VZ Niedersachsen: Sommerhitze unterm Dach? Wärme im Sommer draußen lassen
News vom 31. Juli 2007
Quelle: Newsletter der Verbraucherzentrale Niedersachsen vom 31.7.2007
Auch in unseren Breitengraden heizen sich in der Sommerzeit viele Dachzimmer stark auf - ein längerer Aufenthalt wird dann unerträglich: Temperaturen von 40 Grad und mehr sind nicht selten. Mangelnder Wärmeschutz vermindert so auch die Wohnqualität im Sommer. Manche Bewohner versuchen mit Ventilatoren oder Klimageräten Abhilfe zu schaffen, was allerdings die Stromrechnungen in die Höhe treibt. Andere Häuser und Dachwohnungen bleiben dagegen auch ohne Klimaanlage angenehm kühl. Wie ist das möglich?
Ältere Häuser mit massiven Wänden überheizen weniger. Das Verhältnis von speicherfähigen Bauteilen zu Fensterflächen ist so günstig, dass auch hohe Außentemperaturen mühelos gepuffert werden können, ohne dass ein wesentlicher Temperaturanstieg spürbar wird. Eine Ausnahme bildet das Dachgeschoss, das in der Regel über wenig Speicherfläche verfügt (leichte Innenwände, kaum vorhandene Außenwände). Bei nicht vorhandener bzw. geringer Dämmung gelangt enorm viel Wärme weitgehend ungehindert nach innen.
Ganz entscheidend für die Vermeidung von überhitzten Räumen im Sommer ist die Ausrichtung und Größe der Fensterflächen. Fenster auf der Süd- oder Südwestseite nehmen am meisten Licht auf und wandeln sie in Wärme um. 2002 wurde dieser Aspekt speziell in der Energieeinsparverordnung berücksichtigt. Sie schreibt zusätzliche außen liegende Verschattungen oder die Verwendung bestimmter Gläser vor, wenn der Fensterflächenanteil je Seite über 30 Prozent ausmacht. Ein zusätzlicher Sonnenschutz an größeren nach Süden und Südwesten orientierten Dachflächenfenstern und an großflächigen Verglasungen an Süd- und Südwestwänden von außen ist hierbei am effektivsten. Der Markt ist vielfältig: von außen liegenden Jalousien, Rollläden und Fensterläden bis hin zu Vordächern, Markisen und formschönen Lamellensystemen.
Auch die Glasqualität beeinflusst den Wärmedurchlass eines Fensters. Bei neuen Fenstern sollten Käufer deshalb auf den Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) des Fensters achten. Er gibt an, wie viel Prozent der auf das Glas treffenden Energie hindurch dringt. Je kleiner der Wert, umso besser. Spezielle Sonnenschutzverglasungen weisen hier noch bessere Werte als Wärmeschutzverglasungen auf, weil sie mit ihrer zusätzlichen Beschichtung auf der Innenseite der Außenscheibe bewirken, dass sowohl der Licht- als auch der Wärmedurchlass reduziert wird.
Durch eine gute Lüftung von mindestens 2 Stunden in der zweiten Nachthälfte oder den frühen Morgenstunden kann in den Sommermonaten die in den Wänden, im Fußboden und in den Decken gespeicherte Wärme wieder abgeführt werden. Hierdurch wird die Raumtemperatur verringert, gleichzeitig werden Speichermassen abgekühlt und wieder in die Lage versetzt, tagsüber überschüssige Sonnenenergie aufzunehmen. Wenn Fenster nicht dauerhaft geöffnet werden können, ist eine Lüftungsanlage zu erwägen.
Ausführliche Beratungen zu diesem Thema gibt es bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Verbraucher können sich für eine Beratung unter Tel.: 0511/91196-0 oder 0511/91196-32 anmelden. Eine telefonische Beratung ist möglich montags bis donnerstags von 10.00 bis 18.00 Uhr unter 090017979-09 für 1,50 Euro /Min. aus dem Festnetz.
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