Fraunhofer-Institut startet vierjährige Felduntersuchung von Wärmepumpen für Einfamilienhäuser - Interessierte Bauherren in Süddeutschland können sich beteiligen
News vom 8. August 2006
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) will in einem vierjährigen Feldtest 140 Wärmepumpen für Einfamilienhäuser vermessen. In Zusammenarbeit mit sieben Herstellern und zwei Energieversorgern soll untersucht werden, wie gut elektrische Wärmepumpen den Wärmebedarf von Niedrigenergiehäusern decken können.
Wärmepumpen nutzen Außenluft, Erdreich oder Grundwasser als Wärmequelle. Neben oberflächennahen Erdkollektoren werden auch Erdsonden eingesetzt, die meist bis zu 100 m tiefe Erdschichten nutzen. Wärmepumpen können Umweltwärme niedriger Temperatur - zum Beispiel aus dem Erdreich - auf ein höheres Niveau anheben. Dazu nutzen sie als Antriebsenergie meist Strom. Da mit einer Kilowattstunde (kWh) Strom bis zu 5 kWh Wärme produziert würden, führe dieses System in vielen Anwendungen zu einem geringeren Primärenergieverbrauch als konventionelle Heizsysteme und sei dann ökologisch sinnvoll, so Fraunhofer ISE.
Untersucht werden Wärmepumpen der Marken Alpha-InnoTec, Buderus, Junkers, Hautec, NIBE, Siemens-Novelan, Stiebel Eltron, Tecalor, Vaillant und Viessmann. Neben den Herstellern begleiten und fördern die Energieversorger EnBW und E.ON Energie das Projekt, das auch vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt wird. Interessierte Bauherren, die bis September 2006 im Südwesten Deutschlands eine Wärmepumpe der genannten Marken neu installieren, können sich beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Heidenhofstr. 2, 79110 Freiburg) unter der Telefonnummer 0761/4588-5371 über die Möglichkeit einer Teilnahme informieren.
Bis zum Sommer 2008 wollen die Fraunhofer Forscher je 11 Wärmepumpen der 7 Hersteller und anschließend bis zum Sommer 2010 je 9 weitere, dann neu installierte Anlagen jedes Herstellers vermessen. Insgesamt werden so 140 Wärmepumpen in den Test einbezogen. Ein Datenlogger erfasst beim Betreiber minütlich das gesamte Systemverhalten: die wichtigsten Temperaturen, Durchflussmengen, Wärmeströme und Stromverbräuche auch der Hilfsantriebe. Über Funk sichert das Institut einmal am Tag die Messwerte und prüft sie automatisch. "Wir werden in diesem Monitoringprojekt klären, wie effizient moderne Wärmepumpen in Gebäuden aktuellen Standards sind und ob sie eine nachhaltige Alternative zu fossilen Energieträgern bieten. Für den Einsatz in sehr guten Niedrigenergie-Häusern mit einem Jahresheizwärmebedarf von 20 bis 50 kWh pro Quadratmeter - entsprechend 2 bis 5 l Öl pro Quadratmeter - wollen wir feststellen, welche Optimierungen noch möglich sind." sagt Projektleiter Dr. Andreas Bühring. "Weil wir so detailliert messen, können wir nicht nur eine Energiebilanz aufstellen, sondern auch das Betriebsverhalten auswerten. Das gibt den Herstellern präzise Hinweise, ihre Produkte gegebenenfalls zu optimieren", so Bühring weiter. Eine weitere Besonderheit: 14 Wärmepumpen werden über die ganzen vier Jahre vermessen. Ziel ist es zu klären, ob sich Kältemittelverluste über ein verändertes Betriebsverhalten nachweisen lassen und wie hoch diese gegebenenfalls sind.
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