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Stiftung Warentest untersucht Bauspartarife - Ergebnis: Günstig wie nie, sofern man das richtige Angebot nutzt

News vom 7. November 2003

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Bausparen boomt derzeit, die Zinsen sind niedrig, und wer bis zum Jahresende einen entsprechenden Vertrag abschließt, wahrt in jedem Fall noch die Chance, sich die staatliche Wohnungsbauprämie zu sichern. Gründe genug für die Stiftung Warentest, die Angebote der einzelnen Bausparkassen in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift FINANZtest einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und zu vergleichen.

Das Erfreuliche vorweg: Im Vergleich zum letzten Test vor zwei Jahren (FINANZtest 12/01) haben sich die Angebote der Bausparkassen insgesamt verbessert. Zwar zahlen viele nur etwa 1,5 statt 2,5 bis 3 Prozent Zinsen auf das Guthaben, doch dafür sanken die Darlehenszinsen überwiegend auf 3,95 bis 4,25 Prozent, und die früher übliche Darlehensgebühr von 2 bis 3 Prozent der Kreditsumme sowie die jährliche Kontoführungsgebühr sind bei den meisten Tarifen entfallen.

Ob sich das Bausparen für den Einzelnen tatsächlich lohnt und vor allem dem Vergleich mit einer Baufinanzierung mit "reinen" Bankdarlehen ohne Bausparvertrag stand hält, ist dagegen eine Frage des Einzelfalls und des konkreten Angebots der Bausparkasse. Denn dafür müssen u. a. der Zins in der Ansparphase, der Zins fürs Bauspardarlehen später und etwaige Gebühren einerseits sowie die konkreten oder auch noch nicht so konkreten Pläne des Bausparers andererseits mit berücksichtigt werden.
Die Stiftung Warentest hat hierfür 4 Modellfälle gebildet: Der "Zielsparer" ist sicher, dass er in absehbarer Zeit ein Haus kaufen oder bauen will. Sein Zeitplan sieht den Kauf oder Bau in 4 bzw. 7 Jahren vor (Fall 1: Bau/Kauf in 4, Fall 2: Bau/Kauf in 7 Jahren). Fall 3 betrifft den Bausparer, der das Eigenheim ebenfalls fest im Blick hat, aber über den Zeitpunkt des Erwerbs (4 bis 10 Jahre) noch unsicher ist, und der deshalb vor allem flexibel bleiben möchte. Und im Fall 4 ist unsicher, ob die Baupläne überhaupt je verwirklicht werden, so dass auch die Nachteile einer Vertragsauflösung mit berücksichtigt wurden.

Vergleichsmaßstab für die Bauspartarife war dabei jeweils ein Finanzierungsmodell ohne Bausparvertrag: Statt an die Bausparkasse fließt die monatliche Sparrate von 250 Euro in einen Banksparplan. Aktueller Zins: je nach Laufzeit 3 bis höchstens 4 Prozent. Mehr ist derzeit nicht drin. An die Stelle des Bauspardarlehens tritt ein Baukredit mit einem Effektivzins zwischen 6,70 Prozent bei einem Bautermin in vier Jahren und 7,76 Prozent bei einem Baubeginn in zehn Jahren. Erfreuliches Ergebnis: Unter diesen Annahmen sind Bausparer stets im Vorteil, wenn sie das Bauspardarlehen am Ende tatsächlich in Anspruch nehmen.

Nach den Kriterien der FINANZtest gab es bei den untersuchten Bausparkassen drei Testsieger, die die ersten Plätze bei allen Modellfällen weitgehend unter sich ausmachen konnten. Nur in einigen Fällen konnten auch andere Anbieter mithalten. Die mögliche Ersparnis liegt beispielsweise beim Abschluss eines Vertrages zu den besten Konditionen gegenüber dem schlechtesten Angebot beim Modellfall 2, in dem der Bausparer in sieben Jahren ein Haus bauen oder kaufen will, bei einem Monatsbeitrag von 250 Euro nach Angaben der Finanztester bei rund 1.200 Euro. Der Test ergab aber auch, dass viele Tarife ihre Vorteile nur jeweils für bestimmte Fallkonstellationen ausspielen können.

Meist weniger günstig bis nachteilig ist das Bausparen dagegen, wenn die Baupläne dann doch wieder aufgegeben werden. Der Grund: Der Vorteil für Bausparer beruht bei den für die Finanzierung optimierten Tarifen auf dem günstigen Zinssatz fürs Bauspardarlehen. In der Ansparphase dagegen schneiden Bausparkassen wegen der Abschlussgebühr und geringerer Guthabenzinsenmeist schlechter ab als Banksparpläne. Selbst beim besten Angebot errechneten die Tester je nach dem Zeitpunkt der Entscheidung gegen das Bauen oder Kaufen im Vergleich mit der Finanzierung durch eine Bank einen Verlust von bis zu 756 Euro, während bei den schlechten Angeboten gegenüber einem Banksparplan sogar ein Minus von rund 4.200 Euro zu Buche schlagen kann.


Mehr zum diesem Thema finden Sie in der November-Ausgabe der Zeitschrift "FINANZtest" oder (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest.

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