Umfrage: Mehrheit der Wohnungsmarktforscher erwarten spürbaren Anstieg der Hauspreise erst im kommenden Jahr
News vom 21. April 2007
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Häuslebauer und -käufer müssen sich in den nächsten Jahren auf spürbare Preissteigerungen einstellen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest LBS Research, der Forschungsdienst der Bausparkassen, auf der Basis einer aktuellen Umfrage, an der sich 11 unabhängige Wohnungsmarkt-Forschungsinstitute* beteiligt haben. Nach Angaben von LBS Research rechnen drei Institute bei den Hauspreisen noch für dieses Jahr mit deutlichen Preissteigerungen, während die Mehrheit, nämlich sechs Institute, sie erst im kommenden Jahr erwarten. Die beiden übrigen Institute prognostizieren die Teuerungswelle frühestens für 2009. Dabei beibt allerdings jeweils unklar, was genau unter einem "spürbare Preisanstieg" zu verstehen ist.
Den Grund für die erwartete Preissteigerung sieht LBS Research in erster Linie im Rückgang der Neubautätigkeit. Diese sei bereits im vergangenen Jahr extrem schwach geworden, auch wenn es gegenüber dem Jahr 2005 einen leichten Anstieg gegeben habe (siehe die News vom 16. März 2007). Der Blick auf die Entwicklung der Baugenehmigungen im Jahresverlauf zeige jedoch, dass es sich dabei um so genannte "Vorzieheffekte" angesichts der Abschaffung der Eigenheimzulage gehandelt habe, und die Zahl der Genehmigungen im letzten Quartal 2006 deutlich eingebrochen sei (siehe dazu auch die News vom 30. November 2007 und vom 20. November 2007). Rechne man auf dieser Basis weiter, so LBS Research, dann würden die Genehmigungen in diesem Jahr weit hinter dem geschätzten Neubaubedarf zurückbleiben. Daher sei es naheliegend, dass die Institute bei den Hauspreisen alsbald im Bundesdurchschnitt eine deutliche Korrektur nach oben vorhersagten (siehe dazu auch die News vom 21. Februar 2007). In manchen Regionen, vor allem in den wirtschaftsstarken Ballungsräumen des Südens und des Westens, sei dieser Trend bereits jetzt klar festzustellen (siehe dazu auch die News vom 14. August 2006). Dies werde aber nach und nach auch andernorts zu beobachten sein, sobald sich die Beschäftigungsperspektiven in der Breite grundlegend verbessern. Auch die Erfahrung mit den Entwicklungen in vielen anderen Ländern zeige, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Wiederbelebung der Wirtschaftstätigkeit und steigenden Immobilienpreisen gibt, so LBS Research.
* empirica, Berlin; F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt, Hamburg; ifo Institut für Wirtschaftsforschung, München; IfS Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik, Berlin; TNS Infratest, München; Institut der deutschen Wirtschaft, Köln; Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen, Münster; InWIS Forschung & Beratung, Bochum; IWG Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn; GEWOS Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung, Hamburg; Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt
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