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ifs Städtebauinstitut: Preise für Wohneigentum auch 2004 weitgehend stabil - München weiterhin teuerste Region in Deutschland

News vom 3. September 2005

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Ein Einfamilienhaus kostete im vergangenen Jahr in Westdeutschland durchschnittlich 167.900 Euro, und damit nur unwesentlich weniger als im Jahr zuvor, als der durchschnittliche Preis bei 169.500 Euro gelegen hatte. Die Preise haben sich damit in den vergangenen sechs Jahren in Westdeutschland auf relativ hohem Niveau stabilisiert, nachdem sie in den 90er Jahren um mehr als 40 Prozent angestiegen waren. In Ostdeutschland sind die Preise für Einfamilienhäuser dagegen weiter gesunken. Dort lag der Durchschnittspreis im Jahr 2004 mit 94.100 Euro um knapp zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau von 95.900 Euro. Teuerstes Pflaster für Eigenheimen und Eigentumswohnungen ist mit großem Abstand die Region München. Diese Zahlen hat jetzt das "ifs Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V.", Berlin, dem u. a. 27 Bausparkassen und 4 Banken angehören, mitgeteilt. Grundlage der Berechnungen ist eine vom ifs in Auftrag gegebene Untersuchung aller Verkaufsfälle von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen (Neubau- und Gebrauchterwerbe). Nach Angaben des ifs wurden dabei insgesamt 430.000 Verkaufsfälle berücksichtigt (370.700 in West- und 59.300 in Ostdeutschland). Gegenüber dem Jahr 2003 sei die Zahl der Verkaufsfälle in Westdeutschland um 3,2 Prozent zurückgegangen, während sie in Ostdeutschland um 2,2 Prozent angestiegen sei (siehe dazu auch die News vom 10. August 2004).

Das Ergebnis der Studie fasst Dr. Stefan Jokl, der Leiter des Instituts, so zusammen: "Von einzelnen Regionen abgesehen kann von einem generellen Preisverfall, wie verschiedentlich behauptet wird, überhaupt keine Rede sein. In Westdeutschland sind die durchschnittlichen Preise für Eigenheime und Eigentumswohnungen seit 1998 nahezu konstant geblieben. In Ostdeutschland scheint die seit Mitte der 90er Jahre anhaltende Abwärtstendenz allmählich zum Stillstand zu kommen."

Bei den Eigentumswohnungen zeigen sich nach den ifs-Zahllen noch größere Unterschiede zwischen Ost und West: Während sich die Preise in Westdeutschland mit durchschnittlich 121.000 Euro praktisch nicht geändert hätten, seien sie in Ostdeutschland auf 102.600 Euro gesunken. Damit hätten sie um knapp acht Prozent unter denen des Jahres 2003 gelegen, nachdem sie zuvor relativ deutlich um fast 10 Prozent gestiegen seien. Allerdings müsse man dabei berücksichtigen, dass der Markt für Eigentumswohnungen in Ostdeutschland sehr stark von Berlin dominiert werde. Dazu Dr. Jokl: "In den vergangenen beiden Jahren wurde rund die Hälfte des ostdeutschen Umsatzes in Berlin erzielt. Durch den Verkauf hochwertiger Eigentumswohnungen im Stadtgebiet war es 2003 zu einem überproportionalen Anstieg der Preise um rund ein Viertel gekommen. Im Jahr 2004 wurden dagegen kaum Eigentumswohnungen im hochpreisigen Segment verkauft. Dadurch sank der Durchschnittspreis wieder."

Eine Differenzierung der Preise nach Bundesländern zeige, so das ifs weiter, dass Einfamilienhäuser in Hamburg mit 270.700 Euro (minus 3,6 %) am teuersten gewesen seien. An zweiter Stelle rangiere Berlin mit 234.500 Euro, was gegenüber dem Jahr 2003 einem geringfügigen Anstieg von 0,3 Prozent entsprochen hätte. Mit einigem Abstand folge dann Bayern mit 200.800 Euro (minus 0,9 %) vor Baden- Württemberg mit 190.900 Euro (minus 1,7 %) und Hessen mit 177.400 Euro (minus 1,4 %). Die niedrigsten Preise hätten in Sachsen-Anhalt mit 62.000 Euro (minus 2,2 %) und Sachsen mit 76.800 Euro (minus 4,2 %) gezahlt werden müssen.

Auch bei den Eigentumswohnungen liege Hamburg mit 169.100 Euro (minus 4,5 %) an der Spitze. Dahinter rangiere Bayern mit 138.600 Euro (plus 0,9 %) knapp vor Hessen mit 132.300 Euro (minus 3,4 %) und Baden-Württemberg mit 126.500 Euro (minus 1,1 %). Die niedrigsten Preise für Eigentumswohnungen seien in Thüringen mit 79.000 Euro (minus 0,9 %) und in Sachsen-Anhalt mit 80.200 Euro (plus 2,8 %) zu zahlen gewesen.

Eine Aufschlüsselung der Immobilienpreise nach den dreizehn umsatzstärksten Regionen mache deutlich, dass die mit Abstand höchsten Preise für Einfamilienhäuser auch 2004 in der Region München zu registrieren gewesen seien (367.800 Euro, minus 0,3 %). Damit lagen die Kosten dort um knapp 100.000 Euro über den Durchschnittspreisen der nächst teuersten Ballungsräume Düsseldorf (271.700 Euro, plus 4,1 %), Untermain (Frankfurt am Main und Offenbach, 266.000 Euro, minus 0,7 %) und Mittleren Neckar (Stuttgart, Böblingen und Esslingen, 253.600 Euro, minus 0,5 %). Am Ende dieser Skala seien die ostdeutschen Regionen Dresden und Halle/Leipzig mit Einfamilienhauspreisen von 105.300 Euro (minus 4,8 %) bzw. 89.200 Euro (minus 4,4 %) geblieben.

Bei den Eigentumswohnungen liege (ebenfalls unverändert) die Region München mit einem Durchschnittspreis von 195.500 Euro (plus 3,3 %) an der Spitze, gefolgt vom Raum Mittlerer Neckar mit 149.100 Euro (plus 0,3 %) und dem Raum Hamburg mit 144.400 Euro (minus 4,1 %). Die preiswertesten Eigentumswohnungen gebe es in den Räumen Hannover mit 86.700 Euro (minus 3,2 %) und Dresden mit 83.700 Euro (minus 15,6 %).

Insgesamt, so das ifs abschließend, zeige der längerfristige Vergleich, dass es in den letzten zehn Jahren regelrechte Preiseinbrüche bei Eigentumswohnungen in Dresden (minus 38,7 %) und dem Bundesland Brandenburg (minus 30,8 %) sowie bei Einfamilienhäusern im Raum Halle/Leipzig (minus 35,4 %) bzw. im Bundesland Sachsen-Anhalt (minus 41,3 %) gegeben habe.

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