit Revisionsöffnungen in die Regenwasserfallleitungen zu integrieren
  • Den Ausstieg für den Schornsteinfeger samt Trittrost einzubauen
  • Eine (zweite) Wasserzapfstelle für den Garten zu verlegen
  • Eine Terrasse, einen Zuweg zum Haus oder ein Vordach anzulegen
  • den Mutterboden einzuebnen.

Tipp

Erfahrungsgemäß sind besonders jene Bauherren von einer unerwarteten Kostensteigerung betroffen, die unzufrieden mit ihrer Baubeschreibung sind. Wenn Sie also Ihre Baubeschreibung nicht verstehen, sollten Sie sich anhand geeigneter Literatur informieren und so lange Fragen stellen bzw. auf Veränderungen bestehen, bis Sie mit der Leistungsbeschreibung einverstanden sind.

Weitere Informationen erhalten Sie im Ratgeber Musterbaubeschreibung" der Verbraucherzentrale.

Stand: 
Donnerstag, 7. April 2016

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Gutachter und Sachverständige dienen zur Abnahme bestimmter Bauschritte und zur Qualitätsprüfung.  

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