ifs Städtebauinstitut: Preisanstieg bei Eigentumswohnungen in Ostdeutschland, Hauspreise aber insgesamt stabil
News vom 10. August 2004
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Ein Einfamilienhaus kostete im vergangen Jahr in Westdeutschland durchschnittlich 168.000 Euro, und damit nur unwesentlich weniger als im Jahr zuvor, in dem der durchschnittliche Preis bei 171.000 Euro gelegen hatte. Die Preise haben sich so in den vergangen fünf Jahren in Westdeutschland auf relativ hohem Niveau stabilisiert, nachdem sie in den 90er Jahren um mehr als 40 Prozent angestiegen waren. Dagegen sind die Preise für Einfamilienhäuser in Ostdeutschland im Jahr 2003 weiter gesunken. Mit 96.000 Euro lag der Durchschnittspreis um 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 100.000 Euro. Diese Zahlen hat jetzt das "ifs Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V.", Berlin, dem u. a. 27 Bausparkassen und 4 Banken angehören, mitgeteilt. Grundlage der Berechnungen ist eine vom ifs in Auftrag gegebene Untersuchung aller Verkaufsfälle von Eigenheimen und Eigentumswohnungen (Neubau- und Gebrauchterwerbe). Berücksichtigt wurden dabei nach Angaben des ifs insgesamt 441.000 Verkaufsfälle, darunter 383.000 in Westdeutschland und 58.000 in Ostdeutschland. Gegenüber 2002 ist die Zahl der Verkaufsfälle in Westdeutschland um 1 Prozent und in Ostdeutschland um 3,3 Prozent zurück gegangen.
Das Ergebnis der Studie fasst Dr. Stefan Jokl, der Leiter des Instituts, so zusammen: "Die Wohnungsmärkte beginnen sich auch bei den Preisen stärker auszudifferenzieren. So verzeichnen wir in einigen Bundesländern bzw. Ballungsräumen sowohl in West- wie Ostdeutschland bereits wieder steigende Preise. Es scheint so, als sei der Abwärtstrend zwar nicht generell, aber in bestimmten Gebieten gestoppt bzw. sogar umgekehrt. So haben z. B. die Preise in Bremen sowohl für Einfamilienhäuser wie für Eigentumswohnungen um 7,3 Prozent bzw. 10,4 Prozent deutlich zugelegt."
Bei den Eigentumswohnungen sei die Entwicklung dagegen unterschiedlich verlaufen. Während die Preise in Westdeutschland mit durchschnittlich 121.000 Euro leicht um 2,4 Prozent gesunken seien, hätten sie in Ostdeutschland deutlich um 9,9 Prozent auf 111.000 Euro angezogen. Dabei müsse man allerdings berücksichtigen, dass der Markt für Eigentumswohnungen in Ostdeutschland sehr stark von Berlin dominiert werde. Dazu Dr. Jokl: "Im Jahr 2003 wurde fast die Hälfte des ostdeutschen Umsatzes in Berlin erzielt. Durch den Verkauf hochwertiger Eigentumswohnungen im Stadtgebiet ist es zu einem überproportionalen Anstieg der Preise um rund ein Viertel gegenüber dem Vorjahr gekommen. Außerdem sind die Preise für Eigentumswohnungen in Ostdeutschland in den vorangegangen Jahren - seit 1996 - um fast 20 Prozent gesunken."
Eine Differenzierung der Preise nach Bundesländern zeige, so das ifs weiter, dass Einfamilienhäuser in Hamburg mit 275.600 Euro (plus 1,8 %) am teuersten gewesen seien. An zweiter Stelle rangiere Berlin mit 233.700 Euro, was einem Preisrückgang gegenüber 2002 von 8,2 Prozent entsprochen hätte. Mit weiterhin sehr deutlichem Abstand folge dann Bayern mit 196.200 Euro (minus 1,4 %) vor Baden-Württemberg mit 189.800 Euro (minus 0,9 %) und Hessen mit 178.500 Euro (minus 2,2 %). Die niedrigsten Preise verzeichneten Sachsen-Anhalt mit 63.400 Euro (minus 16 %) und Thüringen mit 78.300 Euro (minus 0,9 %). Insgesamt sei die Preisentwicklung 2003 in den Bundesländern uneinheitlich verlaufen: In fünf Bundesländern (Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern) seien die Preise gegen den Trend erstmals wieder gestiegen.
Auch bei den Eigentumswohnungen liege Hamburg mit 170.800 Euro (minus 3,7 %) an der Spitze. Dahinter rangiere Bayern mit 137.000 Euro (minus 2,5 %) knapp vor Hessen mit 136.700 Euro (minus 1,5 %) und Berlin mit 127.000 Euro (plus 24,8 %). Die niedrigsten Preise für Eigentumswohnungen seien in Sachsen-Anhalt mit 76.700 Euro (minus 2,3 %) und in Thüringen mit 86.800 Euro (minus 5,7 %) zu zahlen gewesen. Auch bei den Eigentumswohnungen gebe es fünf Länder (Berlin, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen und Bremen), in denen sich die Preise im vergangenen Jahr erhöht hätten.
Eine Aufschlüsselung der Immobilienpreise nach den dreizehn umsatzstärksten Regionen zeige, dass auch 2003 die mit Abstand höchsten Preise für Einfamilienhäuser mit 345.400 Euro (minus 0,5 %) in der Region München bezahlt werden mussten. Der Betrag liege aber immer noch deutlich unter dem Spitzenwert des Jahres 1994 mit 373.200 Euro. Rund 80.000 Euro weniger kosteten Einfamilienhäuser 2003 im Durchschnitt in den nächst teureren Ballungsräumen in der Region Untermain (Frankfurt/Offenbach) mit 264.100 Euro (plus 6,1 %), im Raum Düsseldorf mit 261.000 Euro (minus 0,2 %) und in der Region Mittlerer Neckar (Stuttgart/Böblingen/Esslingen) mit 250.500 Euro (plus 0,2 %). Zwischen den Stadtgebieten und dem Umland gebe es in den Regionen allerdings ein erhebliches Preisgefälle. Am Ende dieser Skala seien die ostdeutschen Regionen Dresden und Halle/Leipzig mit Einfamilienhauspreisen von 109.900 Euro (plus 3,1 %) bzw. 93.300 Euro (minus 2,5 %) geblieben.
Bei den Eigentumswohnungen liege ebenfalls unverändert die Region München mit durchschnittlichen Preisen von 187 300 Euro (minus 2 %) an der Spitze, gefolgt vom Raum Hamburg mit 148.600 Euro (minus 1,7 %) und dem Raum Mittlerer Neckar mit 145.800 Euro (minus 1 %). Die preiswertesten Eigentumswohnungen gebe es in den Räumen Bremen mit 91.000 Euro (plus 7,6 %) und Hannover mit 89.600 Euro (minus 4,5 %).
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