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Erdwärme-Nutzungskarten für Bayern veröffentlicht - Untergrund kostengünstig und klimafreundlich zum Heizen oder Kühlen nutzen

News vom 6. November 2006

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Bauherren, die in Bayern mit Erdwärme heizen wollen, können bei der Planung jetzt auf neue Erdwärme-Nutzungskarten zurück greifen. Sie wurden vom Bayerischen Geologischen Landesamt erarbeitet und vor einigen Tagen vom Umweltministerium des Landes vorgestellt. Die Karten zeigen, mit welcher Methode sich der Untergrund am besten zum Heizen oder Kühlen nutzen lässt. "Direkt unter unseren Füßen oder im eigenen Vorgarten ist ein enormes Energiereservoir in Boden und Grundwasser gespeichert. Dieses können wir nutzen, um unsere Gebäude klimafreundlich zu heizen und sogar zu kühlen - und das unabhängig von steigenden Energiepreisen." sagte dazu Umweltminister Werner Schnappauf (CSU). Belohnt werde man mit bis zu 70 Prozent niedrigeren Verbrauchskosten, so dass sich bereits nach wenigen Jahren im Vergleich zu Heizöl oder Erdgas die Anschaffung gerechnet hat. Zudem würden fossile Brennstoffe eingespart und so der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 um bis zu 80 Prozent verringert. Mit den neuen Karten würden technische Lösungen im Vorfeld besser planbar und die notwendigen rechtlichen Genehmigungsverfahren besser abschätzbar.

Nach Angaben des zuständigen Geologischen Landesamts dienen die Karten als Orientierungshilfe, wo in Bayern nach derzeitigem Kenntnisstand die Nutzung von Grundwasser oder Boden als Wärmequelle zum Heizen oder als Wärmesenke zum Kühlen grundsätzlich möglich und zulässig ist. Sie zeigen, welcher Standort für welches der Entzugsverfahren (Grundwasserwärmepumpe und direkte Grundwassernutzung, Erdwärmesonde oder Erdwärmekollektor) bevorzugt geeignet ist, geben aber keine Auskunft über mögliche örtliche Verhinderungsgründe, wie die Störung konkurrierender Nutzungsrechte, Altlasten oder Gasführung im Untergrund, Altbergbaugebiete, Hangrutschgebiete und dergleichen. Für Erdwärmekollektoren, die in einer Tiefe von rund ein bis zwei Metern z. B. im Garten ähnlich wie eine Fußbodenheizung verlegt werden, sind die Bedingungen überall in Bayern günstig, so das Umweltministerium. Der Einsatz von meist 20 bis 100 Metern tief gebohrten Erdwärmesonden und von Grundwasserpumpen sei abhängig vom jeweiligen Untergrund und der rechtlichen Genehmigungsfähigkeit. In Wasserschutzgebieten ist er beispielsweise unzulässig.

Für den Bau und Betrieb von Anlagen zur Nutzung von oberflächennaher Geothermie in Bayern sind die Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) in Verbindung mit dem Bayerischen Wassergesetz (BayWG) und der hierzu ergangenen Verwaltungsvorschrift (VwVBayWG) maßgebend. Die Erdwärmenutzung unterliegt grundsätzlich auch den Regelungen des Bundesberggesetzes (BBergG). In Bayern werden jedoch nur Erdwärmeanlagen mit Bohrungen von mehr als 100 m Tiefe und/oder einer thermischen Leistung von größer 0,2 MW bergrechtlich behandelt.


Die 17 Karten (im PDF-Format) sowie weitere Informationen zur Erdwärme-Nutzung finden Sie kostenlos hier im Internet-Angebot des Bayerischen Geologischen Landesamts. Sie sind außerdem auf DVD beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz erhältlich.

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