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ifs: Städtebauinstitut: Wohnungsneubau sinkt bundesweit noch immer - Niedersachsen und Saarland mit stärkstem Rückgang seit 2004

News vom 2. Juni 2009

Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de

Der Wohnungsneubau ist in Deutschland auch im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Nur noch 175.000 genehmigte Wohnungen (siehe dazu die News vom 11. März 2009) bedeuten gegenüber 2007 ein Minus von 4,2 Prozent und einen absoluten Nachkriegstiefststand. Das zumindest berichtet das "ifs Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V.", Berlin, dem u. a. 25 Bausparkassen und 3 Banken angehören. Nach Angaben des ifs ist die Zahl der Genehmigungen in Westdeutschland um 7,4 Prozent gesunken, während sie in Ostdeutschland um 13,6 Prozent zugelegt habe. Allerdings sei hier auch die Ausgangsbasis der Genehmigungen extrem gering. Im langfristigen Vergleich seien die Neubauzahlen bis auf Berlin in allen Bundesländern von 2004 bis 2008 rückläufig.

Im Jahr 1998 sind in Deutschland laut ifs noch 476.000 Wohnungen genehmigt worden. Im Jahr 2004 seien es dagegen nur noch 269.000 geswesen. Seitdem seien die Genehmigungszahlen bis 2008 um gut ein Drittel gesunken. Dabei sei die Abwärtstendenz in allen Bundesländern ähnlich stark ausgeprägt. Eine Ausnahme bildete lediglich Berlin, wobei man aber brücksichtigen müsse, dass hier absolut gesehen nur relativ wenige Wohnungen (2004: 3.700 Wohnungen) genehmigt würden. Dadurch könnten schon einige Bauträgermaßnahmen zu einem Anstieg führen. Alle anderen Bundesländer verzeichneten dagegen hohe zweistellige Minusraten, so das ifs. An der Spitze stehe Niedersachsen (minus 53,7 %) vor dem Saarland (minus 44,2 %) und Rheinland-Pfalz (minus 42,8 %). Relativ gering sei der Einbruch dagegen in Hamburg (minus 10,2 %) und Sachsen mit (minus 23,8 %) ausgefallen.

Auch die Zahl der Genehmigungen pro 1.000 Einwohner mache deutlich deutlich, wie gering die Bautätigkeit inzwischen sei, so das ifs weiter: Hier liege Brandenburg mit 2,9 Genehmigungen pro 1.000 Einwohnern an der Spitze vor Bayern mit 2,8 sowie Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg mit 2,6 bzw. 2,4 Wohnungen pro 1.000 Einwohner. Am Ende dieser Skala rangierten Thüringen mit 1,2, Bremen mit 1,3 und Saarland und Sachsen mit jeweils 1,4. Der Bundesdurchschnitt liege bei 2,1. Dazu sagte Dr. Stefan Jokl, der Leiter des ifs: "Ein im europäischen Vergleich extrem niedriger Wert. Die Bundesrepublik scheint das einzige Land zu sein, in dem der Wohnungsneubau weitgehend eingestellt worden sei. In anderen Ländern liege diese Kennziffer zwischen 3,4 (Großbritannien) und 16,9 (Irland) und damit um ein mehrfaches höher."

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