ifs Städtebauinstitut: Heizöl im Jahr 2004 stärkster Preistreiber bei den Wohnnebenkosten
News vom 11. Januar 2005
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Nach Angaben des "ifs Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V.", Berlin, haben sich die Wohnnebenkosten im Jahr 2004 um 2,2 Prozent verteuert. Sie hätten damit erneut deutlich über der allgemeinen Inflationsrate von 1,5 Prozent gelegen. Auch im Jahr 2003 seien die Wohnnebenkosten mit 1,6 Prozent stärker als die allgemeinen Lebenshaltungskosten (plus 1,1 %) gestiegen, während im Jahr 2002 noch ein gleich starker Anstieg von je 1,4 Prozent zu verzeichnen gewesen sei (siehe dazu auch die News vom 24. Januar 2004).
Wie das ifs, dem u. a. 27 Bausparkassen und 4 Banken angehören, weiter mitgeteilt hat, seien es vor allem die Energiepreise gewesen, die die Nebenkosten im vergangenen Jahr in die Höhe getrieben haben. So hätten sich flüssige Brennstoffe (insbesondere Heizöl) um 11,9 Prozent (2003: plus 3,7 %) und Strom um 4 Prozent (2003: plus 5 %) verteuert. Auch beim Frisch- und Abwasser habe es einen überproportionalen Anstieg um 2,7 bzw. 2,9 Prozent gegeben, nachdem die Erhöhung in den vorangegangenen beiden Jahren noch recht moderat ausgefallen sei. Verlangsamt hätten sich auch die Preisanstiege für die Müllabfuhrgebühren mit 1,5 Prozent (2003: plus 2 %), für feste Brennstoffe mit 0,9 Prozent (2003: 1,2 %) sowie für Gas mit einem Prozent nach einem deutlich überproportionalen Anstieg um 5 Prozent im Jahr zuvor. Das ifs rechnet allerdings in den kommenden Monaten mit einer Erhöhung der Gaspreise, die mit einer Verzögerung denen für Erdöl folgen würden.
Im längerfristigen Vergleich seit dem Jahr 2000 liegen nach Feststellung des Instituts die Preise für Gas mit einem Anstieg von 21,4 Prozent unverändert an der Spitze vor dem Strom (plus 18,7 %). Danach folgen die Gebühren für Abwasser (plus 9,1 %) vor denen der Müllabfuhr (plus 8 %). Insgesamt hätten die Wohnnebenkosten in dem Zeitraum 2000 bis 2004 um 7,3 Prozent und damit stärker als die Lebenshaltungskosten mit 6,1 Prozent zugelegt.
Neben den Wohnnebenkosten hat das ifs außerdem noch Zahlen zur Miete veröffentlicht. Danach hat sich der Anstieg der (Nettokalt-) Mieten im vergangenen Jahr mit 0,8 Prozent wieder verlangsamt. Im Jahr 2003 hätten sich die Mieten noch im Gleichschritt mit den Lebenshaltungskosten um 1,1 Prozent verteuert. Allerdings müsse man bei der Entwicklung der Mieten berücksichtigen, dass es sich hierbei um einen statistischen Durchschnittswert handele. In vielen Regionen, insbesondere in den Ballungsräumen, hätten die Mieten bereits wieder deutlich stärker angezogen, während in anderen Regionen mit Wohnungsleerständen Mietrückgänge festzustellen seien.
[zurück]