Stiftung Warentest zum Bausparen im Internet: Online ohne Plan
News vom 8. Januar 2007
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
"Warum sollten Bausparer ihren Vertrag online abschließen?", fragt die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "FINANZtest". Und kommt nach der Untersuchung der Online-Angebote von 26 Bausparkassen zu dem Ergebnis: Die Antwort seien die Kassen bisher schuldig geblieben. Denn nur wenige der getesteten Online-Rechner und -Berater konnten die Finanztester überzeugen.
Für den Test wurden die Onlineangebote der Bausparkassen unter die Lupe genommen - für Sparer, die gezielt auf ein Eigenheim sparen wollen, und für Sparer, die mithilfe der Bausparförderung eine hohe Rendite erzielen wollen. Doch bei den meisten Bausparkassen hat der Kunde keine Chance, im Internet ein konkretes Angebot einzuholen, so die FINANZtest. Und auch bei Bausparkassen, die komplette Tarifrechner online stellen, sei es schwer, zu einem günstigen Bausparvertrag zu kommen. Denn beim Bausparen ist eine gute Beratung besonders wichtig, weil ein Bausparvertrag aus einem Bündel unterschiedlicher Konditionen besteht. Für Sparer, die in einigen Jahren ein Haus bauen oder kaufen wollen, sind andere Tarife geeignet als für Prämiensparer, die auf eine hohe Rendite aus sind. Zudem muss die Bausparsumme auf die monatliche Sparrate und das Sparziel des Bausparers abgestimmt werden.
Daher sollte die interaktive Onlineberatung eigentlich das passende Agebot mit der optimalen Sparvariante ermitteln. Doch auf diesen Service können sich die Kunden meist nicht verlassen. Denn oftmals, so die ernüchternde Bilanz der Tester, sind die Rechner zu unflexibel, um auf die persönlichen Bedürfnisse des Interessenten einzugehen. So habe sich bei einem Anbieter beispielsweise nicht eingeben lassen, wann das Baugeld benötigt wird, und der Rechner setzte hier einem Zeitraum von acht Jahren voraus. Will der Kunde nun früher Bauen, muss er entweder die Bausparsumme nachträglich senken oder später vorfinanzieren - was der Rechner nicht berücksichtigt. Bei anderen Anbietern seien weder der Zuteilungstermin noch Zins- und Tilgungspläne ausgegeben worden. Insgesamt sei es daher nur bei 10 der 26 Bausparkassen gelungen, vollständige Angebote einzuholen.
Weitere Kritikpunkte beziehen sich unter anderem darauf, dass der Kunde bei einigen Anbietern zwar zwischen verschiedenen Tarifen wählen kann, aber keine ausreichenden Informationen erhält, was sie im einzelnen bedeuten, und dass bei der Renditeberechnung die Abschluss- und Kontogebühren nicht korrekt berücksichtigt wurden. Außerdem hätten die Kassen den Renditesparern fast durchweg zu hohe Bausparsummen empfehlen. Sie zahlen dadurch eine unnötig hohe Abschlussgebühr, die mehrere Zehntel Renditeprozente kosten. Die Finanztester kommen daher zu dem Schluss, dass die Internetangebote der Bausparkassen oftmals schlechter sind als diejenigen Angebote, die die Kassen selbst als optimal empfohlen haben (siehe dazu die News vom 10. November 2006).
Mehr zum diesem Thema finden Sie in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift "FINANZtest" oder hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest. Zu weiteren Untersuchungen der Stiftung Warentest zur Baufinanzierung siehe außerdem die News vom 7. Dezember 2006, vom 10. November 2006, vom 28. September 2006, vom 9. August 2006, vom 7. Juni 2006, vom 9. Mai 2006 und vom 1. März 2006.
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