ifs Städtebauinstitut erwartet "Vorzieheffekte" durch Eigenheimzulagen-Diskussion
News vom 29. September 2003
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Im ersten Halbjahr 2003 hat die Neubautätigkeit in Deutschland nach Angaben des "ifs Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V." nach acht Jahren des Rückgangs erstmals wieder zugenommen. Die Zahl der zum Bau genehmigten Wohnungen stieg insgesamt um 16,4 Prozent an. Im Vorjahr hatte die Genehmigungszahl noch einmal um 5,8 Prozent abgenommen. Diese Entwicklung gilt auch für die westdeutschen Ballungsräume. Hier nahm die Zahl der Baugenehmigungen insgesamt in den ersten sechs Monaten um 6,9 Prozent zu, so das Institut, dem u. a. 28 Bausparkassen und 5 Banken angehören.
Zurückzuführen sei dieser Anstieg fast ausschließlich auf die Genehmigungen von Ein- und Zweifamilienhäusern, die insgesamt um 23,6 Prozent und speziell in den westdeutschen Ballungsgebieten um 10,8 Prozent zugelegt hätten. Die Genehmigungen von Geschoßwohnungen (Gebäude mit drei und mehr Wohnungen) habe dagegen stagniert.
Dr. Stefan Jokl, der Leiter des Instituts, sieht darin aber noch keine Anzeichen einer Trendwende: "Es handelt sich hierbei um Vorzieheffekte aus dem Frühjahr als Folge der ursprünglich geplanten Stichtagsregelung für Einschränkungen bei der Eigenheimzulage. Im Juni 2003 gab es schon wieder Minusraten. Die jetzt von der Bundesregierung geplante gänzliche Streichung der Eigentumsförderung läßt für das zweite Halbjahr erneute Vorzieheffekte erwarten."
Der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern bleibt nach Angaben des Institus auch in den Ballungsgebieten die stabile Säule des Wohnungsbaus: In den ersten sechs Monaten 2003 habe die Zahl der Wohnungen im Eigenheimbereich um rund 46 Prozent über der Genehmigungszahl von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gelegen. Im Jahr 2002 seien gut 27 Prozent mehr Genehmigungen für Eigenheimbauten als für Geschoßwohnungen erteilt worden. 2001 seien es nur 10,9 Prozent mehr gewesen. Im Jahr 1998 habe die Zahl der genehmigten Geschoßwohnungen dagegen noch 19,2 Prozent über derjenigen des Eigenheimbaus gelegen.
Der Eigenheimbau ist dabei mit Ausnahme der Stadtstaaten Bremen und Berlin in allen Ballungsräumen deutlich gestiegen, so das ifs weiter: Am stärksten in Nürnberg mit plus 40,4 Prozent, gefolgt vom Rhein-Main-Gebiet mit plus 15,0 Prozent, Stuttgart mit plus 13,7 Prozent sowie Hamburg mit plus 12,2 Prozent, München mit plus 11,9 Prozent und Hannover mit plus 11,4 Prozent. Die Entwicklung der Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser im ersten Halbjahr 2003 sei dagegen uneinheitlich verlaufen: Während sechs Ballungsräume (Bremen, Hannover, Rhein-Ruhr-Gebiet, Rhein-Main-Gebiet, Rhein-Neckar-Gebiet und Stuttgart) unterschiedlich starke Zuwächse zu verzeichnen hätten, sei der Mehrfamilienhausbau in Berlin, Nürnberg, Hamburg und München zum Teil deutlich zurückgegangen.
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