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Kinderkrankheiten überwunden: Stiftung Warentest untersucht Wärmepumpen

News vom 13. Juni 2007

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Durch die steigenden Öl- und Gaspreise werden andere Energiequellen immer attraktiver. Neben der Solarenergie rücken vermehrt Wärmepumpen in Blickfeld der Häuslebauer. So wurden nach Angaben des "Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V." in Deutschland im Jahr 2006 rund 200 Prozent mehr Wärmepumpen verkauft als im Vorjahr (siehe die News vom 9. Februar 2007). Für das aktuelle Heft ihrer Zeitschrift "test" hat die Stiftung Warentest jetzt 10 Wärmepumpen vom Typ "Sole/Wasser" für Einfamilienhäuser geprüft.

Im Prinzip funktioniert eine Wärmepumpe ähnlich wie ein Kühlschrank: Während dieser die Wärme aus seinem Innenraum abzieht und sie auf der Rückseite wieder abgibt, sammelt die Wärmepumpe die Wärme draußen, z. B. im Erdreich oder Grundwasser, und leitet sie ins Haus. Dabei wird jeweils ein Kältemittel genutzt, das die Wärme transportiert. Außerdem benötigt die Pumpe Strom, um den Kältemittelkreislauf in Gang zu halten. Die getesteten Modelle vom Typ Sole/Wasser "ernten" die Erdwärme mit Sole (eine Glykol-Lösung), die durch die Erdkollektoren fließt, und geben sie an das Wasser im Heizkreislauf beziehungsweise im Warmwasserspeicher ab

Während die Wärme selbst kostenlos ist, sind die Pumpen derzeit noch teuer. So lagen die Preise der getesteten Modelle zwischen 8.800 und 10.740 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für die Erdsonden oder Erdkollektoren, die die Energie aus dem Erdreich sammeln, und für die Installation, die je nach Aufwand noch einmal mehrere Tausend Euro betragen können. Im Gegenzug lassen sich bei Neubauten die Kosten für Schornstein, Öltank oder Gasanschluss einsparen. Außerdem sind die Betriebskosten niedriger als bei anderen Heizungen, weil die Pumpe nur noch Strom, aber keinen weiteren Brennstoff wie Öl oder Gas mehr benötigt. Nach Angaben der Stiftung Warentest kann die Umwelt etwa drei Viertel der Energie für Heizung und Warmwasser liefern, wenn die Voraussetzungen stimmen. Für das restliche Viertel kämen Stromkosten von etwa 600 bis 1.000 Euro pro Jahr hinzu. Voraussetzung dafür sei allerdings ein gut isoliertes Haus mit moderner Flächenheizung. Fußboden- oder Wandheizungen sind demnach ideal, konventionelle Heizkörper dagegen weniger gut geeignet.

Insgesamt schnitten von den 10 gesteten Modellen vier mit der Gesamtnote "gut" und die übrigen sechs mit "befriedigend" ab. Der Testsieger überzeugte dabei durch gute Qualität und niedrige Betriebskosten. Die vier "guten" Geräte sind auch mit Zusatzfunktion zu haben und können dann nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Bei der Energieeffizienz waren zwei Wärmepumpen "gut" und die übrigen "befriedigend". Für eine besonders gute Umweltverträglichkeit empfehlen die Warentester die Nutzung von ökologisch erzeugtem Strom oder die Kombination mit einer Solaranlage. Außerdem sollte eine niedrige Vorlauftemperatur (um 35 Grad) gewählt werden. Dann arbeite die Wärmepumpe besonders effektiv, verbrauche wenig Strom und liefere viel Wärme (siehe dazu auch die News vom 29. Mai 2006).


Mehr zu diesem Thema finden Sie im Juni-Heft der Zeitschrift "test" oder (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest. Der Einbau von Wärmepumpen wird u. a. durch die Programme der KfW Förderbank unterstützt.

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