Stiftung Warentest: Mit Wohn-Riester-Darlehen lassen sich bis zu 50.000 Euro sparen
News vom 10. Februar 2009
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Wer jetzt für den Bau oder Kauf seines Eigenheims die neuen Wohn-Riester-Darlehen nutzt, kann mit staatlichen Zulagen, Steuervorteilen und Zinsersparnis über 50.000 Euro sparen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "FINANZtest", für die sie erstmals Angebote für Wohn-Riester getestet hat.
Im vergangenen Jahr ist das Eigenheimrentengesetz, besser bekannt als "Wohn-Riester", in Kraft getreten. Mit dem Gesetz können die Mittel aus einer geförderten Riester-Rente auch zur Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum verwendet werden (siehe die News vom 8. August 2008). Riester-Darlehen sind ganz normale Immobilienkredite, für die Kreditnehmer Raten aus Zins und Tilgung zahlen. Doch für die Tilgung eines Riester-Darlehens bekommen Hauseigentümer Zulagen und Steuervorteile wie für einen Riester-Sparvertrag. Voraussetzung ist unter anderem, dass sie ihr Eigenheim nach dem Jahr 2007 gebaut oder gekauft haben und selbst nutzen. Die Kreditinstitute dürfen solche Immobilienkredite seit dem 1. November 2008 anbieten, doch zunächst gab es nur wenige Angebote (siehe die News vom 3. November 2008).
Und auch jetzt ist der Markt für solche Darlehen noch sehr überschaubar: Von den angeschriebenen 86 Banken, Bausparkassen und Versicherern gabe es gerade einmal sechs Angebote für den Modellfall der Finanztester. Die meisten Banken und Sparkassen wollen laut FINANZtest vorerst gar keine eigenen Riester-Darlehen anbieten oder planen die Markteinführung erst im Laufe des Jahres 2009. Erfragt wurden Darlehen für ein Ehepaar mit zwei Kindern, das ein Haus für 200.000 Euro kauft und 150.000 Euro Kredit benötigt (Zinsbindung 10 Jahre, monatlichen Belastung 900 Euro). Das günstigste der Angebote war mit einem Effektivzins von nur 4,45 Prozent (Stand 10. Dezember 2008) sogar günstiger als ein herkömmliches Darlehen bei vielen Internetvermittlern.
Neben den günstigen Zinsen sprechen vor allem die Fördermöglichkeiten für ein Wohn-Riester-Darlehen, so die Stiftung Warentest. Wie hoch die konkrete Förderung tatsächlich ist, hänge zwar vom Einzelfall ab, weil hier Faktoren wie Einkommen bzw. Steuer, Alter, Kinderzahl und Finanzierung eine Rolle spielen (siehe dazu auch die News vom 8. August 2008). In jedem Fall sei der Haus- oder Wohnungseigentümer mit Riester stets deutlich im Plus (siehe dazu auch die News vom 19. Januar 2009 und vom 9. Dezember 2008). In den Modellfällen der Tester summierten sich die Vorteile bis zum Rentenbeginn auf 12.600 bis über 50.000 Euro. Die Steuern, die im Rentenalter auf die Förderbeträge anfallen, seien in diesen Summen bereits verrechnet, so die Stiftungen Warentest. Sie rät daher, für die Eigenheimfinanzierung ein Riester-Darlehen abzuschließen, dessen Zinssatz aber nicht viel höher sein sollte als für einen Kredit ohne Förderung. Außerdem sollte nach dem Hauskauf kein Geld mehr in einen "alten" Riester-Sparvertrag investiert werden, weil die Tilgung des Riester-Darlehens rentabler sei.
Mehr zu diesem Thema finden Sie im Februar-Heft der Zeitschrift "FINANZtest" oder (teils kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest. Zu weiteren Untersuchungen der Stiftung Warentest zur Baufinanzierung siehe außerdem die News vom 4. November 2008, vom 4. August 2008, vom 10. Juni 2008, vom 8. Mai 2008, vom 5. März 2008, vom 11. Februar 2008 und vom 12. Dezember 2007.
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