Stiftung Warentest untersucht Holzpelletkessel
News vom 7. Juli 2009
Quelle: Daniel Burchard für baufoerderer.de
Mit einem Holzpelletkessel heizt man weitgehend klimaneutral und obendrein etwas günstiger als mit Öl oder Gas, denn der nachwachsende Rohstoff Holz ist hierzulande reichlich vorhanden und muss nicht importiert werden. Wichtig ist aber, dass der Kessel die im Holz steckende Energie mit hohem Wirkungsgrad verbrennt und dabei wenig Schadstoffe in die Umwelt bläst. Das berichtet die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift "test".
Holzpellets (nach "pellet", den englischen Wort für Kügelchen) bestehen aus Sägespänen, die entsprechend einer Norm zu kleinen runden Presslingen von 5-6 mm Durchmesser und einer Länge von ca. 3 cm verabeitet werden. Im Gegensatz zum herkömmlichen Kachelofen oder Kamin können die Pelletkessel durch die Standardisierung weitgehend automatisch betrieben werden. Die rundlichen Pellets kommen so zum richtigen Zeitpunkt aus dem Vorratslager direkt in den Brennraum. Der Komfort ist damit ähnlich wie bei Öl- und Gasheizungen. Einziger Nachteil: Alle paar Wochen muss der Aschebehälter geleert werden.
Bei ihrer Untersuchung hat die Stiftung Warentest zehn automatische Holzpelletkessel (Durchschnittspreis etwa 12.000 Euro; zu den staatlichen Fördermöglichkeiten siehe auch die News vom 4. März 2009) unter die Lupe genommen. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Energieeffizienz und den Umwelteigenschaften. Dazu wurde der so genannte Jahresnutzungsgrad aller Modelle ermittelt. Er gibt an, wieviel Prozent der in den Pellets enthaltenen Energie in nutzbare Heizwärme umgewandelt werden kann. Der Test ergab, dass die Pelletkessel noch nicht ganz das Niveau moderner Gas- und Ölheizungen erreichen, aber bei den besseren Modellen recht nah an deren Werte herankommen. Ungünstig für die Effizinenz sei vor allem der Betrieb bei Teillast, also die Zeiten, in denen die Heizung nur wenig Wärme benötigt. Die Stiftung Warentest rät daher, die Kessel möglicht immer mit einem Speicher mit viel Puffervolumen zu betreiben. Der Kessel könne so bei hoher konstanter Leistung relativ viel Wärme "auf Vorrat" erzeugen und dann eine Pause einlegen.
Maßgeblich für die Prüfung der Umwelteigenschaften waren vor allem die Emmissionen von Staub und Kohlenmonoxid (CO). Hier kamen zwei Geräte nicht über ein "mangelhaft" hinaus, weil sie zuviel Staub bzw. CO in die Umwelt blasen. Problematisch für die Umwelt sei vor allem das Anzünden. Daher sollte ein zu häufiges An und Aus des Kessels vermieden werden, so die Warentester. Insgesamt ergab der Test beim besten Modell eine saubere Verbrennung und eine noch "gute" Holzenergienutzung, und bis auf die beiden Kessel mit den schlechten Abgaswerten erreichten auch die übrigen Modell das Gesamturteil "gut" bzw. "befriedigend".
Auch den Brennstoff selbst hat die Stiftung Warentest geprüft. Dabei erzielten alle zehn getesteten Holzpellet-Marken ein "gutes" Qualitätsurteil. Die Mängel, über die enttäuschte Pelletkunden in den vergangenen Jahren klagten, scheinen dank verbesserter Qualitätssicherung zumindest bei Markenprodukten der Vergangenheit anzugehören, so die Tester.
Mehr zu diesem Thema finden Sie im Juli-Heft der Zeitschrift "test" oder (kostenpflichtig) hier im Internet-Angebot der Stiftung Warentest.
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