Verbraucher-Zentrale Thüringen: Zeigen Sie e.on bei Heizstrompreisen die rote Karte
News vom 30. November 2006
Quelle: Pressemitteilung der Verbraucher-Zentrale Thüringen vom 29.11.2006
Als Dankeschön dafür, dass sich Kunden mit einer Wärmepumpenanlage für 15 bis 20 Jahre fest an sie binden, bietet die e.on Thüringer Energie AG seit Juli 2006 einen Zuschuss von 444 Euro beim Einbau und einen günstigen Sonderpreis für den notwendigen Betriebsstrom. In vielen Fällen ist dies die Voraussetzung dafür, dass eine teure Wärmepumpe überhaupt als wirtschaftliche Alternative zu anderen Heizungssystemen bestehen kann.
Für die Anlagenbetreiber kommt nun das erste böse Erwachen: Zum 1. Januar steigen die Preise für die Sonderabkommen für Wärmepumpenanlagen und Nachtspeicherheizungen im Schnitt um ca. 30 Prozent. Der Einbaubonus wird allein durch diese Preisrunde in spätestens vier Jahren zurückgezahlt sein. Weitere Erhöhungen in dieser Größenordnung sind vorprogrammiert. Wie auch beim Gas gibt es zwar einen theoretischen, jedoch keinen praktischen Wettbewerb für Nachtstrom. Dieser fällt in nicht abschaltbaren Kraftwerken an und kann mangels Abnehmer kaum anderweitig sinnvoll genutzt werden. Eine Preisgestaltung nach oben ist überhaupt nur deswegen möglich, weil es offensichtlich ausreichend Verbraucher gibt, die mit einer einmaligen Investitionsentscheidung zugunsten einer Stromheizung nun fest vom Nachtstrom abhängen. Der Betrieb der Anlagen - selbst mit Tagstrom günstigerer Anbieter - ist praktisch nicht bezahlbar.
Insofern ist die Situation die gleiche wie für Heizgaskunden: Gegen überhöhte Monopolpreise kann man sich nur mit dem Einwand der Unbilligkeit gemäß § 315 BGB wehren (siehe die News vom 28. November 2006). Die Gesetzeslage und Vorgehensweise ist die gleiche wie beim Gas. Dafür stehen diverse Musterbriefe und Hintergrundinformationen unter www.vzth.de zum Download bereit. In Papierform können sich betroffene Verbraucher diese Unterlagen in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Thüringen kostenfrei abholen.
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