Landesbausparkassen sehen derzeit günstige Bedingungen für Wohneigentumsinteressenten
News vom 15. Juni 2009
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Nach Angaben der Landesbausparkassen (LBS) sind Häuser und Eigentumswohnungen derzeit lohnende Kaufobjekte. Sie stellten eine sichere Anlageform dar, und bei dem aktuell extrem niedrigen Zinsniveau sei Kaufen häufig schon von Anfang an günstiger als Mieten. Das zumindest ergibt sich aus der "LBS-Wohnungsmarktanalyse 2009", die vor einigen Tagen in Berlin vorgestellt wurde. Sie basiert auf einer aktuellen Umfrage bei den Immobiliengesellschaften der Landesbausparkassen (LBS-I) und Sparkassen, mit der jeweils im Frühjahr die aktuelle Angebots-, Nachfrage- und Preissituation für die wichtigsten Objektkategorien ermittelt wird (für das Jahr 2008 siehe die News vom 17. Juni 2008).
Die aktuellen Daten zeigten die enormen regionalen Preisunterschiede für Wohneigentum, nach dem Motto "Höherer Wohlstand, höhere Preise", so die LBS. Das gelte gerade auch für gebrauchte frei stehende Einfamilienhäuser, die nach der LBS-Analyse auf der Beliebtheitsskala ganz oben rangieren. Preisführer sei auch in diesem Jahr die bayerische Landeshauptstadt München. Dort koste das typische Bestandsobjekt in mittlerer bis guter Lage 730.000 Euro, gut 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutlich dahinter liege Wiesbaden auf Platz 2 mit 600.000 Euro, gefolgt von weiteren west- und südwestdeutsche Zentren wie Heidelberg (490.000 Euro), Frankfurt (470.000 Euro), Freiburg (460.000 Euro) sowie Düsseldorf und Stuttgart (mit 450.000 Euro).
Noch attraktiver als die Großstädte selbst scheint teilweise das Umland zu sein. So seien etwa Objekte im Frankfurter Raum - besonders ausprägt in Bad Homburg, Eschborn und Oberursel mit 600.000 Euro - deutlich teurer als in der Mainmetropole. Eine vergleichbare Situation finde man auch im Umland von Stuttgart oder auch von Düsseldorf, wo etwa in Ratingen der typische Preis bei 450.000 Euro liege. Ähnlich sehe es in touristisch geprägten Regionen aus. Im Voralpenraum ragten Städte wie Starnberg (625.000 Euro) und Garmisch-Partenkirchen (590.000 Euro) heraus. Auf der anderen Seite gibt es nach der LBS-Übersicht große Städte mit über einer halben Million Einwohnern, bei denen das Preisniveau für gebrauchte Einfamilienhäuser um 200.000 Euro pendele: nicht nur in Leipzig (185.000 Euro), sondern auch in Hannover (200.000) und Bremen (210.000 Euro). In manchen norddeutschen Großstädten liege es noch einmal deutlich niedriger, in Bremerhaven sogar nur bei 80.000 Euro. Auch in ostdeutschen Städten wie Halle (125.000 Euro) fänden sich ausgesprochen gut bezahlbare Einfamilienhäuser.
Noch keine Markterholung sehen die LBS-Experten beim Neubau von Reiheneigenheimen. Hier gehen sie kurzfristig noch einmal von einer rückläufigen Nachfrage aus, die vorübergehend mit einer weiteren Abschwächung der Neubautätigkeit verbunden sei. Gerade Familien litten offenbar immer noch unter der Abschaffung der Eigenheimzulage, und die Impulse aus der neuen Wohn-Riester-Förderung machten sich noch nicht in der Breite bemerkbar. "Dabei sind die Einstiegspreise zur Zeit alles andere als schlecht", sagte LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm. Denn selbst in Westdeutschland bewegten sich die Durchschnittspreise für neue Reihenhäuser in Groß- und Mittelstädten unverändert um 200.000 Euro, im Osten und Norden lägen sie sogar nur bei 130.000 bis 160.000 Euro. Lediglich in den süddeutschen Großstädten signalisiere der noch einmal leicht gestiegene Durchschnittspreis von 280.000 Euro die vielerorts vorhandenen Engpässe. Bei gebrauchten Reihenhäusern gibt es laut LBS-Analyse ähnliche regionale Unterschiede. Im Schnitt würden sie gegenüber Neubauten einen Preisvorteil von 15 bis 20 Prozent aufweisen. Allerdings kosteten Reihenhäuser aus dem Bestand vor allem im Umland der großen Zentren wie im Frankfurter Raum in ihren integrierten Lagen teilweise ähnlich viel wie Neubauten.
Bei neuen Eigentumswohnungen registrieren die LBS-Vermittler neben dem Süden auch im Norden vielerorts wieder leicht steigende Preise. Im wesentlichen entstünden sie wie schon in den Vorjahren an touristisch interessanten Standorten und in den Ballungsräumen. Dort gelte Wohneigentum auf der Etage als preisgünstigere Alternative zu den knappen Eigenheimangeboten. Am teuersten seien neue Eighentumswohnungen in diesem Jahr in Starnberg mit 3.550 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von München (3.400 Euro), Garmisch-Partenkirchen (3.300 Euro), Freiburg (3.200 Euro) sowie Hamburg (mit 3.000 Euro). Am unteren Ende der Preisskala bei den Großstädten liege Cottbus (1.000 Euro). Einige Mittelstädte unterschritten sogar diese Schwelle. Unter den Metropolen bewegten sich die Quadratmeterpreise in Dresden, Leipzig, Bremen und Hannover sowie den Ruhrgebietsstädten Essen und Dortmund in einer moderaten Bandbreite von 1.750 bis 2.000 Euro.
Bei gebrauchten Eigentumswohnungen stellen die LBS-Experten insgesamt eine stabile Nachfrage fest. Das gleichzeitig zunehmende Angebot aus dem Bestand drücke aber noch auf die Preise. Derzeit betrage der Abschlag für gebrauchtes Wohneigentum auf der Etage im Vergleich zu Neubauten über 30 Prozent. In den Groß- und Mittelstädten Nord- und Ostdeutschlands lägen die Preise laut LBS-Immobilienpreisspiegel häufig um oder sogar unter 1.000 Euro pro Quadratmeter, im Süden bei knapp 1.500 Euro pro Quadratmeter.
Beim Bauland rechnen die LBS-Vermittler - parallel zu der schwachen Neubautätigkeit - auch in diesem Jahr noch nicht mit einer Ausweitung des Angebots. In diesem Markt zeigten sich im übrigen mit Abstand die größten regionalen Preisunterschiede. Der Quadratmeter koste in den süddeutschen Groß- und Mittelstädten nach einem Anstieg auf 300 Euro (2008: 280 Euro) mehr als doppelt so viel wie im Norden (120 Euro) und sogar viermal so viel wie im Osten (70 Euro). Extreme Knappheit signalisierten die Spitzenpreise für Grundstücke in den süd- und südwestdeutschen Großstädten München (800 Euro), Stuttgart (650 Euro) und Heidelberg (630 Euro). In vielen Mittelstädten sei Bauland aber nach wie vor für unter 100 Euro pro Quadratmeter zu haben.
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