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ifs Städtebauinstitut: Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen ziehen an - München bleibt mit Abstand teuerstes Pflaster

News vom 14. August 2006

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Ein Einfamilienhaus kostete im vergangenen Jahr in Westdeutschland durchschnittlich 173.700 Euro, und damit etwa 2,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor, als der durchschnittliche Preis bei 168.800 Euro gelegen hatte. Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht, nachdem die Preise in den letzten Jahren nahezu stagniert hatten. Gegenüber 1996 bedeutet dies einen Anstieg um 7,8 Prozent. Auch in Ostdeutschland haben die Preise für Eigenheime deutlich angezogen. Dort lag der Durchschnittspreis im Jahr 2005 mit 99.400 Euro um rund sieben Prozent über dem Vorjahresniveau von 92.900 Euro. Das sind aber immer noch 7,9 Prozent weniger als der Höchststand von 107.900 Euro aus dem Jahr 1999. Teuerstes Pflaster für Eigenheimen und Eigentumswohnungen ist mit großem Abstand die Region München. Diese Zahlen hat jetzt das "ifs Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V.", Berlin, dem u. a. 26 Bausparkassen und 3 Banken angehören, mitgeteilt. Grundlage der Berechnungen ist eine vom ifs in Auftrag gegebene Untersuchung aller Verkaufsfälle von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen (Neubau- und Gebrauchterwerbe). Nach Angaben des ifs wurden dabei insgesamt 473.100 Verkaufsfälle berücksichtigt (404.800 in West- und 68.300 in Ostdeutschland). Gegenüber dem Jahr 2004 sei die Zahl der Verkaufsfälle in Westdeutschland um 9,2 Prozent und in Ostdeutschland sogar um 15,2 Prozent gestiegen (siehe dazu auch die News vom 3. September 2005).

Das Ergebnis der Studie fasst Dr. Stefan Jokl, der Leiter des Instituts, so zusammen: "Von einem Preisverfall, wie verschiedentlich immer wieder behauptet wird, kann überhaupt keine Rede sein, im Gegenteil: Ich gehe davon aus, dass das inzwischen in weiten Regionen verknappte Wohnungsangebot in nächster Zeit zu weiteren Preissteigerungen führen wird. Lediglich bei Eigentumswohnungen in Ostdeutschland geht es noch weiter abwärts, was darauf zurückzuführen sein dürfte, dass Verkäufe von preiswerteren Wohnungen aus dem Bestand von Kommunen auf die Preise drücken.". Die gegenüber dem Jahr 2004 stark erhöhte Zahl der Verkäufe führt Jokl auf so genannte "Vorzieheffekte" auf Grund der Diskussion um die Abschaffung der Eigenheimzulage zum 1. Januar 2006 (siehe dazu die News vom 21. Dezember 2005) zurück. Dabei seien vor allem Immobilien im Bestand und hier insbesondere Eigentumswohnungen gekauft worden.

Bei den Eigentumswohnungen seien die Preise in Westdeutschland mit durchschnittlich 124.200 Euro um 1,9 Prozent angestiegen. Auch in Ostdeutschland hätten die Durchschnittspreise mit 103.400 Euro (plus 1,2 %) leicht höher gelegen als im Vorjahr. Das sei darauf zurückzuführen, dass 2005 deutlich mehr Eigentumswohnungen mit hochwertiger Ausstattung in Berlin verkauft worden seien. Denn der Berliner Markt mache rund 54 Prozent des Umsatzvolumens für Eigentumswohnungen in Ostdeutschland aus und ziehe so den Durchschnittspreis für die ostdeutschen Bundesländer nach oben.

Eine Differenzierung der Preise nach Bundesländern zeige, so das ifs weiter, dass auch im Jahr 2005 die Einfamilienhäuser in Hamburg trotz eines Rückgangs um 6,9 Prozent mit durchschnittlich 260.200 Euro am teuersten gewesen seien. An zweiter Stelle rangiere unverändert Berlin mit 229.600 Euro, was gegenüber dem Jahr 2004 einem Abschlag von 2,1 Prozent entsprochen habe. Mit einigem Abstand folge dann Bayern mit 208.500 Euro (plus 1,7 %) vor Baden- Württemberg mit 195.700 Euro (plus 2,5 %) und Hessen mit 180.500 Euro (plus 1,1 %). Die niedrigsten Preise hätten in Sachsen-Anhalt mit 62.100 Euro (plus 0,2 %) und Sachsen mit 73.700 Euro (plus 2,2 %) gezahlt werden müssen. Den größten prozentualen Preissprung habe das Saarland mit einem Plus von 11,9 Prozent auf 123.900 Euro gemacht.

Auch bei den Eigentumswohnungen liege Hamburg mit 187.700 Euro (plus 4,6 %) unverändert an der Spitze. Dahinter rangiere Bayern mit 143.200 Euro (plus 2,9 %) vor Hessen mit 134.400 Euro (plus 1,4 %) und Baden-Württemberg mit 127.700 Euro (plus 0,8 %). Die niedrigsten Preise für Eigentumswohnungen seien in Sachsen-Anhalt mit 64.800 Euro (minus 19,2 %) und in Thüringen mit 76.200 Euro (minus 6,4 %) zu zahlen gewesen.

Eine Aufschlüsselung der Immobilienpreise nach den dreizehn umsatzstärksten Regionen mache deutlich, dass die mit Abstand höchsten Preise für Einfamilienhäuser auch 2005 in der Region München zu registrieren gewesen seien (364.000 Euro, plus 0,3 %). Damit lagen die Kosten dort um gut 90.000 Euro über den Durchschnittspreisen der nächst teuersten Ballungsräume Düsseldorf (271.300 Euro, minus 1,6 %), Untermain (Frankfurt am Main und Offenbach, 260.300 Euro, minus 1 %) und Mittleren Neckar (Stuttgart, Böblingen und Esslingen, 256.000 Euro, plus 1,1 %). Am Ende dieser Skala seien die ostdeutschen Regionen Dresden und Halle/Leipzig mit Einfamilienhauspreisen von 107.100 Euro (plus 1,8 %) bzw. 91.900 Euro (plus 3 %) geblieben.

Bei den Eigentumswohnungen liege (ebenfalls unverändert) die Region München mit einem Durchschnittspreis von 197.900 Euro (plus 1,5 %) an der Spitze, gefolgt jetzt von Hamburg, das einen überproportionalen Anstieg von 11,8 Prozent auf 161.600 Euro verzeichnete, und vom Raum Mittlerer Neckar mit 151.500 Euro (plus 1,5 %). Die preiswertesten Eigentumswohnungen gebe es in den Räumen Hannover mit 86.300 Euro (minus 0,5 %) und Dresden mit 77.500 Euro (minus 8,9 %).

Insgesamt, so das ifs abschließend, zeige der längerfristige Vergleich, dass es in den letzten zehn Jahren den stärksten Preisanstieg bei Einfamilienhäusern in der Region München (plus 25 Prozent) und bei Eigentumswohnungen im Bundesland Hamburg (plus 39) Prozent gegeben habe.

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