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LBS-Research: Bestandserwerb gibt wichtige Impulse für die Modernisierung der Bausubstanz - Investitionskosten in den neuen Ländern deutlich höher

News vom 14. März 2005

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Der Erwerb von Wohneigentum im vorhandenen Gebäudebestand gibt wichtige Impulse für die Modernisierung der Bausubstanz in den Städten. Zu diesem Ergebnis kommt LBS Research, der Forschungsdienst der Landesbausparkassen, nach einer Umfrage unter Wohneigentumserwerbern der Jahre 2001 bis 2003. Bei der vom Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführten Befragung gaben 71 Prozent der Käufer von Gebrauchtimmobilien in den alten Bundesländern an, neben dem Kaufpreis zusätzlich in Ausbau, Modernisierung, Instandsetzung oder Schönheitsreparaturen investiert zu haben. In den neuen Bundesländern investierten nach dieser Umfrage sogar 83 Prozent der Gebrauchtkäufer in solche Maßnahmen. Die entsprechenden Kosten hätten im Osten bei rund 36.000 Euro gelegen, und damit etwa doppelt so hoch wie im Westen (rund 18.000 Euro). Im Bundesschnitt hätten die Investitionen bei der Hälfte aller Fälle bis zu 10.000 Euro betragen, während 20 Prozent der Käufer zwischen 20.000 und 50.000 Euro und 8 Prozent über 50.000 Euro ausgegeben hätten.

Nach Angaben von LBS Research haben die Bestandskäufer bei der Schaffung von Wohneigentum in den letzten Jahren erstmals den Neubau überflügelt. Einen Grund dafür sehen die Landesbausparkassen nicht zuletzt in den niedrigeren Preisen. So hätten bei allen Wohneigentumskäufern der Jahre 2001 bis 2003 Neubauten in Westdeutschland mit 224.000 Euro im Schnitt rund anderthalb mal so viel gekostet wie Gebrauchtimmobilien (rund 150.000 Euro). In Ostdeutschland seien neue Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen mit 183.000 Euro sogar doppelt so teuer gewesen wie Objekte aus dem Bestand (rund 91.000 Euro).

Dass dabei die Gebäudequalität der Gebrauchtobjekte in vielen Fällen nicht mit dem aktuellen Neubaustandard vergleichbar ist und Anlass für eine "Frischzellenkur" besteht, zeigt laut LBS Research die Größenordnung der Bauinvestitionen, die von den Bestandskäufern vorgenommen wurden. Dabei reiche das Spektrum in Westdeutschland von der wohnwertverbessernden oder energiesparenden Modernisierung (bei 36 % aller Gebrauchtkäufe) über reine Instandhaltungsmaßnahmen (bei 28 %) und Schönheitsreparaturen (bei 23 %) bis zu An-, Um- und Ausbauten (bei 16 %). Lediglich 29 Prozent der Befragten hätten - zumindest zunächst - keine entsprechenden Maßnahmen durchgeführt. Der vielfach größere Anpassungsbedarf im Häuser- und Wohnungsbestand der neuen Länder kommt nach Angaben von LBS Research darin zum Ausdruck, dass hier neben Modernisierungen (bei 64 %) und Instandhaltungsmaßnahmen (bei 45 %) auch An-, Um- und Ausbauten mit 45 Prozent eindeutig größeres Gewicht hätten. Demgegenüber seien nur 10 Prozent der Maßnahmen reine Schönheitsreparaturen gewesen, und nur 17 Prozent hätten ganz auf Bestandsverbesserungen verzichtet.

Außerdem sieht LBS Research einen deutlichen Unterschied zwischen den Käufern von Eigentumswohnungen und Häusern: In West- und Ostdeutschland hätten die neuen Wohneigentümer "auf der Etage" lediglich in rund 60 Prozent der Fälle den Erwerb mit Bestandsinvestitionen verbunden, wobei die Schönheitsreparaturen einen deutlich größeren Anteil gehabt hätten. Erwerber von gebrauchten Eigentumswohnungen hätten denn auch "nur" 9.000 Euro (West) bzw. 12.000 Euro (Ost) in ihr Objekt investiert. Bei freistehenden Eigenheimen hätten die Investitionssummen demgegenüber zwei- bis dreimal so hoch gelegen, nämlich bei rund 23.000 Euro (West) bzw. 34.000 Euro (Ost). Dabei dürfe allerdings die durchschnittlich deutlich größere Wohnfläche dieser Objekte nicht übersehen werden. Doch die geringeren Investitionssummen der Reihenhauskäufer zeigten gleichfalls, dass die Modernisierungsfreiheit und -bereitschaft in freistehenden Eigenheimen objektiv offenbar am größten sei. Dies gelte nach dem Ergebnis der Studie auch für die Planungen für die nächsten Jahre. So hätten lediglich rund 12 Prozent aller Käufer von gebrauchten Eigentumswohnungen angegeben, in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Modernisierung oder einen Ausbau ihrer Wohnung zu planen. Eine entsprechende feste Investitionsabsicht gäbe es bei immerhin rund 30 Prozent der Reihenhauskäufer, aber bei fast der Hälfte aller Erwerber von freistehenden Eigenheimen aus dem Bestand.

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