Zur vzbv-Homepage Zur KfW-Förderbank
Zur Startseite
Sie sind hier: > baufoerderer.de > News > News-Archiv > Sonstiges > Meldung vom 16.11.02

ifs Städtebauinstitut: Käufe von Altbauten dominieren

News vom 16. November 2002

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Als Folge des drastischen Rückgangs der Wohnungsneubautätigkeit hat der Erwerb von gebrauchten Häusern und Wohnungen aus dem Bestand erheblich an Gewicht gewonnen.
Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls das "ifs Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V." in Berlin auf Grund der Zahlen für das Jahr 2001. So haben nach Schätzung des Instituts, dem u. a. 29 Bausparkassen und 6 Banken angehören, im vergangenen Jahr mehr als 380.000 (Gebraucht-)Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern bzw. als Eigentumswohnungen den Besitzer gewechselt. Davon lagen knapp 330.000 in West- und mehr als 50.000 in Ostdeutschland. Das seien fast 60 Prozent mehr Wohnungen gewesen, als im Jahre 2001 in diesen beiden Bereichen neugebaut worden seien. Denn nach Angaben des ifs wurden im vergangenen Jahr 245.000 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern bzw. als Eigentumswohnungen fertiggestellt, davon 204.000 in Westdeutschland und 41.000 in Ostdeutschland.

Der Leiter des Instituts, Dr. Stefan Jokl, sieht für den Erwerb von Gebrauchtimmobilien in erster Linie finanzielle Gründe: "Vor allem Haushalte mit mittlerem Einkommen sind auf den Kauf eines älteren Hauses oder einer älteren Wohnung angewiesen, wenn sie von einer Mietwohnung in die eigenen vier Wände wechseln wollen. Denn der Erwerb ist hier in der Regel um ca. 30 Prozent günstiger als der Neubau. Auch wenn man Kosten für Modernisierungsmaßnahmen berücksichtigt, die mit rund 15 Prozent zusätzlich zum Erwerbspreis zu Buche schlagen, bleibt noch ein deutlicher Kostenvorteil."

Neben den Erwerbskosten spielen nach Ansicht des Institus aber auch andere Gründe, wie vielfach die zentralere Lage, eine sichere Beurteilung des Wohnwertes, der bequemere Erwerbsvorgang und die schnellere Bezugsmöglichkeit der Wohnung eine entscheidende Rolle für den Kauf von Altbauten. Für den Erwerb von Wohneigentum bestünden - noch - günstige Voraussetzungen: ein differenziertes Angebot an Eigenheimen und Eigentumswohnungen bei vergleichsweise günstigen, regional teilweise sogar gesunkenen Preisen und unverändert niedrigen Zinsen für Hypothekendarlehen. Dies könnte sich aber bald ändern. Denn, so Dr. Jokl: "Der Wohnungsneubau wird weiter in den Keller gehen und damit wird sich das Wohnungsangebot verstärkt verknappen. Das bedeutet aber, dass man wieder mit steigenden Preisen und Mieten rechnen muß."

[zurück]