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Landesbausparkassen sehen derzeit gute Bedingungen für Hauskäufer

News vom 17. Juni 2008

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Nach Angaben der Landesbausparkassen (LBS) gibt es derzeit gute Bedingungen für Kaufinteressente von Wohneigentum. Die Immobilienpreise hätten sich fast überall lange stabil entwickelt, das Zinsniveau sei niedrig und das Angebot trotz der Neubauschwäche der letzten Jahre noch nicht zu knapp. Das zumindest ergibt sich aus der "LBS-Wohnungsmarktanalyse 2008", die vor einigen Tagen in Berlin vorgestellt wurde. Sie basiert auf einer aktuellen Umfrage bei den Immobiliengesellschaften der Landesbausparkassen (LBS-I) und Sparkassen, mit der jeweils im Frühjahr die aktuelle Angebots-, Nachfrage- und Preissituation für die wichtigsten Objektkategorien ermittelt wird (für das Jahr 2007 siehe die News vom 6. Juni 2007).

Die aktuellen Daten bestätigten die enormen regionalen Preisunterschiede für Wohneigentum, nach dem Motto "Höherer Wohlstand, höhere Preise", so die LBS. Das gelte gerade auch für gebrauchte frei stehende Einfamilienhäuser, die nach der LBS-Analyse auf der Beliebtheitsskala ganz oben rangieren. Preisführer sei in diesem Jahr die bayerische Landeshauptstadt München. Dort koste das typische Bestandsobjekt in mittlerer bis guter Lage - wie im Vorjahr - 650.000 Euro. Deutlich dahinter, nämlich bei einer halben Million Euro und weniger, lägen west- und südwestdeutsche Großstädte wie Konstanz (500.000 Euro), Heidelberg (480.000 Euro), Düsseldorf, Stuttgart und Wiesbaden (je 450.000 Euro). Als einzige Metropole im Norden bzw. Osten bewege sich die Hauptstadt Berlin mit 420.000 Euro (wie z. B. Freiburg) oberhalb der 400.000-Euro-Marke.

Noch attraktiver als die Großstädte selbst scheint teilweise das Umland zu sein. So seien etwa Objekte im Frankfurter Raum - besonders ausprägt in Hofheim mit 640.000 Euro - deutlich teurer als in der Mainmetropole (mit 430.000 Euro). Eine vergleichbare Situation finde man auch im Umland von Stuttgart oder auch von Düsseldorf, wo etwa in Ratingen der typische Preis bei 470.000 Euro liegt. Ähnlich sehe es in touristisch geprägten Regionen aus. Im Voralpenraum ragten Städte wie Sonthofen (600.000 Euro) und Garmisch-Partenkirchen (535.000 Euro) heraus. Auf der anderen Seite sei das Preisniveau in Bremen mit 230.000 Euro für eine Großstadt in dieser Größenordnung durchaus moderat. In manchen norddeutschen Großstädten liege es noch einmal deutlich niedriger, bis zu 110.000 Euro im Falle Bremerhaven. Auch in ostdeutschen Städten wie Gera (130.000 Euro) oder Halle (125.000 Euro) fänden sich ausgesprochen gut bezahlbare Einfamilienhäuser.

Bei neuen Reiheneigenheimen sehen die LBS dagegen noch keine Markterholung. Hier gehen sie kurzfristig noch von einer rückläufigen Nachfrage aus, die vorübergehend mit einer weiteren Abschwächung der Neubautätigkeit verbunden sei. Hier mache sich gerade bei Familien offenbar die Abschaffung der Eigenheimzulage seit 2006 bemerkbar. "An zu hohen Preisen kann die Neubauschwäche unserer Einschätzung nach jedenfalls nicht liegen", sagte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm. Denn selbst in Westdeutschland bewegten sich die Durchschnittspreise für neue Reihenhäuser in Groß- und Mittelstädten um rund 200.000 Euro, im Osten und Norden lägen sie sogar nur bei 130.000 bis 160.000 Euro. Lediglich in den süddeutschen Großstädten signalisiere der Durchschnittspreis von 270.000 Euro die vielerorts vorhandenen Engpässe. Bei gebrauchten Reihenhäusern gibt es laut LBS-Analyse ähnliche regionale Unterschiede. Im Schnitt würden sie gegenüber Neubauten einen Preisvorteil von 10 bis 20 Prozent aufweisen.

Bei neuen Eigentumswohnungen erwarten die LBS-Vermittler vielerorts eine Stabilisierung und erstmals seit zehn Jahren wieder leicht steigende Preise. Im wesentlichen entstünden sie an touristisch interessanten Standorten sowie in den Ballungsräumen. Dort gelte Wohneigentum auf der Etage als geeignete, preisgünstigere Alternative für die knappen Eigenheimangebote. Hier erreiche in diesem Jahr die Taunusstadt Hofheim mit 3.600 Euro pro Quadratmeter den Spitzenwert in Deutschland, gefolgt von den oberbayerischen Städten Garmisch-Partenkirchen und Starnberg (mit je 3.300 Euro). München sei mit 3.000 Euro unverändert die Großstadt mit dem höchsten Preisniveau für Eigentumswohnungen, gefolgt von Stuttgart (2.900 Euro). Im Norden erweise sich die Ostseestadt Eckernförde mit 2.800 Euro als ähnlich teurer Standort. Ruhrgebietsmetropolen wie Duisburg, Essen oder Dortmund wiesen dagegen genauso wie die norddeutschen Zentren Bremen und Hannover mit 1.400 bis 1.800 Euro pro Quadratmeter ein deutlich niedrigeres Preisniveau auf.

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen stellen die LBS insgesamt eine stabile Nachfrage fest. Das gleichzeitig zunehmende Angebot aus dem Bestand drücke aber noch auf die Preise. Derzeit betrage der Abschlag für gebrauchtes Wohneigentum auf der Etage im Vergleich zu Neubauten rund 30 Prozent. In den Groß- und Mittelstädten Nord- und Ostdeutschlands lägen die Preise laut LBS-Immobilienpreisspiegel häufig um oder sogar unter 1.000 Euro pro Quadratmeter, im Süden bei knapp 1.500 Euro pro Quadratmeter.

Beim Bauland rechnen die LBS auch 2008 noch nicht mit einer Ausweitung des Angebots. In diesem Markt zeigten sich mit Abstand die größten regionalen Preisunterschiede. Unverändert koste der Quadratmeter Grund und Boden in den süddeutschen Groß- und Mittelstädten mit 280 Euro mehr als doppelt so viel wie im Norden (130 Euro) und sogar viermal so viel wie im Osten (70 Euro). Extreme Grundstücksknappheit signalisierten die Spitzenpreise in den süd- und südwestdeutschen Großstädten wie Heidelberg (mit 650 Euro), Stuttgart (630 Euro), München (600 Euro) oder Frankfurt und Wiesbaden (500 Euro). In vielen Mittelstädten sei Bauland aber auch schon für weniger als 100 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Insgesamt, so LBS-Verbandsdirektor Hamm, sprächen die Anzeichen dafür, dass die Nachfrage nach Wohneigentum ungebrochen hoch bleibe und über kurz oder lang auch dem Neubau wieder Impulse verleihe. Wohneigentum - als familiengerechte Wohnform, aber auch als Vorsorge fürs Alter - erfreue sich nach allen aktuellen Umfragen unverändert großer Beliebtheit. Die deutschen Preise lägen im internationalen Vergleich längst nicht mehr an der Spitze, sondern eher am europäischen Tabellenende. "Gerade bei uns sind die Bedingungen für Käufer bei gleichzeitig noch relativ niedrigen Zinsen so günstig wie nie", so der LBS-Sprecher.

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