Meist nur "befriedigend": Stiftung Warentest untersucht Online-Angebote der Baufinanzierer
News vom 12. Dezember 2007
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Günstige Kredite, aber oft nur mäßiger Service im Internet - so fasst die Stiftung Warentest in der Dezember-Ausgabe ihrer Zeitschrift FINANZtest ihre Untersuchung der Onlineangebote von 11 Banken und Kreditvermittlern zusammen.
Das positive Ergebnis vorweg: Bei Online-Anbietern gibt es die Hypothekendarlehen meist einen viertel bis halben Prozentpunkt billiger als bei herkömmlichen Banken und Sparkassen. Das scheint nicht viel zu sein, doch bei langen Laufzeiten und hohen Summen lassen sich so mehr als 10.000 Euro sparen, so die FINANZtest. Durch die Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Banken böten die Vermittler zudem eine große Auswahl an Kreditvarianten. Andererseits kämen die Top-Zinsen, die die Anbieter auf ihren Startseiten besonders hervorheben, nur für sehr wenige Kunden in Betracht. Außerdem muss der Kunde meist auf eine persönliche Beratung vor Ort verzichten. Und der Beratungsservice im Internet lässt nach Angaben der Tester oft zu wünschen übrig.
So könnte zwar mittels interaktiver Rechner ein erster Finanzierungsplan erstellt werden, doch dessen Ergebnisse seien nicht immer zuverlässig. Die Rechner würden längst nicht alle relevanten Faktoren für den Zinssatz (wie etwa Typ, Lage und Nutzungsart des Gebäudes sowie Einkommen, Alter und Beruf des Kreditnehmers) berücksichtigen oder arbeiteten mit bestimmen Voreinstellungen, die sich nicht ändern lassen. Dadurch ergaben sich beispielsweise so hohe Kreditsummen, dass einer vierköpfigen Familie gerade noch 1.300 Euro monatlich zum Leben bleiben würden - und das 30 Jahre lang.
Zuverlässiger seien dagegen die Zinsrechner, mit denen ein Darlehensangebot inklusive Effektivzins, monatlicher Rate und Restschuld am Ende der Zinsbindung ermittelt werden kann. Allerdings bemängeln die Finanztester hier, dass häufig wichtige Zusatzinformationen wie Kreditgesamtlaufzeit, Sondertilgungsmöglichkeiten oder das Zinserhöhungsrisiko nach abgelaufener erster Zinsbindung fehlen. Nur bei zwei Anbietern, darunter dem Testsieger, sieht der Kunde, welche Zusatzbelastung auf ihn zukommt, falls sich der Zinssatz für den Anschlusskredit um zwei Prozentpunkte erhöht.
Insgesamt vergab die Stiftung Warentest je einmal das Gesamturteil "sehr gut" bzw. "gut" und sechsmal "befriedigend", während drei Angebote nur "ausreichend" waren. Zur Abwertung trug bei, dass viele Internetseiten wenig nutzerfreundlich oder schlecht zu bedienen seien und kaum Hilfestellungen böten. Auch fehlten teilweise Glossare, die wichtige Fachbegriffe wie etwa "Beleihungswert" erläutern.
Die Stiftung Warentest rät daher, rechtzeitig vor dem Kreditantrag über das Internet die notwendigen Unterlagen (etwa Kaufvertragsentwurf, Grundbuchauszug, Eigenkapitalnachweis) zusammenzustellen. Potenzielle Kreditnehmer sollten möglichst klare Vorstellung über die Finanzierung haben und sich gegebenenfalls von einer Verbraucherzentrale beraten lassen. Außerdem sollten sie stets Kreditangebote von mindestens drei Anbietern einholen und auch bei der Hausbank nachfragen.
Mehr zu diesem Thema finden Sie im Dezember-Heft der Zeitschrift "FINANZtest" oder (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest. Zu weiteren Untersuchungen der Stiftung Warentest zur Baufinanzierung siehe außerdem die News vom 12. Juli 2007, vom 8. Juni 2007, vom 4. Juni 2007, 27. April 2007, vom 24. Februar 2007, vom 8. Februar 2007, vom 8. Januar 2007, vom 7. Dezember 2006, vom 10. November 2006, vom 28. September 2006, vom 9. August 2006 und vom 7. Juni 2006.
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