ifs Städtebauinstitut: Pro-Kopf-Wohnfläche wächst nur noch langsam - Osten holt weiter auf
News vom 9. Juni 2005
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Die Bundesbürger verfügen über so viel Wohnraum wie nie zuvor. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche ist im vergangenen Jahr auf den neuen Höchststand von 40,7 Quadratmeter angestiegen. 2003 hatte sie noch bei 40,5 und 2002 bei 40,1 Quadratmeter gelegen (siehe die News vom 5. April 2004). Der Anstieg um 0,2 Quadratmeter hat sich damit deutlich verlangsamt. In den 1990er Jahren hatte er noch fast einen halben Quadratmeter pro Jahr betragen. Diese Zahlen hat jetzt das "ifs Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V.", Berlin, mitgeteilt.
Zwischen Ost- und Westdeutschland hat sich nach Angaben des Instituts, dem u. a. 27 Bausparkassen und 4 Banken angehören, die Annäherung in der Wohnfläche weiter fortgesetzt. Während 1989, also vor der Wiedervereinigung, westdeutschen Bundesbürgern mit 36,7 Quadratmetern 9,3 Quadratmeter mehr Wohnfläche pro Einwohner zur Verfügung gestanden hätten als ostdeutschen Bürgern mit 27,4 Quadratmetern, habe sich der Unterschied bis 2004 auf nur noch 3,2 Quadratmeter reduziert. Denn da betrug die durchschnittliche Wohnfläche 41,2 Quadratmeter in West- und 38 Quadratmeter in Ostdeutschland.
Dazu sagte Dr. Stefan Jokl, der Leiter des Instituts: "Der drastisch eingebrochene Wohnungsneubau in den vergangenen Jahren, aber auch das fehlende Einkommenswachstum, haben maßgeblich zu dieser Verlangsamung des Wohnflächenwachstums beigetragen. Trotz des Höchststandes liegen wir im internationalen Vergleich mit der Pro-Kopf-Fläche keineswegs an der Spitze. So liegt z. B. die Wohnfläche in Dänemark und der Schweiz bei 50 und in Schweden bei rd. 45 Quadratmetern."
Der Anstieg der Pro-Kopf-Wohnfläche sei in Westdeutschland im Jahr 2004 im Vergleich zu 2003 mit einem Zuwachs von 0,1 Quadratmetern von 41,1 auf 41,2 Quadratmeter erneut niedriger ausgefallen als in Ostdeutschland. In den ostdeutschen Bundesländern habe die durchschnittliche Wohnfläche um 0,3 Quadratmeter (und damit deutlich stärker) von 37,7 Quadratmeter auf 38 Quadratmeter zugenommen. Das Städtebauinstitut hebt hervor, seit 1989 sei damit die Wohnfläche in Ostdeutschland um 10 Quadratmeter oder 38,7 Prozent gestiegen; in Westdeutschland habe der Zuwachs dagegen "nur" 4,5 Quadratmeter oder 12,3 Prozent betragen.
Im innerdeutschen Vergleich gibt es laut ifs zwischen den einzelnen Bundesländern weiterhin erhebliche Unterschiede: An der Spitze der durchschnittlichen Wohnfläche pro Bundesbürger stehe unverändert das Saarland mit 46,0 Quadratmetern, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 45,1 und Niedersachsen mit 43,5 Quadratmetern. Am Ende dieser Skala rangierten - trotz deutlicher Zunahme in den letzten Jahren - vor allem die ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern mit 36,8, Sachsen mit 37,7 und Thüringen mit 37,9 Quadratmetern. Hamburg sei in der Rangfolge deutlich zurückgefallen und liege mit 36,0 Quadratmetern nun an letzter Stelle. Erneut überproportionale Zuwächse um jeweils 0,3 Quadratmeter verzeichneten die Bundesländer Sachsen-Anhalt auf 39,0, Thüringen auf 37,6 und Mecklenburg-Vorpommern auf 36,5 Quadratmeter. In Hessen und Schleswig-Holstein hätten die Pro-Kopf-Wohnflächen dagegen im Vergleich zu 2003 mit 41,7 bzw. 41,5 Quadratmetern stagniert.
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