Umfrage: Muskelhypotheken und andere Wege zum günstigen Haus
News vom 24. Oktober 2008
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Die deutschen Häuslebauer sind sehr kreativ, wenn es um Eisparmöglichkeiten beim Erwerb von Wohneigentum geht. Das betrifft nicht nur die grundsätzliche Frage "Neubau oder Gebrauchterwerb", weil gebrauchte Immobilien in der Regel wesentlich günstiger sind als neue Objekte (siehe dazu die News vom 17. Juni 2008). Auch im Neubau wird immer mehr auf die Kosten geachtet, wie eine aktuelle Umfrage von TNS Infratest für die Jahre 2004 bis 2007 zeigt. Sie wurde unter anderem von den Landesbausparkassen in Auftrag gegeben.
Dass die Bauherren preisbewusst sind, zeigt sich schon daran, dass für neun von 10 Befragten angaben, Maßnahmen zum kostengünstigen Bauen ergriffen zu haben, so LBS Research, der Forschungsdienst der Landesbausparkassen. An erster Stelle aller genutzten Möglichkeiten stehe dabei die Eigenleistungen. 59 Prozent aller Kostensparer hätten gezielt diesen Ansatz genutzt, der landläufig als "Muskelhypothek" bezeichnet wird. Nummer zwei auf der Rangliste der Sparmöglichkeiten ist nach dieser Umfrage der Verzicht auf den Keller (39 %), gefolgt von Abstrichen bei der Grundstücksgröße (29 %). Auch das "liebste Kind" der Deutschen bekommt seltener ein eigenes "Zimmer", weil knapp ein Viertel (23 %) der Bauherren nur einen Carport statt einer Garage errichtet.
Klassische Einsparpotenziale nutzen die Bauherren, die bei den Grundrissen auf kostenintensive Ideen verzichten (23 %) oder preisgünstige Baumaterialien verwenden (14 %), so LBS Research weiter. Außerdem entschieden sich 16 Prozent für ein Reihenhaus bzw. eine Doppelhaushälfte. Relativ kompromisslos seien die Bauherren dagegen beim Platzbedarf, weil nur 6 Prozent die Kosten durch einer kleinere Wohnfläche senken würden.
Ähnlich sehe es bei der Lage des Hauses aus. So komme eine Gemeinde mit niedrigeren Grundstückspreisen relativ selten in Betracht (9 %), und auch innerhalb einer Stadt setzten nur 21 Prozent auf ein günstigeres Grundstück. Auch das Thema "Erbbaurecht" spiele für die Häuslebauer nach wie vor keine große Rolle. Laut Umfrage würden gerade einmal 6 Prozent der Bauherren auf diese Weise die Kosten drosseln. LBS Research sieht darin ein klares Zeichen dafür, dass die Menschen in aller Regel auch den Grund und Boden, auf dem ihre Immobilie steht, erwerben wollen. Die seit Jahren sehr guten Finanzierungsbedingungen mit historisch niedrigen Hypothekenzinsen seien kein großer Anreiz, statt des Kaufpreises Pachtzinsen für das Erbbau-Grundstück zu zahlen.
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