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Neuer Energiepreis-Atlas für Gas und Strom der Verbraucherzentrale NRW im Internet

News vom 3. März 2009

Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW vom 3.3.2009

Um endlich mit Fakten die Diskussion um hohe Preise und intransparente Geschäftspolitik zu versachlichen, hat die Verbraucherzentrale NRW jetzt einen Online-Wegweiser entwickelt, der mehr Orientierung in die Märkte für Gas und Strom bringen will.

Mit dem landesweiten Energiepreis-Atlas im Internet können User herausfinden, wie viele Wettbewerber es in jeder Kommune gibt. Erstmals lassen sich zudem die Preise der Grundversorger für Strom und Gas vergleichen. Per Mausklick werden die Unterschiede zwischen allen 396 Kommunen in Nordrhein-Westfalen auf übersichtlichen Karten farblich dargestellt.

Der Ausgangspunkt: Verbraucher haben die Wahl zwischen durchschnittlich 40 Stromversorgern, beim Gas je nach Gemeinde nur zwischen drei und elf. Das bleibt nicht ohne Folge auf die Preise. Unterschiede zwischen 50 Prozent bei der Gas-Grundversorgung und bis zu 25 Prozent beim Strom sind das Ergebnis. Die Quintessenz: Je mehr örtliche Grundversorger mit anderen Anbietern konkurrieren, desto geringer die Preisunterschiede zwischen den Kommunen.

Ein Klick auf die Energieangebote verrät: Die gleiche Menge Grundversorger-Strom (3.600 Kilowattstunden pro Jahr) kostet in Coesfeld rund 25 Prozent mehr als in Gronau. Noch höher fällt der Unterschied beim Gas aus: Der Grundversorger im niederrheinischen Tönisvorst verlangt für die gleiche Menge Gas (20.000 Kilowattstunden pro Jahr) knapp 485 Euro oder rund 38 Prozent mehr als der im Nachbarort Kempen. "Das sollte nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Kommunalvertreter in den Aufsichtsräten der Grundversorger interessieren", meint Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale NRW.

Über 50 Prozent der Haushalte sind im Schnitt Kunde beim lokalen Grundversorger - für Energieexperte Peter Blenkers angesichts der Preisunterschiede eine Überraschung. "Verbraucher sollten in einen günstigeren Tarif oder gleich zu einem günstigeren Anbieter wechseln, um die Energiekosten zu senken", so der Tipp des Energieexperten. "Das fördert den Wettbewerb und hilft letztlich die Preise senken." Wohin sich ein Wechsel lohnt, verrät beim Energiepreis-Atlas ein Klick auf die jeweilige Kommune. Ein Tarifrechner hilft zusätzlich beim Preisvergleich der Grundversorger mit Offerten anderer Anbieter.

Die Grundversorger sind oftmals merklich teurer als die Konkurrenz. Wie es zu diesen Preisunterschieden kommt, blieb bislang ein Geheimnis. Werden vom Strom- oder Gaspreis die öffentlich bekannten lokalen Netzentgelte, Steuern und Abgaben abgezogen, verbleibt ein Sockelbetrag für Energieeinkauf, Vertrieb und Gewinn. "Den können die Versorgungsunternehmen selbst beeinflussen", erklärt Blenkers. Auch hierzu liefert der Energiepreis-Atlas interessante Ergebnisse: Diese Sockelbeträge liegen sowohl bei der Strom- als auch bei der Gasversorgung im landesweiten Vergleich zum Teil bis zu knapp 100 Prozent auseinander. "Da gibt¹s noch viel Spiel für Preissenkungen", macht Peter Blenkers deutlich.

Der Energiepreis-Atlas ist vor allem für Bürgerinitiativen, Kommunalpolitiker, Energieexperten und Kartellwächter gedacht. Daneben bietet dieses Tool aber auch Verbraucherinnen und Verbrauchern interessante Einblicke in den NRW-Energiemarkt. Die Informationen des Online-Kartenwerks werden laufend aktualisiert.


Interessenten finden das kostenlose Angebot zu den Strom- und Gaspreisen in Nordrhein-Westfalen unter www.vz-nrw.de/energieatlas.

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