vzbv: EU setzt mit Aktionsplan zur Energieeffizienz Maßstäbe für deutsche Energiepolitik
News vom 20. Oktober 2006
Quelle: Pressemitteilung des vzbv vom 19.10.2006
Mit konkreten Zielen und weitreichenden Maßnahmen zur Energieeinsparung will die Europäische Kommission die Energierechnungen der europäischen Verbraucher um 100 Milliarden Euro pro Jahr senken. "Damit gibt die EU den Takt für die deutsche Energieeffizienzpolitik vor", so vzbv-Vorstand Dr. Edda Müller. Das Programm enthalte nahezu alle erforderlichen und vom vzbv geforderten ordnungsrechtlichen Vorgaben. Müller kritisierte das schleppende Tempo der Bundesregierung bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen. Zudem seien die bisherigen Vorschläge der Regierung zu vage und zu wenig ambitioniert. "Ebenso wie die Kommission müsse die Regierung die Zeichen der Zeit erkennen und sich die Vorschläge der EU-Kommission zu eigen machen."
Die Europäische Kommission schätzt das Einsparpotential auf bis zu 30 Prozent. Im Mittelpunkt des Aktionsplans stehen "dynamische Anforderungen an die Energieeffizienz von Produkten, Gebäuden und Dienstleistungen". Konkret bedeutet dies, dass für 14 wichtige Produktgruppen wie Fernseher, Kopierer, Motoren und Haushaltsgeräte strenge Mindeststandards ab 2008 festgelegt werden sollen. Gleichzeitig plant die Kommission, bei Haushaltsgeräten zum alten Kennzeichnungssystem mit A, B und C zurückzukehren und die "A-Klasse" für die besten 10 bis 20 Prozent der Geräte zu reservieren. "Damit hat die Kommission eine wesentliche Forderung der Verbraucher erfüllt", begrüßte Edda Müller die geplante Abschaffung der verwirrenden A++ Kennzeichen.
Bei Gebäuden will die Kommission den Passivhaus-Standard vorgeben und auch für den Gebäudebestand strengere Anforderungen bei Sanierungen stellen. Kraftfahrzeuge sollen ebenfalls sparsamer werden. So soll ein durchschnittlicher Flottenverbrauch von 4,5 Litern auf 100 km bis 2012 erreicht werden. Zudem ist auch hier ein klares Kennzeichnungssystem wie bei den Elektrogeräten geplant. "Der EU-Aktionsplan geht auch bei Gebäuden und Pkw deutlich über die bisherigen Planungen der Bundesregierung hinaus, die es bis heute versäumt hat, einen EU-konformen Energieausweis für Altbauten einzuführen", kritisierte die vzbv-Chefin (siehe dazu auch die News vom 16. Juni 2006).
"Die Bundesregierung muss jetzt ihre zögerliche Haltung zu ordnungsrechtlichen Maßnahmen aufgeben und vor allem während der nächsten Ratpräsidentschaft ab Januar 2007 mit gutem Beispiel innerhalb der EU vorangehen", forderte Edda Müller. Ein klares Bekenntnis zu dem jetzt vorgelegten Aktionsplan und eine konsequente Umsetzung der bereits vorliegenden Richtlinien sei hierfür das richtige Signal. Alleine die deutschen Verbraucher könnten bei Ausschöpfung der vorhandenen Effizienzressourcen ihre jährlich Energierechnung um 20 Milliarden Euro reduzieren, je Haushalt sind dies über 500 Euro pro Jahr."
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