Mehr Licht als Schatten: Stiftung Warentest untersucht Solarstromanlagen
News vom 10. Mai 2006
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Herrlicher Sonnenschein, ein wolkenloser Himmel und steigende Strompreise - manch Bauherr wird sich in diesen Frühlingstagen fragen, ob er nicht eine Solarstromanlage aufs Dach setzen sollte. Strahlt die Sonne pro Jahr doch durchschnittlich eine Energiemenge von rund 1.000 Kilowattstunden auf jeden Quadratmeter Deutschland ab. Das entspricht in etwa der Energie aus 100 Litern Heizöl oder 100 Kubikmetern Erdgas. Grund genug auch für die Stiftung Warentest, für die aktuelle Ausgabe ihrer Zeitschrift "test" Solarmodule und Wechselrichter einmal näher zu beleuchten. Der Test wurde vom Bundesumweltministerium gefördert.
Untersucht wurden insgesamt 15 Solarmodule und 6 Wechelrichter, die den von der Anlage erzeugten Gleichstrom in den netzüblichen Wechselstrom umwandeln. Zwar könnte man den erzeugten Strom auch direkt selbst nutzen. Lohnender ist aber der Verkauf. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind die Netzbetreiber verpflichtet, den Strom abzunehmen und gesetzlich garantierte Mindestpreise zu bezahlen. Derzeit sind das für neue Anlagen auf dem eigene "Häusle" 0,518 Euro pro Kilowattstunde Solarstrom (siehe dazu auch die News vom 2. August 2004).
Bevor das eigene "Sonnenkraftwerk" in Betrieb gehen kann, sind allerdings erhebliche Investitionen erforderlich. Bei den von den Warentestern geprüften Anlagen mit einer für Einfamilienhäuser ausgelegten Größe von 20 bis 26 Quadratmetern bzw. Leistung von ca. 3 Kilowatt lagen die Gesamtpreise der Solarmodule zwischen 12.760 und 16.840 Euro. Bezogen auf die jeweilige (Nenn-)Spitzenleistung enspricht das Kosten zwischen 4,30 und 6,65 Euro pro Watt. Die Wechselrichter schlugen mit Preisen zwischen 1.750 und 2.120 Euro zu Buche. Insgesamt kostet eine Solarstromanlage fürs Einfamilienhaus je nach Größe zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Reich wird man daher auch bei optimaler Besonnung kaum, doch für die Umwelt lohnt sich die Investition.
Bei den 15 Modulen vergaben die Tester neunmal die Gesamtnote "gut". Dieselbe Note gabe es jeweils in der Kategorie "Stromerzeugung". Auch von den sechs weiteren - durchweg als "befriedigend" eingestuften - Modulen erhielt eines noch ein "gut" bei der Bewertung der Stromerzeugung. Untersucht wurden neben dem Wirkungsgrad unter anderem die Haltbarkeit, Sicherheit sowie die Dokumentation und Montage. Die Prüfung ergab, dass die Leistung einiger Module deutlich hinter dem angegeben Nennwert zurückblieb. Hier empfiehlt die Stiftung Warentest, nicht bloß auf die Nennleistung, sondern auch auf den angegeben Toleranzbereich zu achten. Denn je geringer die zulässige Abweichung nach unten, desto besser. Andere Module schnitten bei der Alterungsbeständigkeit bzw. der mechanischen Belastbarkeit (durch Stürme und Schnee) nur "ausreichend" ab. Bei der Untersuchung der 6 Wechselrichtern (Gesamturteil: einmal "gut", viermal "befriedigend", einmal "mangelhaft") lagen die Schwachpunkte vor allem bei den Betriebsgeräuschen, der elektromagnetischen Verträglichkeit sowie der Sicherheit. Daher sehen die Prüfer hier noch Verbesserungsbedarf. Bei der Bewertung der Stromumwandlung gab es neben einem "befriedigend" jedoch nur "gute" Noten.
Die KfW Förderbank unterstützt die Anschaffung einer Photovoltaikanlage mit zinsgünstigen Krediten aus dem Programm "Solarstrom erzeugen". Als Darlehen werden bis zu 100 % der Kosten, aber insgesamt nicht mehr als 50.000 Euro ausgegeben. Als maßgebliche Kosten werden dabei die Investitionskosten (bei Vorsteuerabzugsberechtigung ohne Umsatzsteuer) einschließlich der Kosten für Messeinrichtungen, Planung, Montage und - sofern vom Investor zu tragen - die notwendigen Netzanschlüsse berücksichtigt.
Mehr zu dem Test finden Sie im Mai-Heft der Zeitschrift "test" sowie (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest. Weitere Informationen zu den Fördermitteln finden Sie im Internet auch unter www.solarfoerderung.de.
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