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Riskantes Geschäft: Stiftung Warentest prüft Immobiliendarlehen in Schweizer Franken

News vom 8. Juni 2007

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

In der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "FINANZtest" berichtet die Stiftung Warentest über ein Angebot der Hypovereinsbank für variabel verzinsliche Immobiliendarlehen in Schweizer Franken. Dabei nimmt der Kunde das Darlehen in Franken auf und bekommt den Gegenwert in Euro ausgezahlt. Zinsen und Tilgung (min. 4 % pro Jahr) muss er vierteljährlich in der Schweizer Währung leisten. Jeweils zum Ende eines Quartals wird der Zinssatz an die Entwicklung des "Dreimonats-Libor" für die Schweizer Währung angepasst. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken am Londoner Geldmarkt Franken für drei Monate leihen.

Vorteile sehen die Finanztester beim Zinssatz, der wegen der (derzeit) niedrigeren schweizer Zinsen anfangs günstiger sei als bei einem reinen Euro-Darlehen. Außerdem könne der Kreditnehmer alle drei Monate beliebig hohe Sondertilgungen leisten oder den Kredit umschulden. Sinke der Kurs des Franken, müsse er einen kleineren Euro-Betrag zurückzahlen, als er bekommen habe.

Andererseits könnten sich die Zinsen auch kurzfristig erhöhen. So sei der Zinssatz für Dreimonatsgeld in Franken zwischen 1988 und 1990 von 1,5 auf knapp 10 Prozent gestiegen. Dazu komme das Kursrisiko, das bei einem stärkeren Franken zu erhöhten Euro-Schulden führe. Schon ein kleiner Kursanstieg von nicht einmal einem Cent im Jahr würde den Zinsvorteil zunichte machen. Außerdem dürfe die Bank den Kredit nach einem Kursanstieg des Franken um mehr als 15 Prozent ohne Rücksprache in ein Euro-Darlehen umwandeln.

Insgesamt, so die Stiftung Warentest, biete das Franken-Darlehen im Vergleich zu einem günstigen Euro-Darlehen mit 10 oder 15 Jahren Zinsbindung nur einen Zinsvorteil von nicht einmal 1 Prozentpunkt. Dafür lohne sich das Risiko nicht, zumal die Zusatzkosten für den Devisentausch und höhere Grundbuch- und Notarkosten noch nicht eingerechnet seien.


Mehr zu diesem Thema finden Sie im Juni-Heft der Zeitschrift "FINANZtest" oder hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest. Zu weiteren Untersuchungen der Stiftung Warentest zur Baufinanzierung siehe außerdem die News vom 4. Juni 2007, 27. April 2007, vom 24. Februar 2007, vom 8. Februar 2007, vom 8. Januar 2007, vom 7. Dezember 2006, vom 10. November 2006, vom 28. September 2006, vom 9. August 2006 und vom 7. Juni 2006.

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