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Stiftung Warentest untersucht Holzpelletkessel: Energieausnutzung befriedigend, Montageanleitungen verbesserungsbedürftig

News vom 10. August 2005

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Holzpelletkessel gelten als die "grünen" Vertreter unter den Heizkesseln. Betrieben werden sie - wie der Name schon sagt - mit Holzpellets. Das sind kleine, zylinderförmige Holzstücke, die ohne den Zusatz chemischer Bindemittel aus Sägespänen und Holzresten gepresst werden. Da sie beim Verbrennen nur soviel Kohlendioxid (CO2) freisetzen, wie der Baum in ihnen gebunden hat, gelten sie als besonders umweltfreundliche Heizstoffe. In der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "test" kommt die Stiftung Warentest allerdings zu dem Ergebnis, dass die dazu gehörigen Heizkessel noch nicht ganz ausgereift seien.

Die Tester haben 10 für Einfamilienhäuser geeignete Kessel mit einer Nennwärmeleistung von rund 15 kW und Preisen von 9.360 bis 13.500 Euro (ohne Pufferspeicher, Montage etc.) unter die Lupe genommen. Ihr Hauptaugenmerk richteten sie dabei auf die Energieausnutzung, die Sicherheit und Verarbeitung der Heizkessel sowie die Handhabung und die Umwelteigenschaften. Drei Pelletsheizungen schnitten mit dem Qualitätsurteil "gut", sechs mit "befriedigend" und eine mit "ausreichend" ab. Dabei kritisierten die Prüfer vor allem die unvollständige Betriebs- und Montageanleitung einiger Modelle, und sehen hier Nachbesserungsbedarf. Auch der Nutzungsgrad, also die Energieausbeute, sowie der Stand-by-Verbrauch konnte die Warentester nicht immer überzeugen.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Gülzow, die unter anderem das Förderprogramm der Bundesregierung für nachwachsende Dämmstoffe verwaltet (siehe die News vom 12. Mai 2005) und den Test finanziell unterstützt hat, zieht dennoch ein positives Fazit: "Für die Verbraucher zeigen die Prüfergebnisse, dass Pelletsheizungen eine gute und umweltfreundliche Alternative zu Öl- und Gasheizungen darstellen". Die relativ "junge" Pelletstechnologie habe ihre Feuertaufe damit erfolgreich bestanden. Die FNR hat außerdem eine Marktübersicht über Pellet-Zentralheizungen veröffentlicht (siehe dazu auch die News vom 9. Juli 2004).

Häuslebauer, die einen Pelletskessel installieren, können dafür unter anderem Fördermittel aus dem "Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien" des Bundes erhalten (siehe die News vom 18. April 2005). Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Frankfurter Straße 29-35, 65760 Eschborn, Telefon 06196/908-625, Fax: 06196/908800. Eine aktuellen Analyse der "Deutschen Bank Research" kommt sogar zu dem Schluss, dass gerade Pelletsanlagen besonders zukunftsträchtig seien. Durch die alternativen Heizsysteme werde der Hausbesitzer von Öl und Gas unabhängig. Nach Angaben von DB Research kostete die mit Pellets erzeugte Kilowattstunde Anfang 2005 mit 2,8 bis 3,4 Cent nur halb so viel wie Heizöl (5 bis 6 ct/kWh). Seither sei der Ölpreis sogar weiter gestiegen, während die Pelletspreise eher stabil sind. Ab einem Ölpreis von 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) wären Pelletsheizungen trotz der höheren Investitionskosten Öl und Gas sogar klar überlegen, so DB Research. Derzeit liegt der Ölpreis aber "erst" bei knapp 65 US-Dollar pro Barrel. Dennoch geht DB Research davon aus, dass sich die Zahl der derzeit rund 34.000 Pelletsheizungen in Deutschland mittelfristig verdoppeln wird - was angesichts der rund 40 Millionen Wohnungen in Deutschland aber auch dann nur einen winzigen Anteil von weniger als 0,2 Prozent betrifft.


Mehr zu dem Test finden Sie im August-Heft der Zeitschrift "test" sowie (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest.

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