Energiesparen: Typische Fehler bei der Planung und Installation von Wärmepumpen
News vom 29. Mai 2007
Quelle: Pressemitteilung der Verbraucher-Zentrale Thüringen vom 29.5.2007
Mit einer Wärmepumpe ist es möglich, Wärme aus dem Erdreich, der Luft oder dem Grundwasser für die Beheizung von Gebäuden zu nutzen. Allerdings muss den Wärmepumpen dafür erst einmal teure Energie, i.d.R. Strom zugeführt werden - oft weitaus mehr, als der Bauherr veranschlagt hatte. Um nicht von vornherein eine böse Überraschung zu erleben, sollten Investoren die häufigsten Fehler kennen:
- Zu hohe Vorlauftemperatur des Heizsystems:
Eine Wärmepumpe arbeitet umso wirtschaftlicher, je niedriger die Vorlauftemperaturen des Heizsystems sind. Hersteller und Installateure werben damit, dass ihre Anlagen auch höhere Temperaturen schaffen, weisen aber nicht darauf hin, dass die Anlagen dann zu viel Strom verbrauchen. Oft werden auch in der unteren Etage eines Hauses Fußbodenheizungen und in der oberen Radiatoren installiert, so dass letztendlich doch hohe Vorlauftemperaturen benötigt werden. Das böse Erwarten kommt mit der ersten Stromrechnung.
- Zu hohe Temperatur bei der Warmwasserbereitung:
Die Nutzer werden zu wenig darauf hingewiesen, wie wichtig eine geringe Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizsystem ist. Die Temperatur im Warmwasserspeicher sollte nicht höher als 50 ƒC eingestellt sein. Zur Vermeidung von Legionellen könnte man eine Schaltung installieren, die den Warmwasserspeicher z.B. einmal pro Woche auf 60 ƒC nachheizt, im Zweifelsfall per Elektroheizstab. Die direkte Warmwasserbereitung über elektrische Durchlauferhitzer benötigt ca. dreimal so viel Strom wie die über die Wärmepumpe.
- Auskühlung der Wärmequelle bei Soleanlagen (Erdreich-Wärmepumpen):
Aus Kostengründen wird die Erdadsorberfläche oder bei Sonden auch die Bohrlochtiefe bzw. Anzahl der Bohrungen kleiner gehalten als der Wärmebedarf des Hauses erfordert. Dem Boden wird dann mehr Wärme entzogen als nachfließt. Die Folge ist eine Unterkühlung und Vereisung des Bodens. Bei horizontalen Erdadsorbern kann es zu "Permafrostboden" kommen. Der Stromverbrauch steigt und die Arbeitszahl sinkt enorm.
- Auch ein fehlender hydraulischer Abgleich im Heizsystem und der Wärmequelle kann dazu führen, dass einige Bohrlöcher oder Adsorberfelder stärker als andere durchströmt werden und dabei zu stark auskühlen.
- Zu große Soleumwälzpumpe:
Der Stromverbrauch steigt unnötigerweise, wenn keine Rohrnetzberechnung gemacht wurde. Soleumwälzpumpen haben in Einfamilienhäusern Leistungen von bis zu 1.000 Watt, lange Laufzeiten und können sich enorm auf die gesamte Bilanz auswirken. Eine derartige Überdimensionierung tritt durchaus auch bei Umwälzpumpen von Grundwasser-Wärmepumpenanlagen auf.
- Sauerstoffeintritt in den Grundwasserkreis:
Grundwasser ist in der Regel eisenhaltig. Kommt es auf dem Weg in den Brunnen mit Sauerstoff in Berührung, oxidiert es und Eisenschlamm entsteht. Wärmetauscher und Brunnen können verstopfen. Um das zu verhindern, müssen die Rohrleitungen dicht sein und das Wasser muss unterhalb des Wasserpegels wieder eingeführt werden. Der Wasserkreis sollte auch nach dem Abstellen der Pumpe nicht abreißen.
- Bei der Luft als Wärmequelle für die Wärmepumpe wird oft deren Leistungsfähigkeit bei tiefen Außentemperaturen überschätzt. Der Elektroheizstab ist zu oft im Einsatz, was den Stromverbrauch in die Höhe treibt. Oder der Ventilator ist nachts zu laut bei ungünstiger Aufstellung oder unsachgemäßer Installation der Anschlüsse.
Die Liste der möglichen Fehler ist sicher nicht vollständig. Nur durch eine saubere individuelle Planung und Ausführung der Gesamtanlage können die erwarteten Einsparpotenziale auch erreicht werden. Beratung dazu und Unterstützung bei der Beurteilung von Angeboten und Kostenvoranschlägen bietet die Energieberatung der
Verbraucherzentrale Thüringen. Die Beratung findet nach Terminvereinbarung landesweit statt. Termine können über die zentrale Telefonnummer 0361/555140 oder die regionalen Verbraucherberatungsstellen vereinbart werden.
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