LBS Research: Quadratmeterpreis von neuen Eigenheimen 2004 fast 100 Euro niedriger als 1995 - Reihenhäuser wesentlich günstiger als Einzelhäuser
News vom 5. September 2006
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Von 1995 bis 2004 sind die veranschlagten Kosten für das Bauwerk bei Einfamilienhäusern pro Quadratmeter um 7,3 Prozent zurückgegangen. So lag der der Quadratmeterpreis beim teuersten Haustyp, dem frei stehenden Einzelhaus, im den alten Bundesländern im Jahr 1995 mit 1.386 Euro 81 Euro über dem Wert von 2004 (1.305 Euro). Vergleichbare Entwicklungen gab es auch bei den Doppel- und Reihenhäusern, und zwar sowohl in den alten wie den neuen Bundesländern. Den mit 19,2 Prozent stärkesten Preisrückgang verzeichneten dabei die Doppelhäuser im Osten, bei denen sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis von 1.234 auf 998 Euro verringerte. Diese Zahlen hat jetzt LBS Research, der Forschungsdienst der Landesbausparkassen, veröffentlicht. Grundlage dafür seien die Daten des Statistischen Bundesamts. Wie LBS Research weiter mitteilt, habe sich das Preisbewusstsein der Eigenheiminteressenten auch 2005 mit einem weiteren Rückgang der Quadratmeterkosten um rund ein Prozent fortgesetzt (siehe dazu auch die News vom 26. Juni 2005). Dabei falle auf, dass die Entwicklung zum kostengünstigen Bauen in den neuen Ländern stärker ausgeprägt sei als in Westdeutschland.
Nach Angaben von LBS Research liegen die durchschnitttlichen Baukosten in Ostdeutschland bei zwei von drei Gebäudetypen unter der Grenze von 1.000 Euro pro Quadratmeter: Bei Reihenhäusern mit 920 Euro bereits sehr deutlich, bei Doppelhäusern mit 998 Euro noch relativ knapp. Allerdings habe die Bedeutung dieser Bauformen im Laufe des letzten Jahrzehnts abgenommen: So seien im Jahr 2004 nur noch 5 Prozent der Einfamilienhäuser im Beitrittsgebiet in der Reihe errichtet worden, während es im Jahr 1995 noch 16 Prozent waren. Der Anteil der neuen Doppelhäuser ging dort in diesem Zeitraum von 15 auf 8 Prozent zurück. Nach Angaben von LBS Research haben vor allem relativ großzügige Grundstücksangebote und bezahlbare Baulandpreise den Anteil der frei stehenden Einfamilienhäuser in den neuen Ländern seit 1995 von 69 auf über 84 Prozent ansteigen lassen. Die entsprechenden Bauwerkskosten hätten im Jahr 2004 mit durchschnittlich 1.066 Euro pro Quadratmeter knapp 18 Prozent weniger als 1995 (1.299 Euro) betragen .
Demgegenüber liege der Anteil der frei stehenden Einfamilienhäuser im Westen vergleichsweise stabil bei rund 65 Prozent, so LBS Research weiter. Unverändert hätten dort gut 14 Prozent auf das Reihenhaus gesetzt. Vor allem in den wirtschaftsstarken Ballungsräumen sind diese Objekte neben Eigentumswohnungen nach Einschätzung der LBS-Experten auch eine kostengünstige Alternative. Denn sie böten ebenerdiges Wohnen auch auf sparsamen Grundstücksflächen. Allerdings würden auch hier die West-Ost-Unterschiede bei den Baukosten deutlich. Denn in den alten Ländern sei der Quadratmeter Reihenhaus mit 1.129 Euro im Durchschnitt immer noch 22 Prozent teurer als in den neuen.
Zugleich zeige die Statistik, dass bei Reiheneigenheimen und Doppelhäusern die geringsten Wohnflächen realisiert würden. So war die durchschnittliche Wohnfläche im Jahr 2004 nach den LBS-Zahlen bei Einzelhäusern mit 149 bzw. 124 Quadratmetern (West/Ost) deutlich größer als bei Doppel- (130/110 qm) und Reihenhäusern (126/114 qm). Die Kombination aus Kosten- und Flächensparen erkläre auch die Bezahlbarkeit dieser Haustypen im Vergleich zu frei stehenden Häusern. So würden zum Beispiel Reihenhäuser im Osten durchschnittlich 105.000 Euro kosten, während frei stehende Häuser mit 133.000 Euro zu Buche schlügen. Im Westen betrage die Ersparnis beim Reiheneigenheim sogar über 50.000 Euro. Bei Kosten von durchschnittlich 142.000 Euro - gegenüber 194.000 Euro für ein frei stehendes Haus - sei das mehr als ein Viertel.
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