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Umweltbundesamt: Kamine und Holz-Öfen müssen sauberer werden - Moderne Holzfeuerungsanlagen, strengere Auflagen und mehr Aufklärung helfen gegen Feinstaub

News vom 15. März 2006

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Einerseits sind Holzöfen und Kamine gut fürs Klima, denn Holz setzt bei seiner Verbrennung nur soviel klimaschädliches Kohlendioxid frei, wie vorher beim Pflanzenwachstum im Holz gebunden wurde. Andererseits aber stoßen die mehreren Millionen kleinen Holzfeuerungsanlagen in Deutschland insgesamt etwa soviel gesundheitsschädlichen Feinstaub aus wie die Motoren von Pkw, Lkw und Motorrädern. Darauf hat jetzt das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau hingewiesen. Nach Angaben des UBA kann Feinstaub die menschliche Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Er wirke negativ auf die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System. Das führe zu Husten und der Zunahme asthmatischer Anfälle und könne sogar die Lebenserwartung vermindern. Das UBA fordert daher, dass kleine Holzfeuerungsanlagen sauberer werden müssen. Moderne Öfen, strengere Auflagen für den Betrieb kleiner Holzfeuerungen und eine bessere Aufklärung sollen helfen, den Feinstaub-Ausstoß drastisch zu reduzieren.

Einen wichtigen Ansatzpunkt sieht das UBA dabei in der von der Bundesregierung geplante Novellierung der so genannten "1. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz" (1. BImSchV - Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen). Sie enthält die gesetzlichen Regelungen für kleine Holzfeuerungsanlagen. Demnach müssen Feuerungsanlagen in privaten Haushalten, Handwerks- und Gewerbebetrieben zwar nicht genehmigt werden. Gleichwohl enthält die 1. BImSchV Bestimmungen für deren Betrieb. Bei der Novellierung sollten nach Auffassung des UBA zum Beispiel Emissionsgrenzwerte und Mindestwirkungsgrade für alle Einzelraumfeuerstätten bei der Typprüfung festgelegt werden. Diese Prüfung erfolgt, bevor die Geräte zugelassen werden, und garantiere dann, dass saubere Anlagen auf den Markt kommen. Auch die Grenzwerte für den Ausstoß von Staub sollten verschärft werden.

Nach Angaben des UBA sind bereits moderne Holzfeuerungsanlagen erhältlich, die relativ geringe Feinstaubemissionen verursachen (siehe dazu auch die News vom 10 August 2005). Dazu zählen in erster Linie Feuerungen, die mit kleinen Holzpresslingen, den so genannten "Holzpellets", betrieben werden. Besonders emissionsarme Pelletöfen und -heizkessel können außerdem das Umweltzeichen "Blauer Engel" erhalten (siehe dazu die News vom 14. Februar 2003). Wie viel Feinstaub tatsächlich ausgestoßen wird, hängt aber nicht nur von Art und Alter der Anlage ab. Auch die Art der Befeuerung, der Wartungszustand der Anlagen und die Auswahl sowie die Qualität des genutzten Holzes sind zu beachten. Daher sollten Betreiber auch besser als bisher informiert und ihre Anlagen überprüft werden. Dies könnten die Schornsteinfeger bei ihren ohnehin stattfindenden Routineprüfungen übernehmen, so das UBA abschließend.


Ausführlichere Informationen hat das Umweltbundesamt in dem achtseitigen Hintergrundpapier "Die Nebenwirkungen der Behaglichkeit: Feinstaub aus Kamin und Holzofen" zusammengefasst, das Sie (im PDF-Format) hier im Internet-Angebot des Amtes finden.

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