Stiftung Warentest prüft Gasheizkessel: Austauschen und sparen
News vom 12. Juni 2006
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Eigentlich ist es ja ein Winterthema, doch wer die Zeit bis zum ersten Schnee zur Heizungsmodernisierung nutzen will, kann sich schon jetzt informieren. Denn für die aktuelle Ausgabe ihrer Zeitschrift "test" hat die Stiftung Warentest 11 Gas-Brennwertkessel unter die Lupe genommen. Das erfreuliche Ergebnis: Mit ihrer ordentlichen Wärmedämmung, niedrigem Stromverbrauch und ihrer durchweg hohen Energieausnutzung sparen Brennwertkessel im Vergleich zu einem 25 Jahre alten Standardkessel rund 30 Prozent der Gas- und Heizkosten. So erhielten alle getesteten Kessel die Note "gut" oder sogar "sehr gut" für die Energieausnutzung, und auch bei der Gesamtbewertung schnitten alle Kessel "gut" ab.
Nach Angaben der Stiftung Warentest haben die neuen Kessel gegenüber einem "Oldtimer" folgende Vorteile: Sie verschwenden weniger Wärme im Aufstellraum, weil sie besser gedämmt sind, werden mit niedrigerer und gleitender Heizwassertemperatur betrieben, können durch neue Pumpentechnik den Stromverbrauch senken, nutzen zusätzlich die Kondensationswärme im Wasserdampf, die sonst nur den Schornstein "heizt", verfügen über bessere Regelungsmöglichkeiten mit Abschalt- und Absenkzeiten, die sich auf die Außentemperatur und die Wünsche der Bewohner abstimmen lassen, und über flexible Gebläsebrenner, deren Gasflammen sich automatisch an den jeweiligen Wärmebedarf anpassen. Dadurch werden die Wärmeverluste der Heizung kräftig reduziert und sinkt der Gasverbrauch, so die Warentester.
Angesichts der steigenden Gaspreise (siehe die News vom 12. Mai 2006) können die damit verbundenen Einsparmöglichkeiten schon ein Anreiz zum Kesseltausch sein (siehe dazu auch die News vom 17. November 2004). Allerdings sind dafür zunächst einige Investitionen erforderlich: Die Listenpreise der Kessel samt Speicher und Regelung bewegen sich zwischen 3.400 und 5.020 Euro, auch wenn die tatsächlichen Marktpreise bei den Installateuren laut Stiftung Warentest meist 5 bis 20 Prozent darunter liegen. Außerdem kommen weitere Kosten für die Montage und gegebenenfalls die Anpassung des Schornsteins hinzu. Die Installation neuer Heizkessel wird aber beispielsweise mit zinsgünstigen Darlehen aus den Programmen der KfW Förderbank unterstützt.
Für manche Heizkessel ist der Austausch bis zum Jahresende auch gesetzlich vorgeschrieben. Denn am 31. Dezember 2006 endet die Frist der Energieeinsparverordnung, nach der grundsätzlich alle Öl- und Gasheizkessel ausgetauscht werden müssen, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut worden sind (siehe die News vom 1. November 2004). Sie verlängert sich bis zum 31. Dezember 2008, wenn der Brenner nach dem 1. November 1996 erneuert worden ist. Für selbstgenutztes Wohneigentum gibt es allerdings eine Ausnahme: Bei selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern, die zum 1. Februar 2002 vom Eigentümer selbst bewohnt wurden, gilt die Erneuerungspflicht nur im Falle eines Eigentümerwechsels. Wer als Hausbesitzer noch einen solchen Kessel sein eigen nennt, kann ihn also weiternutzen. Die Zweijahresfrist zum Austausch läuft dann erst für den neuen Eigentümer, wenn das Haus beispielsweise verkauft wird. Umgekehrt heißt das aber auch: Wer jetzt oder zukünftig eine ältere Immobilie erwirbt, sollte sich auch nach Alter, Art und Zustand der Heizung erkundigen, da durch den Austausch des Heizkessels zusätzliche Kosten auf ihn zukommen könnten.
Mehr zu diesem Thema finden Sie im Juni-Heft der Zeitschrift "test" oder (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest. Zu weiteren Untersuchung der Stiftung Warentest siehe die außerdem die News vom 10. August 2005 (Holzpelletkessel), vom 9. Juli 2004 (Ölheizkessel) und vom 21. August 2003 (Gasheizkessel).
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