Zur vzbv-Homepage Zur KfW-Förderbank
Zur Startseite
Sie sind hier: > baufoerderer.de > News > News-Archiv > Baufinanzierung und -förderung > Meldung vom 7.12.05

Auf Spitzenzinsen sicher bauen: Stiftung Warentest untersucht Bauspartarife

News vom 7. Dezember 2005

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Gut zwei Jahre nach dem letzten großen Vergleich (FINANZtest 11/03, siehe dazu die News vom 7. November 2003) hat die Stiftung Warentest für die aktuelle Ausgabe ihrer Zeitschrift "FINANZtest" die Bauspartarife erneut unter die Lupe genommen. Und stellt fest, dass die Bausparkassen ihr Angebot inzwischen gründlich "renoviert" hätten. Das bringe besonders denjenigen Vorteile, die gezielt auf die eigenen vier Wände sparen. So seien Bauspardarlehen künftig deutlicher günstiger als bisher zu haben. Denn der Zinssatz liegt nach den Untersuchung der Finanztester im Allgemeinen nur noch zwischen 3,5 und 4 Prozent. Im Gegenzug wird das Guthaben allerdings meist auch nur noch mit mageren 1 bis 1,5 Prozent verzinst. Positiv allerdings: Die meisten neuen Tarife verzichten auf die früher übliche Darlehensgebühr von zwei bis drei Prozent der Bausparsumme. Einige Bausparkassen bieten zudem Tarife mit Wahlzuteilung. Bausparer können dann bereits nach einer kurzen Sparzeit von beispielsweise zwei Jahren die Zuteilung ihres Vertrags verlangen und müssen nicht mehr warten, bis sie ein Guthaben von 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme oder eine bestimmte Bewertungszahl erreicht haben. Darüber hinaus sind Tilgungsrate, Darlehenszinssatz und -höhe oft nicht mehr starr festgelegt.

Ob sich das Bausparen für den Einzelnen tatsächlich lohnt und vor allem dem Vergleich mit einer Baufinanzierung mit "reinen" Bankdarlehen ohne Bausparvertrag standhält, ist dagegen eine Frage des Einzelfalls und des konkreten Angebots der Bausparkasse. Um hier zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen, haben die Tester insgesamt 5 Modellfälle gebildet: Der "Zielsparer" ist sicher, dass er in absehbarer Zeit ein Haus kaufen oder bauen will. Sein Zeitplan sieht den Kauf oder Bau in 4, 7 oder 10 Jahren vor (Fall 1: Bau/Kauf in 4, Fall 2: Bau/Kauf in 7 Jahren, Fall 3: Bau/Kauf in 10 Jahren). Fall 4 betrifft den Bausparer, der das Eigenheim ebenfalls fest im Blick hat, aber über den Zeitpunkt des Erwerbs (4 bis 10 Jahre) noch unsicher ist, und der deshalb vor allem flexibel bleiben möchte. Und im Fall 5 ist unsicher, ob die Baupläne überhaupt je verwirklicht werden, so dass auch die Nachteile einer Vertragsauflösung mit berücksichtigt wurden.

Vergleichsmaßstab für die Bauspartarife war dabei jeweils ein Finanzierungsmodell ohne Bausparvertrag: Statt an die Bausparkasse fließt die monatliche Sparrate von 250 Euro in einen Banksparplan, der je nach Laufzeit mit 2,25 bis 3,25 Prozent verzinst wird. An die Stelle des Bauspardarlehens tritt ein Baukredit mit einem Effektivzins zwischen 6 Prozent bei einem Bautermin in vier und 7 Prozent bei einem Baubeginn in zehn Jahren.

Nach den Kriterien der FINANZtest gibt es einen klaren Sieger, der bei allen Modellfällen jeweils den ersten Platz belegte. Allerdings beteiligten sich nur 14 der 26 deutschen Bausparkassen (mit insgesamt 22 Tarifen) an dem Vergleich, während die übrigen wegen der Einführung neuer Tarife, aus Kapazitäts- oder sonstigen Gründen absagten. Als besonders günstig heben die Tester beim Sieger das Verhältnis zwischen Darlehensanspruch und Sparleistung des Bausparers hervor. Denn hier müssen nur 40 Prozent der Bausparsumme angespart werden, um ein Darlehen von bis zu 90 Prozent der Bausparsumme zu erhalten. Außerdem entstehen keine Kontoführungs- und Darlehensgebühren, und die Abschlussgebühr fällt niedrig aus, wenn Bausparer das maximale Darlehen wählen.

Neben dem Spitzenreiter gibt es aber auch noch andere gute Angebote, so das Ergebnis des Vergleichs. Insgesamt kommt die Stiftung Warentest daher zu dem Schluss, dass Bausparen heute so günstig wie nie sei. Häuslebauer, die heute einen Vertrag bei einer günstigen Bausparkasse abschließen, würden daher ein gutes Geschäft machen, wenn die Hypothekenzinsen in den nächsten vier Jahren nur leicht auf mehr als 4,5 bis 5,5 Prozent (der langjährige Durchschnitt liegt bei 7 bis 8 Prozent) steigen. Allerdings sollte ein Bausparvertrag - vor allem wegen der recht hohen Tilgungsraten - im Regelfall immer nur einen Baustein der Gesamtfinanzierung bilden, rät die FINANZtest.


Mehr zum diesem Thema finden Sie in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift "FINANZtest" oder (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest.

[zurück]