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vzbv kritisiert Pläne für den neuen Energiepass - Verwirrung durch Wahlmöglichkeit befürchtet

News vom 11. April 2006

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) steht den Plänen der Bundesregierung, nach der Wohneigentümer und Vermieter bei Bestandsimmobilien künftig zwischen zwei Varianten des Energiepasses wählen dürfen sollen, kritisch gegenüber. "Wir haben uns durch die Einigung der Ministerien eine klare Linie zum Energiepass erhofft", sagte Stefan Bentrop, Referent Bauen und Wohnen beim vzbv, am gestrigen Montag (10. April 2006) in der Netzeitung.

Nach dem Entwurf der neuen Energieeinsparverordung, den Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Bauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in der vergangenen Woche vorgelegt haben, soll es möglich sein, zwischen einem verbrauchs- und einem bedarfsorientierten Energiepass zu wählen (siehe die News vom 7. April 2006). Damit kommt die Regierung den Forderungen der Immobilienwirtschaft entgegen, die den bedarfsorientierten Pass befürwortet. Der vzbv fürchtet dagegen, dass die Verbraucher dadurch nur unnötig verwirrt werden: "Durch den Referentenentwurf wird die Idee der Transparenz konterkariert: Transparenz für den Verbraucher entsteht nur, wenn es eine einzige Form des Energiepasses gibt", warnte Bentrop.

Schon in der Vergangenheit hatten sich unter anderem der vzbv und der Deutsche Mieterbund klar für die "bedarfsorientierte" Variante ausgesprochen (siehe die News vom 14. Dezember 2005). "Bei Häusern mit bis zu sieben Wohneinheiten ist in jedem Fall ein bedarfsorientierter Pass aussagekräftiger als ein verbrauchsorientierter", betonte Bentrop. "Denn der Vorverbrauch einzelner Mieter kann ganz unterschiedlich ausfallen." Sollten zukünftig beide Modelle zulässig sein, befürchtet der vzbv, dass der bedarfsorientierte Ausweis keine Chance hat. "Wir bezweifeln, dass sich der bedarfsorientierte Pass durchsetzt, wenn gleichzeitig ein verbrauchsorientierter angeboten wird", sagte Bentrop weiter. Denn der Wohnungsmarkt sei in vielen Teilen Deutschlands sehr eng. Daher sei sei nicht zu erwarten, dass Verbraucher eine Wohnung allein deshalb ablehnen, weil es keinen bedarfsorientierten Energiepass gebe.

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