Verbraucherzentrale NRW zur Beseitigung von Schimmelpilz: Wie sich qualifizierte Fachfirmen erkennen lassen
News vom 18. Dezember 2006
Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW vom 18.12.2006
Schimmelpilz verunstaltet den Raum, beeinträchtigt die Gesundheit und greift auf Dauer die Substanz des Hauses an. Hat er sich bereits weitflächig ausgebreitet, ist es unumgänglich, speziell qualifizierte Handwerker mit der Sanierung zu beauftragen. Solche Fachfirmen lassen sich erkennen, beispielsweise daran, "dass sie nach dem Leitfaden des Umweltbundesamtes vorgehen", sagt die Verbraucherzentrale NRW (siehe dazu die News vom 16. September 2005). Zahlreiche weitere Tipps, zusammengestellt in einem Faltblatt und im Internet, helfen Haus- und Wohnungseigentümern, qualifizierte von ungeeigneten Anbietern zu unterscheiden:
- Leute, die an die Tür klopfen:
Immer wieder stehen vor Haustüren Vertreter von Firmen, die Beschichtungen von Dächern, Wärmedämmung und auch die Sanierung von Schimmelpilz offerieren (siehe dazu auch die News vom 10. April 2006, vom 12. Dezember 2006 und vom 21. August 2004). Wer sich auf diese Art um Aufträge bemüht, dem ist grundsätzlich zu misstrauen. Seriöse Firmen treten nicht als Klinkenputzer auf - und sie lassen den Kunden ausreichend Zeit, über Angebot und Kosten nachzudenken.
- Fachgerechte Sanierung:
Qualifizierte Firmen suchen zunächst einmal nach der Ursache für den Feuchtigkeitsschaden, der Schimmelpilzen den Nährboden liefert. Zu ihrem Service zählen Planung, Vorbereitung, Beseitigung der Ursache, die eigentliche Sanierung, Reinigung und Endkontrolle. Wird fehlerhaft saniert, erhöht sich das Risiko für die Bewohner zu erkranken. Außerdem birgt unsachgemäße Arbeit die Gefahr, dass der Schimmel wieder auftritt und die Bausubstanz gefährdet. Deshalb ist es ratsam, bevor der Auftrag erteilt wird, mit der Fachfirma über jeden einzelnen dieser Schritte zu sprechen.
- Spezialkenntnisse durch Weiterbildung:
Bislang gibt es keine allgemein anerkannte Qualifikation zur Sanierung von Schimmelpilzbefall. Besondere Fähigkeiten können sich Handwerker per Weiterbildung aneignen. Kurse bieten Handwerkskammern ebenso wie Innungen, Verbände und auch einzelne Firmen an. Zwölf dieser Fortbildungen hat die Verbraucherzentrale NRW bewertet. Davon schnitten lediglich drei "gut" ab, sieben waren "befriedigend" und zwei erwiesen sich als "nicht befriedigend". Wer welche Note bekommen hat, steht im Internet:
www.vz-nrw.de/schimmelpilze.
- Wichtige Fragen:
Anhand einer Checkliste lassen sich die fachlich geeigneten von den untauglichen Firmen unterscheiden. Ganz oben steht die Frage, an welcher Fortbildung zur Schimmelpilzsanierung die vor Ort tätigen Mitarbeiter der Firma teilgenommen haben. Qualifizierte Unternehmen zeichnen sich beispielsweise dadurch aus, dass sie die "Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung" kennen und danach ihre Arbeit ausrichten. Zudem setzen sie staubarme Techniken ein, schotten pilzfreie Räume staubdicht ab, können Auskunft geben über die vorgesehenen Chemikalien, verwenden keine gesundheitsgefährdenden Anti-Schimmelfarben und trocknen die Bauteile, ohne im ganzen Gebäude Sporen zu verteilen. Weitere Fragen, die Haus- und Wohnungseigentümer stellen sollten: Nimmt die Firma nach Abschluss der Sanierung eine Feinreinigung vor, kontrolliert sie durch eine Messung, ob die Reinigung erfolgreich war? Sind beide Leistungen im Angebotspreis enthalten?
Die vollständige Checkliste mit allen Fragen gibt es gratis in der
Verbraucherzentrale NRW. Außerdem steht sie im Internet:
www.vz-nrw.de/schimmelpilze. Dort finden Interessierte auch viele weitere Informationen zu Schimmelpilzen im Wohnraum.
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