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Ring Deutscher Makler: Eigentumswohnungen werden immer billiger

News vom 28. Juli 2003

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Wer jetzt eine Eigentumswohnung kauft, kann sich über sinkende Preise freuen. Das ergibt sich zumindest aus der jüngsten Marktanalyse des "Rings Deutscher Makler" (RDM), die der Verband vor einigen Tagen veröffentlicht hat. So sind nach Angaben des RDM Eigentumswohnungen mit mittlerem Wohnwert (3 Zimmer, ca. 70 Quadratmeter, bezugsfrei, Verkauf aus dem Bestand) gegenüber dem Vorjahr um rund 3,5 Prozent preiswerter geworden. Der Preisrückgang sei damit beinahe doppelt so hoch ausgefallen wie 2002 (minus 1,9 %). Damit setzt sich der vom RDM beobachtete Trend aus den Jahren 2000 (minus 1,6 %) und 2001 (minus 2,2 %) fort.


Eine durchschnittliche Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert kostet demnach in den alten Bundesländern derzeit statistisch 1.107 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (2002: 1.147 Euro). Für die ostdeutschen Länder verzeichnet der RDM-Immobilienpreisspiegel für solche Wohnungen dagegen einen Quadratmeterpreis von durchschnittlich 808 Euro (minus 5,5 % gegenüber dem Jahr 2002), für den Norden Deutschlands 1.003 Euro (minus 4,5 %), den Westen 1.109 Euro (minus 3,6 %) und den Süden 1.199 Euro (minus 1,8 %). Dieser allgemeine Preisrückgang und die relative Verteuerung im "Gegenuhrzeigersinn"von Ostdeutschland aus decken sich im wesentlichen mit den Ergebnissen, zu denen auch die Landesbausparkassen bei ihrer Frühjahrsumfrage gekommen sind (siehe die News vom 19. Juni und vom 16. Juli 2003).

In den höherwertigen Marktsegmenten sind die Preise dagegen im wesentlichen stabil geblieben, so die Analyse. So lagen die bundesweiten Durchschnittswerte pro Quadratmeter im Bereich "guter Wohnwert" bei 1.444 Euro (minus 2,4 %) und im Bereich "sehr guter Wohnwert" bei 1.826 Euro (minus 1,8 %). In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern registrierten die RDM-Analysten für Eigentumswohnungen mit "gutem Wohnwert" dagegen Quadratmeterpreise von durchschnittlich 1.838 Euro (minus 2,5 Prozent) und bei "sehr gutem Wohnwert" von durchschnittlich 2.550 Euro (minus 3,3 %). Der RDM führt das auf das in den vergangenen Jahren vergrößerte Angebot in diesem Marktsegment zurück.


Bei den für den Eigentumswohnungsmarkt besonders wichtigen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern blieben die Preise nur in Dortmund, Düsseldorf und dem ehemaligen Westteil von Berlin konstant, während sie in den übrigen ebenfalls zurückgingen, so der RDM. Das teuerste Pflaster für Wohnungen mit "mittlerem Wohnwert" ist danach noch immer München mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 2.100 Euro (minus 2,3 %). Es folgen Düsseldorf (unverändert 2000 Euro) und Frankfurt (1.800 Euro, minus 2,7 %), während Nürnberg (1.013 Euro, minus 4,3 %) und Bremen (800 Euro, minus 11 %) am Ende der Preisskala liegen.

Spitzenreiter im Bereich "guter Wohnwerte" ist Düsseldorf mit 2.600 Euro pro Quadratmeter. Das sei gleichzeitig auch das höchste Preisniveau in dieser Kategorie und entspreche einem Anstieg von 4 Prozent. Es folgen München (2.500 Euro, minus 7,4 %), Frankfurt (unverändert 2.300 Euro) und Köln (2.250 Euro, minus 2,2 %). Am billigsten sind hier Wohnungen in Hannover (1.300 Euro, minus 2,2 %) und Bremen (1.200 Euro, minus 4 %).

In der Kategorie "sehr guter Wohnwert" führt wiederum München (3.200 Euro, minus 8,3 %) vor Frankfurt (3.150 Euro, minus 0,8 %) und Köln (unverändert 3.100 Euro). Die billigsten Städte sind hier ebenfalls Nürnberg (unverändert 1.950 Euro) und Bremen (1.700 Euro, minus 5,6 %).


In den ostdeutschen Bundesländern sanken die Preise für Eigentumswohnungen nach der RDM-Analyse gegenüber dem Jahr 2002 um durchschnittlich 5,5 Prozent. Das sei angesichts hoher Arbeitslosigkeit, anhaltender Abwanderung und vor allem vor dem Hintergrund erheblicher Leerstände auf dem Mietwohnungsmarkt aber nicht nicht überraschend, und generell gebe es dort eher den Trend, Wohneigentum in Form eines freistehenden Einfamilienhauses zu erwerben.

Die Preise für Wohnungen mit "mittlerem Wohnwert" liegen dort um knapp 27 Prozent und für die mit "sehr guten Wohnwert" um 23 Prozent unterhalb des Durchschnittsniveaus der alten Bundesländer, so der RDM. Wohnungen mit "mittlerem Wohnwert" werden demnach für 808 Euro (minus 5,5 %) pro Quadratmeter angeboten. Bei "gutem Wohnwert" liegen die Preise durchschnittlich bei 1.185 Euro (minus 4,7 %) und bei "sehr gutem Wohnwert" bei rund 1.406 Euro (minus 8,5 %).

Spitzenreiter im mittleren Bereich ist dabei Warnemünde mit 1.800 Euro pro Quadratmeter (plus 9 %), gefolgt von Dresden (unverändert 1.200 Euro) und Schwerin (1.115 Euro, minus 7 %), während die billigsten Wohnungen in Dessau (650 Euro, minus 7,1 %), Wernigerode (600 Euro, unverändert) und Chemnitz mit 500 Euro (unverändert) zu haben sind.

Bei "sehr gutem Wohnwert" liegen dagegen das ehemalige Ostberlin mit Quadratmeterpreisen von 2000 Euro (unverändert) und Rostock (1.900 Euro, plus 4,1 %) an der Spitze. Am günstigsten sind hier die Wohnungen in Güstrow mit 900 Euro.


Für die Zukunft sieht der RDM zumindest bis zum Jahresende wegen der gleich bleibenden wirtschaftlichen Rahmendaten keine wesentlichen Veränderungen der Marktsituation. Daher sei weiterhin mit rückläufigen Preisen am Eigentumswohnungsmarkt zu rechnen. Allerdings könnten sich wegen der derzeit diskutierten Abschaffung der Eigenheimzulage so genannte Vorzieheffekte ergeben, so dass die Nachfrage nach Eigentumswohnungen kurz ansteigen könnte. Für eine nachhaltige Trendumkehr mit einer deutlichen Änderung der Preissituation dürften diese Effekte jedoch zu schwach sein, so der RDM. Daher sei eine Umkehr des gegenwärtigen Trends erst dann zu erwarten, wenn der Einfamilienhausmarkt wieder im Plusbereich liegt und Nachfragen aus diesem Marktbereich aus Kostengründen in den Eigentumswohnungsmarkt fließen.

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