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Verbraucherzentrale NRW: Nagelprobe für Heizenergieprognose - Energieausweise im Online-Test

News vom 30. September 2008

Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW vom 30.9.2008

Wer eine neue Wohnung mieten oder ein Haus kaufen will, muss künftig nicht nur Lage und Größe des Objekts im Blick haben, sondern auch nach dem "Ausweis fürs Gebäude in Sachen Energieeffizienz" fragen: Für die "Oldies" unter den Wohnungen und Häusern - das heißt für alle bis 1965 fertig gestellten Wohngebäude - ist seit 1. Juli 2008 nämlich die Vorlage des Energieausweises Pflicht, wenn sich neue Mieter für das Domizil entscheiden oder Wohnung oder Haus den Besitzer wechseln (siehe dazu die News vom 29. September 2008 und vom 1. Juli 2008). Für jüngere Wohngebäude gibt's die Ausweispflicht dann ab 1. Januar 2009. Allerdings: Pflicht bedeutet, dass Vermieter und Verkäufer einer Immobilie den Energieausweis zwar zugänglich machen, aber nicht verpflichtend vorlegen müssen. Deshalb lautet die Empfehlung der Verbraucherzentrale NRW für Mieter und Kaufinteressenten, gezielt nach dem Dokument zu fragen.

Der Energieausweis soll eine grobe Einschätzung des Heizenergieverbrauchs der künftigen vier Wände und einen Vergleich zwischen verschiedenen Gebäuden ermöglichen - so steht es jedenfalls auf dem Papier. In der Praxis jedoch haben bereits viele Energieausweise gepatzt, weil sie relevante Daten beispielsweise nur unvollständig erhoben haben. "Dadurch werden dann zu erwartende Energieverbräuche vielfach schön gerechnet. Der vorgelegte Ausweis adelt somit ein vermeintliches Energiespar-Domizil, hinter dessen Fassade sich in Wirklichkeit jedoch ein Energiefresser verbirgt", warnt die Verbraucherzentrale NRW, die Kontrolle der Angaben im Energieausweis auf die leichte Schulter zu nehmen (siehe dazu auch die News vom 19. Juni 2008). Mit dem Energiebedarfsrechner - unter www.vz-nrw.de/energiebedarfsrechner im Internet anzuklicken - gibt sie jetzt eine praktikable Hilfestellung für Miet- und Kaufinteressenten, um die Energieverbrauchsprognose vorgelegter Ausweise unkompliziert selbstständig zu überprüfen. "Wer da die wenigen relevanten Daten des jeweiligen Gebäudes eingibt, kann sich auf einen Klick den ungefähren Energiekennwert ermitteln lassen und mit dem des vorgelegten Energieausweises vergleichen", erläutert sie die Vorzüge ihres Ausweis-Checks im World Wide Web, "Objekten, deren Energieausweise unplausible Energiekennwerte ausweisen, sollten Käufer oder Mieter die kalte Schulter zeigen oder dazu den Rat der Energiefachleute der Verbraucherzentrale NRW einholen", lautet der Tipp. Wo Energiebedarfsrechner und Energieausweis jedoch vergleichbare und niedrige Kennwerte für einen geringen Energiebedarf ausweisen, können Anmietung oder Kauf mit Blick auf die zweite Miete auf einer soliden Basis angegangen werden.


Die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW bietet darüber hinaus umfassende Beratung zum Thema Energieausweis und zur Heizkostenabrechnung. Und natürlich werden auch die Ergebnisse im Online-Energiebedarfsrechner erläutert. Miet- und Kaufinteressenten gibt sie weiterhin nützliche Tipps, um bei der Wahl des geeigneten Objekts auch einen niedrigen Energieverbrauch ausreichend zu berücksichtigen. Nicht zuletzt bekommt man hier anbieterunabhängige Empfehlungen für energetische Sanierungsmaßnahmen.

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